DIENSTREISE

  • Etwa zur Wiederveröffentlichung von "Lycraworld" entstand Anfangs 2017 diese kurze Geschichte, die teilweise reale Ereignisse aus dem Sommer des Vorjahres verarbeitet. Natürlich sind die Teile, die das Geschehen erst interessant machen der dichterischen Freiheit zuzuschreiben. So eine Geschichte nach dem Schema: Gute Gelegenheit, schön gewesen, gerne mehr - aber eher unwahrscheinlich. Darüber hinaus bietet sie wieder detaillierte Ortsbeschreibungen. ach ja, der Hauptdarsteller heißt wieder mal Frank.





    DIENSTREISE


    Fetischstory von lycwolf




    Heute bin ich mal richtig zufrieden.
    Mit allem.
    Ich fühle mich trotz des zurückliegenden Arbeitstags entspannt und bin einfach guter Dinge.
    Das ausgedehnte Geschäftsmeeting war produktiv, obwohl der Kunde eher schwierig ist. Dienstreisen liegen mir nicht so, deshalb versuche ich mich so gut es geht (wenig erfolgreich) davor zu drücken. Unerwartet verlief aber alles ganz OK. Zurück im Hotel gleich alle relevanten Daten an die Firma übermittelt.
    Jetzt hab´ ich frei.


    Schnell unter die Dusche.
    Die soeben abgestreifte, oberschenkellange Lycrahose hatte sich den ganzen Tag einfach gut unter der Jeans angefühlt. Jetzt liegt sie noch körperwarm auf dem Boden vor der Nasszelle. Keine richtige Radlerhose mit Polster und so, sondern lediglich dünne, anschmiegsame Kunstfaser in Radler-Stil. Auf Dienstreise nehme ich immer einige Stücke aus meinem Lycra-Fundus mit.


    Beim Abtrocknen ein Blick aus dem Fenster. Ein herrlicher vorsommerlicher Nachmittag.
    Ich habe ja noch einen weiteren "Termin", obwohl ich schon fast befürchte, dass dieser nicht zustande kommt.
    Einem Automatismus gleich durchforste ich nämlich im Vorfeld einer Geschäftsreise immer die einschlägigen Kontaktportale nach Gleichgesinnten in der entsprechenden Gegend. Zwar stößt man dabei, wenn überhaupt, größtenteils auf männliche Fetischisten, doch stellt das keinen Hinderungsgrund dar. Normalerweise geht es mir ja nicht um direkte sexuelle Interaktion. Ich beschränke mich auf die Grundtugenden des Lycrafans: Sehen und Fühlen.
    Die, man möchte fast schon sagen "angeblichen" Lycraträger schreiben meist ganze Romane darüber, was ihnen so liegt, was sie so tragen und wie sie sich ein Treffen so vorstellen. Allerdings zeigt sich regelmäßig, dass das Gegenüber immer wortkarger wird je näher der tatsächliche Termin kommt. Leider sind sie weniger an einem tatsächlichen Treffen interessiert als an Mailerotik vor dem Rechner. Und die wenigsten besitzen den Anstand wenigstens abzusagen.


    Was soll´s? An einem so schönen Tag würde ich ja sowieso in Lycrasachen ´rausgehen.
    Also schlüpfe ich in meinen Gymnastikbody. Eines meiner älteren Stücke. Das nachtschwarze Lycra hat noch immer diesen verführerischen Glanz, welcher es besonders im Sonnenlicht zum Eyecatcher macht. Die hochgeschlossene Form mit kleinem Stehkragen und die langen Ärmel erzeugen eine enge, fast geborgene Anmutung. Nur wahre Fans können das herrliche Gefühl nachvollziehen, welches der gleichmäßige Druck des gedehnten Materials auf dem ganzen Körper hinterlässt. Selbst das etwas einengende "verpackt" sein im Schritt wirkt anregend. Der knappe Schnitt kaschiert ein klein wenig meine Problemzonen (sollte ich sie Frühlingsröllchen nennen?)


    Um etwas wenige offensiv zu wirken, ziehe ich meine anthrazitfarbene Laufhose über. Diese weist allerdings nur wenige "lauftypische" Attribute auf und kann deshalb auch als Leggings durchgehen. (Ich weiß schon, dass Leggings besser unter dem Body getragen werden, aber gar so sehr möchte ich nicht auffallen). Da ich nicht weiß wie die Wegeverhältnisse am vereinbarten Treffpunkt sind, greife ich statt zu meinen geliebten Gymnastikschläppchen lieber zu den Laufschuhen. Noch ein T-Shirt über den Body und die Augenfälligkeit der Kleidung beschränkt sich auf den Stehkragen und die langen schwarzglänzenden Ärmel.


    Das Gute an diesen einfachen Business-Hotels ist, dass sich niemand für Äußerlichkeiten interessiert. Man ist anonym und kann kontrollieren wie viel man von seiner ungewöhnlichen Vorliebe preisgeben will. Ein reizvolles Spiel, wie ich meine. Ich gebe auch nie die Hoffnung auf, doch einmal von einem Zimmermädchen überrascht zu werden, welche sich dann als Lycramaus herausstellt. (Träumen darf man doch, oder?).


    Der Weg zu dem Schloss mit der parkähnlichen Gartenanlage ist leicht zu finden. Etwas außerhalb der Stadt auf einer Anhöhe gelegen, tummeln sich an einem Wochentag hier nicht allzu viel Besucher. Ein breiterer Pfad führt vom Parkplatz ein kurzes Stück bis zu den ersten vorgelagerten Ausläufern des Gebäudekomplexes. Die Nachmittagssonne zaubert herrliche Lichtreflexe auf meine tiefschwarzen Unterarme. Mein Beinkleid glänzt zwar auch, aber um einiges geringer.


    Die Bauten sind recht imposant anzusehen. Leider gehört die Architektur des späten 17. Jahrhunderts nicht gerade zu meinen Steckenpferden und so erfreue ich mich einfach so an dem herrschaftlichen Anblick.
    Ich lasse das Schloss zu meiner linken und sehe rechts jetzt den Eingang zur ausgedehnten Parklandschaft. Einige Schritte weiter umrunde ich einen kleinen Kiosk, dessen Betreiberin gerade Stühle und Tische zusammenräumt. Sie lächelt mich an als wir uns grüßen und mir entgeht nicht dass sie die Erste aller bisheriger Passanten ist, die mich intensiver mustert. Trotz ihrer fast aufdringlichen Blicke finde ich sie sehr attraktiv. Ich bilde mir ein, dass sie sich mehr als gewöhnlich für meine nicht alltägliche Kleidungskombination interessiert. Wahrscheinlich denkt sie aber in Wirklichkeit "Endlich Feierabend".


    Mittlerweile bin ich bereits weiter des Wegs, hänge aber noch immer etwas meinen Gedanken von eben nach. Sie entspricht mit ihrer etwas ausgeprägteren weiblichen Erscheinung sicher nicht jedermanns Idealbild. Der rotbraune Pferdeschwanz und ihre Sommersprossen lassen sie jünger erscheinen als sie tatsächlich ist. Von hinten wirkte sie wie eine Studentin, aber von vorn würde ich sie eher auf mein Alter schätzen. Wobei das Alter von Frauen zu schätzen eine brandgefährliche Angelegenheit ist. Auf die Frage: "Was glaubst du wie alt ich bin?", sollte man es mit der Fishermans Friend-Werbung halten - Nie Antworten! Lässt man sich dennoch dazu verleiten, gibt es kein "Richtig". Man kann sich allenfalls noch aussuchen welchen Fehler man begehen will.


    Vor lauter sinnieren bemerke ich erst jetzt, dass ich bereits den vereinbarten Treffpunkt erreicht habe. Aus dem umzingelnden Wäldchen trete ich heraus auf eine Lichtung, die sich zum inneren des Parks hin öffnet. Wie gewöhnlich bin ich gute fünf Minuten zu früh.


    Es ist immer noch ziemlich warm und so beschließe ich mein T-Shirt auszuziehen als ich mich auf der Bank niederlasse, die wie ein Aussichtspunkt über dem Rand der Grünanlage thront. Der Ausblick ist phantastisch. Eine Gartenanlage nach englischem Vorbild. Weite Rasenflächen, durchzogen von Spazierwegen und gespickt mit unterschiedlichstem Buschwerk und Bäumen. Wahre Riesen, allesamt weit älter als hundert Jahre. Halb Links sind gerade noch die Ausläufer des Schlosses zu erkennen.


    In meinen voll beleuchteten Lycrasachen muss ich weithin sichtbar sein, also kann meine Verabredung kaum behaupten er hätte mich nicht gefunden. Er würde in Glanzleggings erscheinen, hatte er gemailt. Noch kann ich weit und breit niemand sehen.


    Während ich warte fällt mir auf, dass ich doch meine Schläppchen hätte tragen können. Die Wege sind sehr gepflegt und sauber.


    Die vereinbarte Zeit ist erreicht. Bin mal gespannt ob er auch wirklich kommt. Erfahrungsgemäß eher nicht, aber der Nachmittag ist einfach zu schön als dass irgendwas ihn verderben könnte.
    Weitere zehn Minuten vergehen. Ich bin schon richtig heiß, nicht nur von der Sonne, sondern auch von meinen eigenen Berührungen der glänzenden Kleidung, die ich beim besten Willen nicht lassen kann. Nicht-Lycrafans wissen gar nicht was ihnen entgeht.


    So. Fünfzehn Minuten länger gewartet und aus keiner Richtung nähert sich irgendwer, nicht mal ohne Glanzleggings. Naja. Wieder ein Hosenscheißer mehr, den der Mut letztlich doch verlassen hat.
    Was soll´s, ich mach´ mir jetzt noch einen schönen Abend.


    Weiter zum Hauptgebäude hin erblicke ich eine Rasenfläche mit einigen Sonnenliegen und ein paar Büschen an der Seite. Das müsste sich doch ideal zum relaxen eignen. Die wenigen verbliebenen Gäste des Parks streben bereits den Ausgängen am Schloss zu und so muss ich mir keine Gedanken über öffentliche Erregung oder so machen. Das reiben meiner nicht weiter bekleideten Spaßabteilung an der Innenseite der Lycra-Tights heizt mich bei jedem Schritt weiter an und so entsteht mit der Zeit eine ernst zu nehmende Wölbung.


    "Upps!", entfährt es mir, als ich etwas flott um die Büsche biege und beinahe mit jemandem zusammenstoße. Ich habe sie nicht sofort erkannt. Die Frau vom Kiosk hat ihre Haare jetzt offen und natürlich keine Schürze mehr um.


    "Na, sind Sie schon fertig mit dem Sport?", fragt sie in einem fast schnippischen Tonfall. Ihr Blick ist dabei in keinster Weise auf mein Gesicht gerichtet. Ich fühle mich etwas bloßgestellt.


    "Ähhm....", beginne ich zu stottern, besinne mich aber dass der beste Ausweg jetzt die Flucht nach vorn ist.
    "Sieht es für Sie so aus als wäre ich mit Sport beschäftigt gewesen?", antworte ich, gewahr des derzeitigen Anblicks meiner mittleren Körperregion als ich langsam meine Fassung zurück gewinne.


    Erst jetzt beendet sie die ausgiebige Musterung meiner Lycragestalt und schaut mir ins Gesicht.
    "Sie sehen eher aus als hätten sie etwas Entspannung nötig", entgegnet sie nüchtern und fügt nach einer dramatischen Pause hinzu: "In jeder Hinsicht."


    Ihre Direktheit ist entwaffnend und so rede auch ich nicht mehr drum herum. "Wenn Sie schon so viel von mir wissen, können wir auch Du sagen. Ich heiße Frank", schlage ich vor.


    "Silke", sagt sie knapp und weist in Richtung der Liegen.
    "Ich habe vorhin gleich bemerkt, dass du wohl auf Spandex und ähnliches stehst", erklärt sie. "Ein Ex von mir hatte auch den Fetisch", und mehr zu sich selbst: "Das Einzige an ihm was ich vermisse".


    "Deshalb hast du vorhin so genau geschaut und dann gegrinst. Anderen fällt sowas nämlich kaum auf, selbst wenn ich´s wie heute schon sehr drauf anlege", erkläre ich während wir diejenigen Liegen ansteuern, die noch im Licht sind.


    "Aber nicht nur deswegen", fügt sie hinzu, "sondern auch weil ich selbst ein Faible dafür habe".


    Nicht alleine dass mal eine Frau dem glatten Material verfallen ist, auch dass sie gegenüber einem vollkommen Fremden so offen darüber spricht ist außergewöhnlich. Obwohl - vielleicht gerade weil ich ein Fremder bin. Aber wozu mache ich mir Gedanken. Schauen wir lieber was noch kommt.
    Ohne weitere Worte legen wir uns nebeneinander auf das Gestell. Die Holzlatten der ergonomisch geschwungenen Form sind von der Sonne angenehm temperiert und der Blick in die Abendröte ist malerisch.


    "Immer noch ganz schön warm", meint meine neue Bekanntschaft und entledigt sich ihres Oberteils. Ein gelber Badeanzug kommt zum Vorschein und ihr perfekt umspannter Oberkörper macht Appetit auf mehr.


    "Ich tanke jeden Abend noch etwas Sonne nach der Arbeit".


    Auch die Shorts streift sie ohne Zögern ab. Dabei fallen ihr die schwarzen Ballerinas von den Füßen und enthüllen zarte, hautfarbene Füßlinge. Sie stockt in der Bewegung als sie meine Blicke bemerkt.


    "Nee, Ne?", fragt sie mit gespieltem Unglauben. "Fußfetischist bist du also auch noch?"


    "Gegenfrage: Welcher Mann denn nicht?"


    "Auch wieder wahr. Aber dann kannst du mir wenigstens meine Söckchen ausziehen."


    Das muss sie mir nicht zweimal sagen.
    Es stimmt. weibliche Füße finde ich sehr erotisch. Männliche dagegen nur wenn sie entsprechend bestrumpft sind.
    Das zarte Nylongespinst ist noch etwas feucht von den ledernen Ballerinas, aber die Füßchen sind herrlich geformt. Schmale Ferse und nach vorn zu den Zehen hin breiter werdend, so wie ich es mag. Silke schließt ihre Augen und genießt meine gekonnte und über Jahre perfektionierte Fußmassage. Mir kommt das alles noch ein bisschen unwirklich vor, aber offensichtlich passieren solche Begegnungen tatsächlich.


    "Hmmm...", knurrt sie zufrieden und fragt nach einiger Zeit: "Willst du es dir nicht auch etwas bequemer machen?"


    Sie hat recht. es ist wirklich ganz schön warm. Flugs kicke ich meine Sportschuhe weg, so dass meine Feinstrümpfe zum Vorschein kommen.


    "Oh, Nylon. Du lässt ja echt nichts aus. Strumpfhosen oder Strümpfe?"


    "Feinsöckchen", antworte ich, bereits mit meinen Leggings beschäftigt. "Strumpfhosen wären echt zu viel bei den Temperaturen."


    Noch das Shirt weg und schon stehe ich in meiner vollen Pracht nur noch mit dem Turnanzug bekleidet vor ihr. Ich fühle mich großartig, so ganz in glänzenden Stoff gehüllt. Sie tippt wieder auf den Platz neben ihr. "Komm knuddeln."


    Auch hierzu muss sie mich nicht zweimal auffordern. Der gelbe Badeanzug setzt ihren üppigen Körper vorteilhaft in Szene. Kräftige Schenkel und Hüften mag ich zwar sehr, bin ich nicht unbedingt ein Fan von riesigen Busen. Leider geht das eine fast immer mit dem anderen einher. Silkes Badeanzug hält aber alles sehr gut in Form und ich kann kaum meinen Blick abwenden. Offensichtlich geht es ihr ähnlich.


    "Na du praller Spandexboy", zieht sie mich auf und tätschelt meinen Lycraleib. "Der Glanz von deinem Gymnastikanzug ist ja echt wahnsinnig", haucht sie als ihre Hände mich überall betasten. Ich lehne mich entspannt zurück und genieße das Kneten ihrer süßen Finger.


    "Das gefällt dir doch, oder?"


    Gerade bin ich zu keiner verbalen Reaktion fähig. Statt dessen schicke auch ich meine Hände auf Erkundungstour. Ich rücke auf Tuchfühlung an sie heran. Der weibliche Körper fühlt sich umso besser an, wenn er von einer dünnen Schicht Lycra verhüllt ist. Wir streicheln und kraulen beide über die glatten Stoffe als wäre die Welt um uns verschwunden. Eine nicht enden wollende Folge elektrisierender Berührungen. Ich kann mich vollkommen fallen lassen.
    Anscheinend vergessen wir dabei ganz die Zeit, denn mittlerweile sinkt die Sonne hinter dem Horizont und unsere aufgeheizten Spandexkörper kühlen langsam ab.


    "Dir ist aber schon klar, dass ich weiter nichts von dir will?", fragt sie ernst während mein Gesicht wollüstig in ihren süßen Lycrabäuchlein versinkt. "Ich meine, Beziehung und so?"


    Den Kopf wieder hebend sage ich: "Das nimmt jetzt zwar ein bisschen die Fahrt raus, aber diesbezüglich stimme ich dir zu."
    Meine Nase nähert sich wieder dem duftenden Lycra und ich murmele noch: "Wenn ich nicht gerade genau das Gegenteil ertasten würde, könnte man direkt meinen du wärst ein Mann", und widme mich wieder ihrem glatten Körper.


    "Du Blödmann", lacht sie und gibt mir einen Klaps auf den Allerwertesten. Auf der gedehnten Kunstfaser klatscht das ganz schön. "Ich will doch nur dass du dir keine falschen Hoffnungen machst."


    Silke umarmt mich und krallt sich dabei in meine gepolsterten Flanken. Gleich darauf spüre ich wie ihre Zunge Einlass in meinen Mund fordert. Unsere Hände bewegen sich fast gleichzeitig in Richtung unserer Spaßgebiete.


    "Du weißt genau was du willst und auch wie du es bekommst", stelle ich fest, "Das ist der Vorteil bei reiferen Mädels"


    "Also, hör´ mal", entrüstet sie sich und drückt sich von mir weg. "Reifer! Für wie alt hältst du mich?"


    Da war sie also wieder. Die 500 000-Euro-Frage.


    "Für genau richtig", antworte ich, meinen Kopf aus der Schlinge ziehend. Sie gibt sich damit zufrieden und wir wenden uns wieder unserer Leibesmitten zu.


    "Die.....Amerikaner....", versuche ich unter ihren Küssen zu sprechen als meine Finger sanft durch eine Furche zwischen zwei Hügelchen gleiten, "....nennen sowas..... Cameltoe."


    Die Antwort darauf kommt prompt und ihr unerwartet beherzter Griff raubt mir fast die Luft.


    "Ja, und sowas nennen sie Bulge!"


    Gut gekontert.


    Silke ist äußerst geschickt in dem was sie gerade nicht lassen kann und ich fürchte gleich nicht mehr genügend Blut zum denken zur Verfügung zu haben. Sie kennt genau die Stellen und weiß wie fest man wo drücken muss und wo man nur zart streicheln sollte. Leider weiß sie auch genau wann man strategisch damit aufhören muss um einen gründlich zu ärgern.


    "Na warte, du gemeines Stück", schimpfe ich mit ihr, "Das werde ich dir heimzahlen."


    Sie kichert nur ausgelassen als ich sie zur Strafe kitzle. Meine Fingernägel verursachen switschende Geräusche auf dem Badeanzug. Nach einer Weile geht mein Kitzeln wieder in Kraulen und streicheln über, worauf sie zufrieden wieder ihren Kopf zurück legt. Irgendwann liegen wir seitlich nebeneinander und ich streife mit einer Hand durch ihr langes Haar. Unterdessen vergnügt sich meine andere ein Stockwerk tiefer.


    "Du solltest mal die Handwerker kommen lassen. Dein Kellergeschoss hat ein leichtes Feuchteproblem."


    Diese Äußerung trägt mir wieder einen Knuff ein. Danach gleitet ihre Hand aber doch wieder dorthin wo sie vorhin aufgehört hat.
    Bereits nach einer kurzen Weile gelange ich zu der Überzeugung, dass ich durchaus eines Mordes fähig wäre, sollte sie jetzt damit aufhören. Glücklicherweise denkt sie gar nicht daran, sondern bewegt ihre geschickten Finger immer fordernder.
    Ihr atmen wird zu einem leisen winseln. Oder ist es meines? Keine Ahnung. Ihr Leib beginnt unter meinem Streicheln unkontrolliert zu zittern, fast wie bei einer Unterkühlung. Meine Gedanken verschwimmen. Ich spüre, wie ihre Beine sich plötzlich versteifen. Leider auch ihre Hand. "Oh Gott", fährt mir ein urplötzlicher Anflug von Religiosität durch den Kopf. Der Schmerz weicht aber prompt einer freudigen Entspannung. Farben explodieren und bei dem folgenden, spitzen Aufschrei kann ich ebenfalls nicht mit Bestimmtheit sagen ob er von Silke oder von mir stammt.


    Die letzten Zuckungen verebben schwallweise während die Gedanken wieder klarer werden. Meine Lycrapartnerin durchziehen noch immer Wellen des Erschauerns. Matt und etwas schläfrig umarme ich das Badeanzug-Mädel das mir solche Freude bereitete. Am liebsten hätte ich noch einige Arme mehr.


    Das letzte Licht des Tages ist verschwunden und die ersten hellen Sterne funkeln in der Kühle des Abends. Nach einer Weile spüre ich, dass diejenigen Körperpartien Silkes die nicht von Lycrastoff bedeckt sind deutlich abkühlen. Die Feuchte zwischen uns tut ein Übriges zum unangenehmen Gefühl. Auch Sie bemerkt es und sagt unter leichtem Gähnen: "Wir sollten uns was überziehen."


    Eine schöne Sauerei, denke ich während ich versuche mit meiner Laufhose das nötigste zu verdecken. Aber da ist ja auch noch das T-Shirt. Damit müsste es eigentlich gehen. Mein Gegenüber ist ebenfalls wieder bekleidet und wortlos und noch etwas steif schlendern wir Richtung Schloss. Die Gebäudebeleuchtung wirkt romantisierend. Dennoch verspüre ich eine gewisse Traurigkeit als wir wortlos den Parkplatz erreichen. Ich weiß, es wird keine Fortsetzung geben. Kein weiteres Zusammensein. Eine einmalige Begegnung.


    Wir drücken einander noch einmal heftig. Im Gegensatz zu ihrer vorherigen Wortgewandtheit flüstert sie jetzt lediglich noch ein leises "Danke".


    Ich sehe ihr wortlos nach bis sie weggefahren ist.
    Das war es wohl was sie wollte. Was sie brauchte. Was auch ich brauchte.
    Keine weiteren Verpflichtungen. Nur ein schöner Abend.


    Ich werde mich wohl freiwillig für die nächste Dienstreise melden.

  • Auch von mir ein großes Lob für die kurzweilige und anregende Geschichte. Ich konnte mich sehr schnell rein finden, denn ich nehme auf Dienstreisen auch immer etwas Lycra mit (auch wenn es nur als Schlafanzug dient).
    Wie sich das Ganze dann mit Silke entwickelt, fand ich sehr schön ... und aus Autorensicht die Dinge, die sie miteinander tun, sehr schön plastisch umschrieben. Man weiß, was passiert, die Geschichte bleibt aber verbal 'anständig'. ;)
    Zwar hatte Frank ein schönes Erlebnis, nur am Ende bleibt auch eine Träne/Frage: Werden sie sich wiedersehen? Es muss ja keine Beziehung sein, aber vielleicht bringt ihn irgendeine Dienstreise ja mal wieder in die Gegend ...


    Also nochmal vielen Dank für die gute Unterhaltung und die schreibtechnischen Anregungen. :D

  • Danke Catsuit78 für deinen freundlichen Kommentar.
    Ich denke schon, dass Frank alles daran setzt wieder mal dienstlich in diese Gegend zu "müssen".


    Ansonsten sind Geschäftsreisen natürlich stets eine gute Gelegenheit Lycrasachen zu tragen. Entweder, so wie du es schreibst als Nachtwäsche, oder wie ich mich manchmal sogar traue, als nicht alltägliches Accessoire in der Öffentlichkeit. (Manchmal noch mit "normaler" Kleidung teilweise kaschiert).