VOYEUR IN ERKLÄRUNGSNOT

  • Nach "Dienstreise" folgte Anfang 2017 diese Geschichte, deren Ursprung im Gedanken an den jungen Spanner aus "Der Junge im Turnanzug" liegt. Wie würde sich jemand entwickeln, der sich schon früh auf das Beobachten von Menschen in seinem Lieblingsoutfit verstand. Würde ihn seine Leidenschaft als junger Erwachsener weiter begleiten? Wäre ihm überhaupt bewusst, dass seine Art der Reizbefriedigung ungesetzlich ist? Schließlich hegt er keinerlei böse Absichten. Was aber, wenn sein "Zusehen" einmal auffliegt und er an resolute Persönlichkeiten gerät?
    Eigentlich war die Story als abgeschlossene Handlung konzipiert und der Rest sollte sich im Kopf der Leser abspielen. Doch sie löste sehr viel mehr aus (weiteres in der nächsten Geschichte).
    Im Gegensatz zur Erstveröffentlichung verzichte ich auf die fiesen Cliffhanger, so dass die Story diesmal am Stück gelesen werden kann.






    VOYEUR IN ERKLÄRUNGSNOT


    Fetischgeschichte von lycwolf





    Kapitel 1


    Er schwitzte.
    Nicht nur wegen der turnerischen Leistungen, die ihm abverlangt wurden.
    Er konnte sich nicht entsinnen, wann er zum letzten Mal derart schwitzte.


    Die Anstrengung der ungewohnten Bewegungen waren es nicht alleine. Auch die verschiedenartigen Schmerzen die ihm bislang zugefügt wurden, trugen ihren Teil dazu bei. Allen voran der noch immer spürbare elektrische Schlag der seinen inneren Oberschenkel traf und somit nur um Haaresbreite seine empfindlichste Region verfehlte.


    Und dann der enge Gymnastikanzug in den er gezwungen wurde. Mindestens zwei Nummern zu klein. Sein Torso wurde so streng von den glitzernden Lycrafasern umspannt, dass es ihm schier die Luft nahm. Ganz zu schweigen davon, dass sein Schritt, regelrecht eingequetscht wurde.
    Von wegen Grazie und Eleganz. Er fühlte sich Elend in dem grün-schwarz-marmorierten Turndress, das an den Mädels so elegant aussah.
    Er hatte das Gefühl gleichzeitig aus sämtlichen Poren des Stoffes zu tropfen. Für Rinnsale aus Schweiß war unter dem Spandexbody nirgends Platz.


    "Los, worauf wartest du?", herrschte ihn die befehlende Stimme an. Dieselbe, die ihn bereits zu vielen auslaugenden Turn- und Gymnastikübungen gezwungen hatte.


    Die Erschöpfung ließ ihn zittern. Oder war es mittlerweile panische Angst davor, was ihm hier noch schlimmeres widerfahren könnte?


    Sein Fuß rutschte ab und er strauchelte leicht.
    Konzentrier dich, mahnte er sich.
    Seine Zehen waren fast taub. Nie hätte er sich träumen lassen, dass zu enge RSG-Kappen derart unnachgiebig am Fuß sitzen können. Die um seine Fersen geschlungenen Gummis waren bereits maximal gedehnt und schnitten in seine Ferse.
    Nein, mit Grazie hatte das nichts mehr zu tun.


    Glücklicherweise war der Schwebebalken zum Training mit einem Teppich überzogen. Das gab seinen halben Rauledersohlen wenigstens ein bisschen Halt.
    Der Sprung gelang und er landete mir beiden Füßen sauber auf dem Schwebebalken.
    Er konnte durchatmen.


    "Nicht einschlafen", trieb ihn die Stimme weiter an, "Rad schlagen, los!"


    Er nahm seinen Mut zusammen, holte mit erhobenen Armen aus, beugte sich zur Seite und schwang sich erst auf eine Hand, dann auf die nächste. Sein Schwung war ausreichend um seine ausgestreckten Beine im hohen Bogen in die Luft zu werfen. Jetzt nur noch sauber landen, hoffte er im Geiste. Der linke Fuß erreichte die schmale Fläche des Balkens präzise in der Mitte. Sein Körper richtete sich wieder auf, hatte aber überschüssige Beschleunigung so dass sein rechter Fuß kaum noch das Turngerät erreichte. Er sah sich bereits zu Boden poltern, als er spürte dass seine verkrampften Zehen gerade genügen Halt fanden um ihn zu stabilisieren. Noch einmal nachfassen und er stand. Puh, geschafft!


    Innerlich jubilierte er, aber äußerlich gab er einen jämmerlichen Anblick ab. Ohne jede Eleganz stand er auf dem Schwebebalken. Ob so ein glänzender Wettkampfanzug jemals derart beansprucht wurde? Dass er ihm noch nicht in Fetzen vom Leib hing, sprach für die hervorragende Verarbeitungsqualität. Der Wetlook hingegen war angesichts seiner unmäßigen Transpiration obsolet.


    "Erwartest du für diese jämmerliche Vorstellung etwa noch Lob?", degradierte ihn die kalte Stimme. "Du bist noch nicht fertig. Abgang seitlich mit Salto rückwärts in den Stand!"


    Kein Frage, das würde er nicht schaffen. Nicht nach dem Zwangstraining. Er konnte ja jetzt kaum noch die Balance halten.
    Wie oft hatte er in der letzten Stunde versucht zu erklären, dass sie sich irrten? Dass er keine perversen Absichten verfolgte? Dass es ein unbeabsichtigter Zufall war? Aber es half nichts. Er erfuhr am eigenen Leib wie sich Grazien in Furien verwandelten.


    Sein Mund war trocken. Was wohl passieren würde wenn er sich weigerte? Bestimmt würde sie ihn erneut den Elektroschocker spüren lassen, und diesmal sicher genauer zielen.

    Er ging zitternd in die Hocke, wie ein Vogel auf einer Oberleitung. Der Druck im Schritt war enorm und zuerst befürchtete er, dass nun endlich das glänzende Lycra gerissen wäre. Doch was nachgab war nur der Höschenteil, der sich ruckartig in seine Hinterfurche zog.
    Egal. Jetzt oder nie. Die Arme nach hinten nahm er Schwung und katapultierte sich mit letzter Kraft nach oben. Alles lief wie in Zeitlupe ab. Sein Körper begann sich zu drehen und er zog die Beine an die Brust. Für eine kurzen Moment glaubte er tatsächlich er könne es schaffen.
    Der Aufprall rücklings, der ihm die Luft aus den Lungen trieb, strafte ihn jedoch Lügen.


    Er war benommen. Sicher hatte er sich bei dem Sturz was verletzt.
    Wie beschämend.
    Er malte sich bereits aus wie er einem Sanitäter erklären sollte, warum er hier in viel zu engen Mädchen-Turnsachen lag.


    Wie konnte es nur so weit kommen?





    Kapitel 2


    Zwei Stunden vorher


    Sein nach Hause Weg führte ihn vom Rand des Gewerbegebiets vorbei an der Turnhalle, die sowohl von der Schule als auch vom örtlichen Sportverein genutzt wurde.
    Er hatte nach der Schule eine Arbeit im Nachbarort gefunden und war schon fast mit der Ausbildung fertig.


    Schule.
    Gar nicht so lange her und doch bereits so fern.
    Da er aber in der Fußball-Abteilung des Vereins aktiv war, sah er die Gebäude der Lehranstalt öfter als ihm lieb war. Obwohl, einiges war ja gar nicht so schlecht gewesen. Vor allem alles was mit Mädchenturnen zu tun hatte.


    Er schwelgte weiter in Erinnerungen und erreichte den Rand der Turnhalle. Fast immer warf er einen Blick hinein. Schon als Schüler sah er gerne seinen Mitschülerinnen bei der Leibesertüchtigung zu. Auch heutzutage, wenn er nach dem Fußballtraining in Richtung Duschen ging, spitzte er immer über die Empore wenn die Turnmädels in der Halle zu Gange waren. Er liebte diese jungen Frauen mit ihren perfekt austrainierten Körpern, die sich aufs unglaublichste verbiegen konnten. Vor allem aber hatte er ein Faible für jede Art femininer Turnkleidung. Diese glatten, meist glänzenden Stoffe in allen erdenklichen Farben, die die Objekte seiner Begierde aufs vorteilhafteste einhüllten erregten ihn bereits als Schüler. Einmal hatte er sich sogar heimlich in die Turnhalle geschlichen und dort zurückgelassene Mädchenturnanzüge anprobiert.


    Das blöde war, dass die Halle nur an einem Ende Einblick gewährte. Freilich nicht an jenem wo die Turnerinnen ihr Training abhielten. Er konnte zwar eine kleine Gruppe erkennen, war aber für genauere Beobachtungen zu weit entfernt. Auf jeden Fall waren es nur wenige der Turnriege. Es war Freitag Abend und sonst war die Halle von niemandem belegt. Auch auf dem naheliegenden Fußballplatz war keiner, denn Training war immer Mittwochs.


    Freitags kamen seine Eltern erst spät nach Hause, also brauchte er sich nicht zu beeilen.
    Er beschloss hinein zu gehen und etwas zu zuschauen. Der Haupteingang war verschlossen, was aber normal war wenn nur wenige die Räumlichkeiten nutzten. Die Seitentür jedoch gewährte ihm Einlass. Schon von hier aus hörte er leise Musik.
    Innerhalb der Turnabteilung gab es eine Gruppe von neun oder zehn Mädels deren gekonnte Choreografien zum Aushängeschild bei Veranstaltungen des Vereins wurden. Sie kombinierten Elemente aus dem klassischen Kunstturnen mit Sportakrobatik und rhythmischer Sportgymnastik. Das alles zusammen mit musikalischer Untermalung war immer wieder eine Augenweide. Anscheinend probten einige von ihnen neue Showteile.


    Als er sich den Zuschauerplätzen oberhalb der Halle näherte fiel ihm ein, von wo aus er einen noch besseren Blick auf die Turnerinnen hätte. Er nahm die Treppe nach unten. Vorbei an den verschiedenen Umkleiden und Duschen bis ans Ende des Flurs.


    Die Trainerumkleide.
    Sie war unverschlossen und so schlüpfte er hinein. Ihre Besonderheit stellte ein Fenster zur Turnhalle dar. Nicht groß, aber durch die direkte Nachbarschaft zum Trainingsbereich der Turner sehr gut für ihn geeignet. Es war dunkel und solange er kein Licht anmachte, würde niemand von seiner Anwesenheit erfahren. Er hatte keine Hintergedanken, fühlte sich nicht als Spanner. Schließlich hätte er auch einfach von der Tribüne aus zusehen können. Andererseits war ihm schon klar, dass er mit seinen zum Teil voyeuristischen Vorlieben nicht auf allgemeines Verständnis hoffen durfte.


    Durch das kleine Fenster blickte er nach links auf den speziellen Belag fürs Bodenturnen. Dieser wurde nur selten abgebaut, etwa für ein Handballspiel oder ähnliches. Rechts davon waren diverse Turngeräte aus dem Stauraum unter der Zuschauerempore aufgebaut. Böcke, Kästen und ein Seitpferd, allesamt mit vorgelegten "Sprungbrettern". Dahinter noch ein kleines Trampolin und neben dem Turnboden ein Schwebebalken.


    Auf der Bodenmatte bewegten sich drei Turnmädels zur Musik, die hier zwar gedämpft, aber immer noch gut hörbar war. Eine rasante Choreografie bei der sie in Windeseile umeinander liefen. Ihre flatternden Gymnastikbänder erzeugten dabei geometrische Figuren. Wie ein Pendant zu Kunstfliegern, die ähnliche Figuren mittels farbigem Rauch an den Himmel schrieben. Alles spielte sich so schnell ab, dass er keine von den dreien genauer beobachten konnte. Sie trugen gleichartige Wettkampfanzüge, doch momentan sah er nur ein Gewusel aus Schwarz und Grün, garniert mit bunten Bändern.


    Die Musik steigerte sich und die Gymnastinnen strebten zur Mitte hin. Sie bildeten eine dreieckige Anordnung mit den Rücken zueinander, bei der sich aufrecht stehend ihre Schultern berührten und sie ihre jeweiligen Gymnastikbänder beim Schlussakkord nach außen warfen. Bereits dieser kleine Ausschnitt sah sehr professionell aus. Kaum auszumalen, wie es mit der gesamten Truppe wirken würde.


    Die drei versammelten sich recht nahe beim Fenster zur Trainerkabine und so hatte er endlich ungetrübte Sicht. Trotz deren gleichartiger Durchtrainiertheit waren sie gut zu unterscheiden. Er schätzte alle auf knapp zwanzig, also etwa in seinem Alter.
    Ihm am nächsten stand ein sehr jugendlich wirkendes Mädel. Nicht gerade groß gewachsen und äußerst hager, fast schon jungenhaft. Kaum feminine Attribute, sehr flach gebaut. Der blonde Kurzhaarschnitt tat ein übriges.
    Alle trugen Gymnastikbodys im gleichen Design. Hoch geschlossen mit kurzem Stehkragen, langärmelig. Diagonal über den Körper lief eine sich schlängelnde Trennlinie mit knallgrünem Lycra oberhalb davon und schwarzem unterhalb. Selbst ohne Pailletten wirkten die Bodies feuchtglänzend.
    Der fast konturlose Körper der Blonden wirkte stahlhart. Wahrscheinich würde ihre Haut kaum nachgegeben, hätte er sie berührt.


    Direkt neben ihr stand das andere Extrem. Bestimmt so groß wie er selbst, mit einem brünetten Pferdeschweif. Sie war deutlich fraulicher, aber auch insgesamt stattlicher. Sie wirkte fast wie eine Kraftsportlerin und verfügte über ausgeprägte Kurven. Er konnte nicht hören worüber sie sprachen, aber die Große schien die "Anführerin", oder wie immer man es nennen wollte, der Truppe zu sein.

    Die dritte lag von der Statur etwa zwischen den Anderen. Auch sie trug die Haare zusammengebunden. Ihre waren jedoch lockig und von einem derart intensiven Kupferrot, dass es fast schon unnatürlich wirkte. Allerdings wiesen ihre Augenbrauen denselben Farbton auf. Gewissheit über die Farbe könnte wohl nur die Region liefern, die von dem glänzenden Turnanzug verhüllt wurde, dessen Farbkombination wie für sie geschaffen schien. Sie war auch die einzige die eine hauchdünne Strumpfhose trug. Nur erkennbar durch wenige verräterische Fältchen um ihre Knöchel.


    Alle drei trugen die typischen RSG-Kappen an den Füßen. Solche fand er schon immer sehr anregend. Den Zehen- und Ballenbereich umschloss gleich einer dünnen Haut eine lederne Kappe, die mit zwei elastischen Bändern um die Ferse in Position gehalten wurde. Der Rest des Fußes war unbekleidet. Sein Fetisch für Turn- und Ballettschläppchen jeder Art war genauso ausgeprägt wie der für Gymnastikkleidung. Er liebte es, wenn sich Füße perfekt in enge Schläppchen schmiegten. Und diese waren eng, wie er unzweifelhaft an den deutlichen Abdrücken der einzelnen Zehen im weichen Leder sehen konnte.


    Das Trio stand zusammen und schienen etwas für ihn nicht sichtbares zu kommentieren. Als sich die Blonde auf die andere Seite begab, erhaschte er einen Blick auf ein Tablet-PC. Sie hatten wohl ihre Performance auf Video aufgenommen. Zur Kontrolle, wie Profis. Das nötigte ihm Respekt ab.
    Kurz darauf verließen die drei allerdings die Turnhalle.


    Schade, dachte er, schon vorbei. Er hätte gerne mehr davon gesehen.
    Als er sich bereits zum Gehen aufmachen wollte hörte er ihre Stimmen auf dem Flur. Klar, nebenan befanden sich ja die Dusche und die Mädchenumkleide. Er beschloss abzuwarten bis er sie nicht mehr hörte oder bis die Duschen liefen. Es war bestimmt besser sich unbeobachtet ´raus zu schleichen ohne dass ihm peinliche Fragen zu seiner Anwesenheit gestellt würden.


    Es dauerte recht lange. Auch fließendes Wasser konnte er noch nicht vernehmen.
    Ungeduldig sah er sich in der Kabine um. Seine Augen hatten sich mittlerweile an die Dunkelheit gewöhnt und das Restlicht aus der Halle genügte um sich zu orientieren. Neben dem obligatorischen Spind und einer kurzen Garderoben - Sitzbank - Kombination gab es noch einen Tisch mit einem Kunststoffstuhl. An der rückwärtigen Wand hingen ein Feuerlöscher nebst Verbandskasten und eine faltbare Trage. Die andere Wand war offensichtlich vor kurzem freigeräumt worden, denn verschiedene Utensilien wie Eckfahnen oder Verkehrshütchen türmten sich in der Ecke auf. Ebenfalls ein abmontiertes Schlüsselbrett. Er erkannte warum es sich nicht mehr an seinem Platz befand. Neben der Steckdose und dem Lichtschalter war ein Karton von ungefähr DIN-A-4-Größe provisorisch mit Klebeband angebracht. Darunter auf dem Boden fand sich jede Menge Staub. Vorsichtig klappte er den Karton an einer Seite weg. Darunter offenbarte sich ein kreisrunder Durchbruch zum angrenzenden Raum. Er hörte zwar noch Stimmen, aber die wurden immer leiser. Er spähte hinein. Das musste die Dusche sein. Schnell klappte er die Blende zurück und drückte das Klebeband wieder fest. Diese Sorte Spanner war er ja nun nicht.


    Es klang als wären die Mädels zurück in der Turnhalle. Vorsichtig näherte er sich wieder dem Fenster.
    Tatsächlich. Sie hatten sich nur umgezogen. An Stelle der einheitlichen Gymnastikbodies trugen die drei jetzt individuelle Turnkleidung. Ungewöhnlich, dass sie anscheinend noch mal Aufwärmübungen machten, wo ihre Performance doch bereits vorüber war. Alle hatten geflochtene Seile in der Hand. Die Sorte, die man zum Seilspringen verwendet. In der Seilmitte verdickt um sich beim Schlag auf den Hallenboden nicht so schnell abzunutzen. Alle standen in leichter Grätsche, hatten die Seile doppelt genommen und hielten die Arme ausgestreckt über den Köpfen. Dann begannen sie mit Dehnungsübungen. Rumpfbeugen nach vorn und zurück und zur Seite. Dies dauerte eine ganze Weile, was ihm Gelegenheit gab ihre neue Kleidung zu begutachten.


    Der Rotschopf trug anscheinend immer noch die hauchzarte Strumpfhose von vorhin, denn sie lugte unter Capri-Tights in stark glänzendem, violettem Lycra hervor. Bemerkenswert, dass gerade rothaarige oft einen Hang zu Komplementärfarben haben. Als Oberteil trug sie nämlich einen Ärmellosen Turnbody in mattem Grün. An den Füßen befanden sich nicht mehr die RSG-Kappen, sondern relativ einfache schwarze Gymnastikschläppchen mit Gummisohlen. Jene Sorte, wie man sie in jedem Kaufhaus bekommt. Das Kunstleder glänzte verführerisch und auch diese Schläppchen saßen passgenau. Bei Bewegungen hatten sie fast die Anmutung von Füßlingen.


    Am weitesten entfernt stand die große, kräftige, die anscheinend die Gruppe leitete. Sie war eine Art "Vorturnerin". Ihre Kleidung bestand aus einem schlichten, schwarzen Ganzanzug mit kurzen Armen und "Radlerbein". Dieses Dress schimmerte seidenmatt in der Deckenbeleuchtung der Halle. Ihre Dehnungsübungen verdeutlichten ihre muskulöse, aber dennoch nicht unattraktive Statur. Als Fußbekleidung trug sie professionelle Wettkampfschläppchen. Die weißen mit dem langen Ristgummi und den roten Seitenstreifen. Solche hatte er sich schon immer mal gewünscht, aber die waren schweineteuer. Für solche Kunstturnschuhe bekam man gut und gerne vier Paar gute Standardschläppchen.


    Die folgenden Dehnübungen waren ohne Zweifel die Domäne der ranken und schlanken Blonden mit dem Bubikopf. Sie tat sich deutlich leichter damit als ihre Kameradinnen, sich möglichst weit zu verbiegen. Dabei kam ihre Turnkleidung vorteilhaft zur Geltung. Der Glanz ihres roten Turnbodys wurde bei keiner ihrer Bewegungen verringert, so satt schmiegte er sich an. Auch die blaue Steghose aus seidenmattem Lycra machte dabei keine Ausnahme. Im Spagat wirkte der Stoff wie die Metallic-Lackierung eines Autos. Sie trug ebenfalls weiße Wettkampfschläppchen.


    Nachdem das Trio seine Dehnungen beendet hatte, verschwand es aus seinem Gesichtsfeld. So sehr er sich auch anstrengte, die Einbaulage des Fensters ließ keinen größeren Blickwinkel zu. Noch während er deswegen etwas schmollte, spurtete ein grün-violettes Etwas in sein Blickfeld, auf das Seitpferd zustrebend. Mit einem dumpfen Schlag drückte sie sich vom Sprungbrett ab und flog in weitem Spagat über das Pferd. Jetzt wurde auch die Notwendigkeit des erneuten Dehnens klar. Ihre Beine erreichten fast die Waagrechte.


    Die jungenhafte Turnerin war noch schneller. Sie schwebte scheinbar mühelos über das Sportgerät. Fast schien es, als wollten ihre weit abgespreizten Beine ihre Ohren erreichen. Sie landete kerzengerade im Schluss-Stand. Exakt ausschreitend lief sie zurück zum Startpunkt Eine zerbrechlich anmutende Grazie wie man sie vor langer Zeit bei rumänischen Athletinnen sah.


    Donnergleiche Wucht riss ihn aus seinen Gedanken. Die Chefturnerin hatte sich mit maximaler Kraft von der Sprunghilfe gelöst und vollführte ebenfalls eine tadellose Übung. Die Bodenmatte verrutschte zwar ein wenig beim Auftreffen, aber auch ihr Abschluss war untadelig. Die Lycra-umspannten Oberschenkel reflektierten das Licht auf ihren Muskeln beim Rückweg.


    Dieser Pferdsprung war jedoch nur der Anfang des Übungsabschnitts. In der Folge wurde aus dem gespreizten Überspringen ein Handstand-Überschlag. Der gesteigerte Schwierigkeitsgrad nötigte allen große Anstrengung ab, wie unschwer an ihren erhitzten Gesichtern zu sehen war. Die ersten Sprünge waren noch lange nicht perfekt, verbesserten sich aber von Mal zu Mal.


    Er trat näher an die Scheibe und konnte jetzt fast bis zum Startpunkt des Anlaufs schauen. Die Gymnastinnen beratschlagten wohl Möglichkeiten sich noch mehr zu verbessern, denn anstelle zu springen vollführte die kleinste unter ihnen einen Handstand während die anderen bereit waren Hilfestellung zu leisten. Das war jedoch nicht nötig, denn ihre blonde Kollegin stand kerzengerade mit Körperspannung bis in die Zehenspitzen. Die überstreckte Haltung ihrer zierlichen Füße musste er genauer betrachten, also traute er sich noch näher ans Fenster. Die Brünette erläuterte anscheinend ihrer Kollegin am lebenden Beispiel, wie man die nötige Kraft aus der Körperspannung bezieht. Jedenfalls deutete er die Gesten dahingehend.


    Er zuckte zurück.
    Hatte die Rothaarige gerade zu ihm herauf geblickt?
    Seine Neugierde hatte ihn unvorsichtig werden lassen. Da die drei aber unbeeindruckt mit ihrem Training fortfuhren, hatten sie ihn wohl nicht entdeckt. Er musste sich zurückhalten.


    Kurze Zeit später ging die Übung weiter bis sie von allen gut beherrscht wurde. Mittlerweile konzentrierte er sich auf die schwarzen Gymnastikschuhe der in Grün und Violett gewandeten Turnerin. Immer wenn sie nach dem Sprung zurück kahm, ergötzte er sich an den Lichtreflexen auf dem künstlich glänzenden Material. Darüber hinaus war der Kontrast ihres matten Bodies zur hochglänzenden Hose umwerfend. Auch achtete er darauf sich mehr im Hintergrund zu halten, denn gerade die Rothaarige schaute schon wieder auf das Fenster.


    Hinter ihm raschelte etwas. Erschreckt fuhr er herum, konnte aber nichts entdecken. Der Schreck hatte ihn hellwach gemacht. Blick wieder in die Halle - alle noch da. Blick zurück in den Raum - nichts. Vielleicht war er etwas übersensibel, weil er sich der Anstößigkeit seines Handelns bewusst wurde, für das er bei Entdeckung keine akzeptable Erklärung liefern konnte. Neben der Tür erschien jetzt ein schmaler Lichtstreifen. Das war´s. Das Klebeband der Kartonabdeckung über dem Durchbruch hatte sich an der Seite gelöst, durch die er vorhin in den Duschraum spähte.


    Er überlegte sich, ob er jetzt nicht besser gehen sollte, solange sich die Turnerinnen noch in der Halle beschäftigen. Sie waren bereits bei abschließenden Lockerungsübungen angelangt, hauptsächlich Seilspringen. Der blaue Turnboden kontrastierte schön mit ihren Lycrasachen. Schon wieder war er ganz auf die Reflektionen der glatten Kunstfaser fokussiert. So sehr, dass er zunächst gar nicht merkte dass sie nur noch zu zweit waren. Erst als die Teamleiterin zurückkam, fiel es ihm auf. Vielleicht war sie nur austreten.
    Das Trio stand beisammen und unterhielt sich, alle mit dem Rücken zu ihm. Auch die Rückansichten waren appetitlich. Sowohl die geschlossenen Turnanzüge, als auch der rote Body, der rückseitig wie ein Badeanzug offen war, was seiner schlanken Trägerin eine noch jugendlichere Erscheinung verschaffte.


    Jetzt löste sich die Kameradin mit dem kupferfarbenen Haarschopf aus der Gruppe und verschwand ebenfalls aus seinem Blickfeld. Die beiden anderen kramten in ihren Sporttaschen und es sah so aus als sei das Training wohl beendet. Er musste jetzt unbedingt die Gelegenheit zum Gehen ergreifen, war aber immer noch vom Ausblick auf die perfekt in Szene gesetzten Hinterteile in schimmerndem Lycra eingenommen. Er wurde unruhig. Wenn er jetzt den Absprung nicht schaffte, musste er hier warten bis die Mädels fertig waren. Die Lochabdeckung zur Dusche hin hielt auch nicht mehr richtig, was ihm die Sache eher unangenehm machte da er ja keine Intention hatte ihnen nackt nach zu spannen. Zudem würden sie nach dem Verlassen abschließen und er müsste dann erst mal sehen wie er danach aus dem Gebäude kam.


    Vorsichtig öffnete er die Tür, die ihm sogleich aus der Hand gerissen wurde. Ein rötlich umrahmtes, ärgerliches Gesicht blickte den vor Schreck wie gelähmten an. Eine Hand schoss blitzschnell auf seine Brust zu. Dann wurde ihm schwarz vor Augen.




    Kapitel 3


    Ein stechender Schmerz durchflutete seinen Oberkörper und er sackte zusammen. Stimmen ließen ihn wieder zu sich kommen.


    "Da haben wir ja den Spanner!", postulierte eine resolute Stimme. "Wolltest wohl etwas Frischfleisch sehen, wie?"


    Er mochte es noch gar nicht recht glauben. Das hübsche Mädel hatte ihn mit einem Elektroschocker niedergestreckt. Also hatte sie ihn doch bemerkt.
    Mist.
    Hätte er nicht zu lange gewartet, wäre er davongekommen. Jetzt standen die drei um ihn herum und waren verständlicherweise aufgebracht.


    "Es....", begann er zu stammeln, "Es... ist nicht....so, wie es aussieht." Eine billigerer Spruch wollte ihm gerade nicht einfallen.


    "Eine billigere Ausrede fällt dir wohl nicht ein, du Sittenstrolch", faucht ihm die kleine Blonde wie zur Bestätigung entgegen.


    "Nein, bitte", fuhr er fort, "Ihr... versteht das falsch....." Weiter kam er nicht weil ihn das kräftige Mädel packte und auf seine wackligen Beine hochzerrte.


    "So, so", spottete sie, "Es ist also alles ganz anders, wie? Du popelst also nur deshalb die Abdeckung vom Loch, weil du heute Abend die Elektroinstallation fertig machen willst? Ist es das?", herrschte sie den noch immer benommenen an.


    Erneut wollte er zu einer Beschwichtigung ansetzen, als ihm die Rothaarige das Wort abschnitt.
    "Beim Ordnungsamt kriege ich jetzt keinen mehr", erklärte sie mit dem Smartphone beschäftigt ihren Mitstreiterinnen. "Am besten, ich ruf direkt die Polizei an."


    Das nahm jetzt einen echt unangenehmen Verlauf für ihn. Unter Aufbietung aller Kraft riss er sich los und stürmte so gut er konnte durch den Flur in Richtung Ausgang. Die flinke Blonde hastete ihm nach, aber noch hatte er etwas Vorsprung. Der Weg in die Freiheit kam näher. Genauso auch seine Verfolgerin. Aber er würde es schaffen. Zwar knapp, aber es würde reichen.
    Noch ein beherzter Satz.
    Die Türklinke drücken.
    Abgeschlossen!
    Scheiße!


    Die Turnerin hatte ihn im gleichen Moment erreicht. Er hatte ganz vergessen dass sie jetzt den Taser trug, als dieser mit dem charakteristischen blauen Licht aufblitzte. Sie führte ihn jedoch nicht zu seiner Brust. Ihr Ziel lag deutlich tiefer. Mit kalter Mine betätigte sie den Auslöser, aber er schaffte es noch sich ein klein wenig beiseite zu drehen. Es erwischte ihn an der Innenseite seines Oberschenkels. Der Schmerz war noch heftiger als zuvor und strahlte in seinen Schritt aus. Ihm war, als träte jemand aus vollem Lauf zwischen seine Beine. Dann ging er zu Boden wie ein nasser Sack.


    "Für wie blöd hältst du uns eigentlich? Natürlich haben wir vorhin schon abgeschlossen", dozierte die Anführerin.


    Er wollte sich verständlich machen, schaffte es aber nicht. Unter Schmerzen gestikulierte er und versuchte sich wieder aufzuraffen, wurde aber zurückgestoßen. Violette Capri-Leggings ließen sich auf seiner Brust nieder. Die glänzenden Schenkel klammerten sich an ihm fest und Knie fixierten seine Oberarme.
    "Du gehst nirgends hin, du Schwein!"


    Eigentlich konnte derart wehrlos festgepinnt, nur wenige Zentimeter von Lycra umspannter Haut entfernt zu sein ein feuchter Traum seiner schlaflosen Nächte bedeuten. Aber nicht unter diesen Begleitumständen.


    "Bitte", flehte er mit trockenem Mund, "Bitte... keine Polizei... oder so. Ich... kann es erklären. Ich wollte wirklich nicht in die Dusche spannen. Nur... euch beim Training zuschauen. So glaubt mir doch. Ich wusste doch gar nicht, dass dort ein Loch in der Wand ist. Ich mag es doch nur beim Turnen zuzusehen...."
    Die Worte sprudelten geradezu aus ihm heraus, aus Angst sie würden ihn wieder schocken - und diesmal vielleicht ins Ziel treffen.


    "Und selbst wenn", meinte die kräftige die sich zu ihm herab beugte. "Du bist und bleibst ein Spanner, der sich an anderen aufgeilt. Wahrscheinlich hast du dir einen von der Palme gewedelt während du uns zugesehen hast, wie?", fragte sie und betastete ihn ungeniert an der fraglichen Stelle. Hier tat es immer noch weh vom Elektroschock.
    "Er ist trocken", erklärte sie. "Trotzdem. Wir werden dich anzeigen."


    "Nein, bitte nicht", beeilte er sich zu verteidigen. "Ich hab doch nur geguckt weil ihr alle so super ... turnt ... und auch so ... Klasse ausseht."


    Nach dieser Beichte lockerte sich tatsächlich der Schenkeldruck und er bekam wieder mehr Luft.
    "Ich hätte doch auch von der Empore aus zuschauen können, aber ich wollte euch genauer sehen, deshalb war ich in der Trainerkabine."


    "Uns genauer sehen? Was soll das denn bedeuten?", wollte die Blonde wissen.


    Wenn er noch eine Chance haben wollte, musste er ihnen jetzt wohl alles offenbaren.
    "Bitte lasst mich los. Ich versuche auch nicht abzuhauen. Lasst mich einfach erklären und entscheidet dann."


    Erstaunlicherweise ließ der Rotschopf von ihm ab und er konnte sich aufsetzen.


    "Es ist so", begann er seine Beichte, "Ich.... nun ja, ich stehe auf ... Mädels in Turnklamotten."
    Jetzt war es raus.


    "Was soll das heißen? Bist du Fetischist?", kam die verständnislose Frage.


    "Ähhm... ", zögerte er, "... Ja."


    Alle drei brachen in Gelächter aus.
    "Sowas hab´ ich ja noch nie gehört. Turnfetisch? Also nee, ne? Ich glaub´ du willst uns einen Bären aufbinden."


    "Nein", nein", beschwichtigte er. "Mir gefallen halt Gymnastinnen mit ihrer Eleganz und Grazie. Und die eng anliegenden Lycrasachen unterstreichen das noch. Ich habe eure gesamte Truppe bereits bei der Aufführung am letzten Vereinsfest bewundert. Mir geht es wirklich nicht darum jemand nackt unter der Dusche zu sehen."


    Der Gesichtsausdruck der Blonden zeugte von Unglauben. "Das ist doch alles Quatsch", meinte sie. "Wir rufen jetzt die Polizei an und Basta!"


    "Nicht so schnell", bremste sie die Große, "ich möchte mehr erfahren", und an ihn gewandt: "Wenn du so auf Turnen und Gymnastik stehst, wieso turnst du dann nicht selbst?"


    "Nun", begann er kleinlaut, "in der Turnriege ist nicht ein einziger Kerl und irgendwie käme ich mir da komisch vor. Außerdem, was sollten denn meine Fußballkumpels davon denken. Und überhaupt geht es ist ja nicht nur um den Sport, sondern vor allem um die Kleidung aus glänzenden Stoffen. Die sind ja eher für Mädels gemacht."


    Die jungen Frauen traten etwas beiseite und unterhielten angeregt. Anscheinend waren sie sich immer noch nicht einig wie sie weiter mit ihm verfahren sollten, doch die Trainingsleiterin konnte die anderen wohl überzeugen.
    Sie wandte sich an ihn: "Du kannst es dir ´raussuchen. Entweder zeigen wir dich jetzt als Sittenstrolch an, oder du willigst ein auf unsere Weise für dein Verhalten bestraft zu werden. Überlege es dir gut, denn wir werden dich hart rannehmen."


    Obwohl er mächtig Bammel davor hatte was sie mit ihm anstellen könnten, war es doch wohl, wie die Kanzlerin zu bemerken pflegte, "Alternativlos".


    "Wenn ich einwillige, versprecht ihr dass nichts davon herauskommt?", vergewisserte er sich.


    "Du wirst ein Sondertraining bekommen. Wenn du alles mit dem entsprechenden Engagement mitmachst, verpfeifen wir dich nicht", versprachen sie.


    Er nickte.




    Kapitel 4


    Die Rothaarige schob ihn in die Umkleide, wo nicht nur die Wettkampfanzüge der drei lagen, sondern auf einem Kleiderständer sämtliche Kostüme der gesamten Gymnastikgruppe aufgereiht waren.


    "Da du ja so auf Turnanzüge stehst, müssen wir dich entsprechend einkleiden", sagte sie süffisant und zog einen der Grün-schwarzen Bodies heraus und warf ihn in seine Richtung. Dann drückte sie ihm noch ein Paar hautfarbene Gymnastikkappen aus Leder in die Hand und befahl: "Du wirst in fünf Minuten damit in der Halle auftauchen. Nur damit. Nichts anderes, verstanden?"
    "J...Ja", stammelte er in der Gewissheit, dass er sich vollständig auszuziehen hatte.


    Nachdem sie gegangen war, beeilte er sich mit dem entkleiden. Im Adamskostüm stand er da und begann vor Aufregung zu zittern. Er griff sich den glänzend, farbigen Turnanzug. Das Material fühlte sich kalt an, zugleich aber auch weich und anschmiegsam. Alleine vom anfassen spürte er eine Regung in gewissen Körperteilen. Er öffnete den kurzen Rückenreißverschluss und stieg durch die Öffnung hinein. Mächtig eng, dachte er als er das Lycragewand hochzog. Der Kontakt zu seine Männlichkeitsattributen ließ ihn erschauern.
    Unvorstellbar in dieses Ding ´reinzukommen, wenn es bereits jetzt knalleng an seinem Oberkörper anlag. Wie sollte er nur in die langen Ärmel hineinkommen? Er hatte Angst das Teil würde zerreißen und so verrenkte er sich fast die Schulter bis er den Armeinstieg fand. Als er erstmal mit einem Arm drin war ging es leichter. Trotzdem war der Stoff bis aufs äußerste gedehnt.
    Dieser Gymnastikanzug war bestimmt zwei Nummern zu klein für ihn. So sehr er sich anstrengte, es gelang ihm nicht den Rückenreißverschluss zu schließen. Nicht nur aus mangelnder Gelenkigkeit, sondern auch weil der Zipper durch die Dehnung des Trikots nicht in die ersten Zähne rutschen wollte.
    Er gab auf und probierte statt dessen in die Halbschläppchen zu schlüpfen, aber auch diese waren sehr knapp. Mit etwas Anstrengung quetschte er seinen Vorfuß in die lederne Kappe und zog dann die Gummibänder um seine Ferse. So gerne er solche RSG-Kappen anschaute, so unbequem waren sie. Zumindest wenn wie hier die Größe nicht stimmt.


    Teils beschämt über seine gar nicht feminine Gestalt, teils erregt durch das vor allem zwischen seinen Beinen enge Lycra stand er kurze Zeit später auf der sprichwörtlichen Matte. Zögerlich und mit schamhaft gesenktem Blick trat er auf die Gruppe zu. Zumindest diente er damit seinen neuen Ausbilderinnen zur Belustigung.


    "Nun schau sich mal einer das schüchterne Turnmäuschen an", vernahm er den verdienten Spott. "Nicht mal fertig angezogen. Bist wohl zu ungelenkig dafür, wie?


    Selbst hinter ihm stehend musste die Vorturnerin einiges an Kraft aufwenden um seinen Reißverschluss nach oben zu schieben. Als hätte jemand die Luft aus einer Vakuumfolie gesogen, war sein Oberkörper jetzt komplett mit glänzender Kunstfaser umspannt. Unheimlich eng, aber es machte ihn auch unheimlich scharf.


    "Keine Sorge, Turnfetischist. Wir werden dich schon Fit machen. Stimmt´s Mädels?"


    Sie erntete Zustimmung während sie eines der Springseile vom Boden aufhob und in doppelter Lage durch ihre Hand gleiten ließ als müsste sie erst noch überlegen womit sie beginnen sollte.


    "Zuerst wirst du jämmerliche Gestalt mal Haltung annehmen", sagte sie in strengem Ton der ihm schon beim zuhören Respekt abnötigte. Sie trat an ihn heran. "Füße zusammen, Bauch rein, Brust raus, Arme an die Seite, Kinn hoch!"


    Jeder dieser, wie eine Gewehrsalve auf ihn einprasselnden Befehle wurde von einem scharfen Schlag mit dem Sprungseil auf die jeweilige Körperpartie begleitet. Er war sich nicht mehr so sicher die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Hiebe zogen ganz schön, vor allem weil sein Dress hauteng saß. Für weitere Gedanken blieb ihn keine Zeit.


    "Aufwärmen. Los! Runter auf den Boden, ein Liegestütz, dann in die Hocke und Strecksprung!"


    Wieder traf das Sprungseil seinen Hintern und er beeilte sich die Anweisungen zu befolgen.


    "Und weiter", trieb sie ihn immerfort an. "Du wirst doch wohl nicht jetzt schon schlapp machen?"


    Nach gut fünfzehn Wiederholungen kam er ins keuchen und verlangsamte das Tempo.


    "Habe ich was von aufhören gesagt, Schlappschwanz? Wenn du so Fußball spielst ist es kein Wunder dass der Verein Schlusslicht der Tabelle ist. Los, weiter"


    Der Schweiß stand ihm auf der Stirn und lief in seine Augen. Wiederholung um Wiederholung. Von der Anstrengung wurde ihm fast schlecht.
    Endlich hatte seine Trainerin ein Einsehen und ließ ihn pausieren. Er schnaufte wie eine Dampflok.


    Jetzt erst nahm er wahr, dass die kleine Blonde schon die ganze Zeit Aufnahmen mit ihrem Smartphone machte. Auch das noch, dachte er, aber die Gymnastin mit der kupfernen Frisur schob ihn bereits Richtung Hallenwand.


    "Jetzt an die Sprossenwand zum Krafttraining!" Anscheinend übernahm sie den nächsten Part, denn die Große übergab ihr das Springseil.


    "Mit den Armen über dem Kopf hängst du dich mit dem Rücken an die Sprossen."


    Er tat wie geheißen.


    "Jetzt die Knie hochziehen und dann die Beine wieder nach unten hängen lassen."


    Auch das machte er folgsam.


    "Und nun abwechselnd die Knie anziehen und nach dem hängen lassen die Beine gerade bis in die Waagrechte hochheben."


    Das wurde anstrengend und sein Zögern brachte ihm einen Schlag auf die nackten Oberschenkel ein.


    "Beine geschlossen halten und Zehen überstrecken! Los, zeig´ mal etwas Eleganz!"


    Wieder ein Hieb. Diesmal auf seine Fußrücken. Verdammt, tat das weh. Er bemühte sich die Körperspannung zu erhöhen und streckte seine Lederumhüllten Zehen wie eine Ballerina.


    "Schon besser", lobte sie. "Immer daran denken: Nicht nur einfach die Übung ausführen, sondern sie mit der größtmöglichen Grazie ausführen. Das gefällt dir doch so, oder?"


    An diesen Spott musste er sich wohl gewöhnen. Auch diese Übung war sehr kräftezehrend. Seine Hände fanden wegen der feuchter werdenden Innenflächen immer schlechter Halt an den Holmen. Er hatte schon Angst abzurutschen.


    "Und ... Schluss", kam die erlösende Ansage. "Du kannst dich jetzt ausschütteln und wieder locker machen."


    Die Pause hatte er auch dringend nötig. Hoffentlich beließen sie es jetzt dabei. Jedoch steckte das Trio schon wieder die Köpfe zusammen und beratschlagte womit es ihn wohl weiter quälen wollte.
    Die grazile Turnerin, welche die kompromittierenden Aufnahmen von ihm angefertigt hatte trat auf ihn zu.


    "Da wir schon auf der Matte stehen folgt jetzt etwas Bodenturnen. Ich mach´s dir vor. Auch wenn du nicht alles nachmachen kannst, erwarten wir äußerste Anstrengung von dir. Und vor allem etwas mehr Eleganz und Grazie bei der Ausführung."


    Sie begab sich zu einer Ecke des Mattenbodens und streckte sich kerzengerade in die Höhe. ihr rotglänzender Body ging fließend in ihre blauen Stegleggings über. Derweil nahmen ihre Kolleginnen kichernd auf dem Seitpferd Platz um alles besser überblicken zu können.
    Wieselflink spurtete die Blonde über die Diagonale los, schlug mitten im Lauf ein Rad und endete an der gegenüberliegenden Ecke in einem perfekt gestreckten Schluss-Stand.


    Oh, Mist, dachte er. So würde das bei ihm sicher nicht aussehen.
    Er straffte sich wie er es eben gesehen hatte und balancierte auf seinen Zehenspitzen. Der Turnanzug war mittlerweile zu einem Teil seines Körpers geworden und er nahm ihn nur noch an einer bestimmten Stelle störend war. Dort hatte das Trikot einfach zu wenig Stoff und quetschte alles was ihm lieb und teuer war.


    Er trabte an auf der Matte, die federnd nachgab. Immer schneller werdend, bis er sich in der Mitte des Wegs seitlich drehte und über den linken Fuß abrollte. Er bemühte sich seine Arme und Beine wie geheißen auszustrecken, doch so richtig rund war sein Rad nicht. Erstaunlicherweise schaffte er es wieder auf seinen Füßen zu landen. Doch sein Schwung war zu stark und anstelle eines Standsprungs fiel er der Länge nach über die Matte hinaus auf den harten Hallenboden.


    Vom Seitpferd her ertönte sarkastischer Applaus.


    Er raffte sich wieder auf.


    "Nochmal. Und diesmal etwas femininer, wenn ich bitten darf. Etwas mehr Einsatz. Sei das grazile Turnmädel, wie du sie immer so bewunderst."


    Wieder kichern über die spöttische Bemerkung.


    Auf ein Neues. Diesmal in der Gegenrichtung. Vor seinem geistigen Auge sah er die Gymnastinnen und probierte ihre Bewegungen nachzuahmen. Mit weniger sturer Kraft und etwas fließenderen Bewegungen gelang ihm tatsächlich eine annehmbare Ausführung. Er landete punktgenau. Noch einen Hüpfer und er stand in perfekter Streckung.


    Der erneute Applaus war schon wohlwollender und wurde nicht mehr von höhnischem Gelächter begleitet.


    Zum ersten Mal war er richtig stolz auf sich. Er fühlte sich super in dem engen Gymnastikdress und den Kappenschläppchen. Zwar musste er wieder mal den Stoff des Bodys über seinem Hintern gerade richten, aber auch das vollführte er mit Eleganz.


    "Na sieh mal einer an. Du kannst ja, wenn du dich anstrengst", erntete er das verdiente Lob.


    Die beiden anderen Gymnastinnen forderten: "Mehr, mehr!" während sie ihre Beine vom Pferd herunter baumeln ließen. Selbst in dieser, eigentlich entspannten Position saßen sie sehr gerade. Sie hielten immer noch ihre Körperspannung aufrecht und spitzten ihre Zehen, was ihre Schläppchen zum anbeißen machte. Die Lila Glanzhose des Rotschopfs glitzerte an ihren Knien und Schenkeln.


    "Aufgepasst!", holte ihn die Stimme seiner Instruktorin in die Realität zurück. "Eigentlich käme jetzt der Flic-Flac, aber wir wollen es für dich bei einem einzelnen Handstand-Überschlag bewenden lassen."


    Nach kurzem Anlauf wirbelte die klein gewachsene Turnerin drei, vier mal abwechselnd vom Handstand zurück auf die Füße. Der straff sitzende, rote Lycra-Anzug modellierte ihren schlanken Körper dabei zu einem biegsamen Stück Stahl.


    "Das wäre das Endziel", erklärte sie stolz und kaum außer Puste. "Du machst nur einen einzelnen Überschlag in den Stand."


    Schon beim Anlauf merkte er, dass er sich zu sehr von ihrem grazilen Beispiel hatte ablenken lassen. Es fehlte ihm eindeutig an Konzentration und so wurde die Übung zum Desaster. Nicht nur dass er hart auf seinem Allerwertesten landete, die Übung selbst glich mehr einem Purzelbaum.


    "Na das war wohl nichts", folgte der zu erwartende Kommentar. "Gleich nochmal."


    Er riss sich zusammen. Die Eleganz erst mal außen vorlassend, probierte er es mit weniger Anlauf. Das Ende war auch diesmal das Gleiche, aber zumindest war es kein Purzelbaum mehr.


    "Und nochmal!", forderte sie ihn auf. "Das war schon besser."


    Beim dritten Versuch war mit einiger Phantasie ein Handstand-Überschlag zu erkennen. Das wurde aber auch bei den folgenden Wiederholungen kaum besser, bis er total ausgepowert war und sein Kreislauf sich bemerkbar machte.


    "Nur keine Müdigkeit. Du hast erst Pause wenn wir zufrieden sind."


    Durchatmen.
    Jetzt nur nicht schlapp machen. Denen würde er es zeigen.
    Konzentration, und Los!
    Die Landung war zwar etwas breitbeinig, aber das glich er durch einen sauberen Schluss-Stand aus.
    Anscheinend war seine Trainerin zufrieden, denn sie bewilligte ihm eine Pause. Er fiel auf die Knie und schnaufte. Mittlerweile klebte der Turnanzug regelrecht auf seiner Haut. Eigentlich kein schlechtes Gefühl, aber um Erregung daraus zu ziehen war er zu erschöpft.


    Im Augenwinkel nahm er die beiden andern war, die sich vom Pferd runterließen um sich wieder mit ihrer Kollegin zu beraten. Die Große stand mit dem Rücken zu ihm. Und was für ein Rücken. Er strotzte geradezu vor Kraft unter dem schwarzglänzenden Ganzanzug. Die Muskulatur unterstützte bei ihr den femininen Anblick anstelle ihn zu überdecken. Auch das hatte seinen Reiz. Sie ging mit der kleinen Blonden in Richtung der Gerätebuchten. Gleichzeitig kam die betörende Gestalt der Rothaarigen auf ihn zu.


    "Komm mit", forderte sie ihn auf und wies in die andere Ecke der Halle. Dort lagerten verschiedene Bodenmatten. An einem Rollwagen blieb sie stehen und ließ ihn vier der dünnen und zwei der dickeren Matten aufladen. Danach schoben sie gemeinsam den Wagen dorthin, wo die anderen beiden bereits einen höhenverstellbaren Bock aufgebaut hatten.


    "Leg´ die dünnen links und rechts an den Bock. Die dicken hintereinander ans Ende", wies sie ihn an und half den anderen auf der Gegenseite eine Sprunghilfe zu platzieren. Beim Bücken schimmerte ihr verlängerter Rücken als wäre ihr Anzug mit Pailletten bestückt. Ob sein Dress ebenso glänzte wenn er sich bückte?
    Warum überhaupt bauen wir hier einen Bock auf, wenn daneben bereits einer steht?, dachte er, nur eben in der anderen Richtung. Andererseits wollte er es gar nicht so genau wissen. Auf jeden Fall wieder eine weitere Gemeinheit um ihn weiter zu trietzen.


    Die Brünette war anscheinend wieder dran und ihre laute Stimme befahl: "Einen Bocksprung auf dieser Bahn, dann die Wende und das gleiche wieder auf der anderen Bahn hierher zurück. Wir haben die Böcke absichtlich niedriger eingestellt, denn du sollst Eleganz mit Kraft verbinden. Du wirst sauber abspringen, in der Luft den Körper gerade halten und die Fußspitzen so weit überstrecken bis sie eine Linie mit deinem Spagat bilden!"


    Spagat? fragte er sich, das schaff´ ich ja sowieso nicht. Und überhaupt, was heißt hier niedrig eingestellt? Die Dinger waren fast auf Augenhöhe.
    Aber seine Instruktorin nahm bereits Anlauf zur Demonstration.
    Der Hallenboden bebte, so wuchtig stieß sie sich auf der Sprunghilfe ab. Ihr Körper flog höher durch die Luft als nötig, mit den Beinen fast im waagrechten Spagat. Schon alleine der Anblick ließ seine Leistengegend schmerzen. Ihre Wettkampfschläppchen bildeten in perfektem Bogen die Endpunkte der Beine. Sie landete und zeigte einen sauberen Strecksprung, dann lief sie weiter, drehte sich um und vollführte das Selbe noch mal wieder auf ihn zu. Das alles schien ihr so einfach von der Hand zu gehen, dass sie es noch schaffte dabei zu Lächeln.


    "Brauchst du eine Sondereinladung?", herrschte sie ihn an als er sich nicht sofort nach ihrer Ankunft in Bewegung setzte.


    Er erschrak regelrecht und stotterte: "W...Wie...Wie oft?"


    "Wie oft?", äffte sie ihn nach. "Wie oft? So oft bis wir dir sagen dass du aufhören kannst, oder bis du Leber und Lunge kotzt, je nachdem was als Erstes eintritt. Und jetzt Marsch!"


    Er beeilte sich dem nachzukommen und konnte dabei das fiese Trio hinter sich kichern hören.


    Die ersten beiden Durchläufe waren wohl zum eingewöhnen, denn er erhielt keine verhöhnenden Kommentare obwohl er alles andere als Elegant hauptsächlich mit dem Überwinden der Hindernisse beschäftigt war. Zudem rutschte der Lycrastoff des Turnanzugs immer wieder in seine Ritze, und eigentlich war es kein Stringbody.


    "So, und ab jetzt mit etwas mehr Grazie. Die Beine kräftig in die Höhe."


    Er musste unwillkürlich an ein uraltes Rockvideo aus den 80ern denken. "... might as well Jump!... ", klang es in seinen Ohren. Überraschenderweise half das ihn anzuspornen, denn nach und nach konnte er die Beine immer weiter spreizen.
    Die folgenden Runden liefen mechanisch ab. Springen. Beine breit. Landung. Strecksprung. Laufen. Und noch mal von vorn.


    "Und nicht vergessen die Füße zu strecken!"
    "Körperspannung!"
    "Und das Lächeln nicht vergessen, wenn´s auch weh tut."


    Worauf sollte er denn noch alles achten? Er spürte sich selbst gar nicht mehr, befürchtete zu ersticken wenn er noch lange so weiter machen musste. Doch sie trieb ihn unbarmherzig an.
    Mit der Zeit gelangte er an den Punkt, an dem ihm alles Egal schien. sollten sie doch seine Kronjuwelen mit dem Elektroschocker rösten. Er jedenfalls konnte nicht mehr. Seine RSG-Kappen glitten auf dem Sprungbrett aus und er rutschte seitlich über den Bock.


    Er blickte empor auf Säulen aus schimmerndem Lycrastoff. Ist das der Himmel?, fragte er sich als er wieder klar sehen konnte. Doch es waren lediglich die drei Gymnastinnen, die um seinen Kopf standen und auf ihn herab blickten.


    "War doch gar nicht so schlecht", kommentierte die kräftige Brünette. "So langsam bekommst du wohl einen Eindruck davon was es heißt graziös Höchstleistungen zu bringen."


    Er nickte verlegen. Nach diesem Beinahe-Unfall würden sie nun endlich von ihm ablassen. Langsam rappelte er sich auf. Es fühlte sich nichts gebrochen an, außer vielleicht sein Stolz.
    Wie oft hatte er sich in seinen feuchten Träumen so etwas ausgemalt? Umringt von Turnmädels mit den verschiedensten Gymnastikanzügen die er sich vorstellen konnte. Glitzernde Farben auf wohlgeformten Körpern. Gymnastikschläppchen an den Füßen.
    Doch die Realität hier war für ihn mehr als unangenehm. Er wurde Erniedrigt und ausgelaugt.
    Alles aus Unverständnis dafür, dass er nichts abartiges im Schild führte.


    Er musste seinen Wettkampfanzug an der prominentesten Stelle zurechtrücken. Der knappe Stoff verselbständigte sich immer wieder. In den schmalen, ledernen Gymnastikkappen schmerzten seine Zehen, aber so langsam wurde er wieder Fit.


    "Na, bereit zur finalen Aufgabe?" Diese niederschmetternde Frage stammte von der Turnerin mit dem kupfernen Haupthaar.


    "Können wir´s nicht jetzt gut sein lassen?", wehrte er ab. "Ihr hattet doch euren Spaß. ich hab´s ja jetzt kapiert, dass mein Verhalten nicht in Ordnung war. Aber nochmal: Es war keine böse Absicht."


    "Nun hör sich einer diesen Jammerlappen an. Kaum mal ins Training reingeschnuppert, gibt er sich schon geläutert", spottete die zierliche. "Nein, nein mein Lieber. Du wirst brav bis zu Ende turnen, wenn du nicht willst dass alle Welt hiervon erfährt." Bei dieser Ansage hielt sie demonstrativ das Smartphone hoch, das ihn in seiner erniedrigenden Lage dokumentiert hatte.


    Niedergeschlagen fügt er sich. Das Trio ging voran und mit schleppendem Schritt folgte er ihnen zum Schwebebalken.


    "Das ist die Königinnen-Disziplin. Wenn du dich auch hier anstrengst, ist deine Strafe für Heute verbüßt."


    Was hieß hier "Für Heute"?, fragte er sich als die Rothaarige auch schon demonstrierte wie man möglichst elegant auf das Gerät hinaufschwingt. Zum Glück zählte Balancegefühl zu seinen Stärken, wodurch er sich mehr auf die ohnehin fordernden Übungen konzentrieren konnte. Er biss die Zähne zusammen. Das würde er auch noch schaffen. Auch diese Akrobatischen Übungen fanden schier kein Ende, bis........







    Gegenwart


    ... er da lag. Rücklings auf der Schutzmatte neben dem Schwebebalken. In einem Mädchen-Turnanzug der ihm viel zu klein war. Mit Mädchenschläppchen an den Füßen. Unfähig sich zu bewegen.


    "Scheiße", zischte jemand außerhalb seines Blickfelds. "Jetzt haben wir ihn kaputtgemacht!"


    "Quatsch", antwortete eine kräftigere Stimme. Dann stand sie über ihm. In einen figurgenauen schwarzen Ganzanzug mit Radlerbeinen gehüllt.
    "Bewege deine Kopf", wies sie ihn an.


    Es funktionierte. Langsam, von einer Seite zur anderen.


    "Spürst du das?", fragte sie während sie seine rechten Arm mit ihrem Fuß anstupste.


    "Ja."


    Auf seiner anderen Seite glitt ein schwarz glänzendes Gymnastikschläppchen an seinem linken Bein herunter. Es gehörte zu einer rothaarigen Schönheit für deren Körper Lycra wohl erfunden wurde.


    "Kannst du das fühlen?"


    Er fühlte es, und war sofort erleichtert.


    "Seht ihr", sprach die Brünette zu den anderen, "Er hat nur einen kleinen Schock. Der ist gleich wieder auf dem Damm."


    Im sitzen fühlte er dass der Lycrastoff seines Turnanzugs sich wieder ganz in seine Schritt gezogen hatte. Er stand vorsichtig auf und rückte alles wieder zurecht. Das glänzende, grün - schwarze Dress roch nach Schweiß und war durch und durch nass. Ganz im Gegenteil zu seinem Mund.


    "Hier, trink was."


    Eine Hand reichte ihm eine halbvolle Wasserflasche. Die großen mit anderthalb Liter. Ohne abzusetzen trank er sie leer bis nur noch Luft nachströmte. Für einen kurzen Moment war ihm übel, was aber gleich darauf wieder verflog als sich sein Kreislauf wieder einregulierte.


    "Ich muss zugeben", sagte die kräftigere der drei, "Ich hatte nicht damit gerechnet dass du so gut durchhältst. Wir alle nicht."
    Zustimmendes Nicken der umstehenden.
    "Du bist Zäh! Abartig und pervers, klar, aber auch verdammt zäh! Und nicht mal ungeschickt. So einen können wir gut gebrauchen."


    "Wie jetzt?", entfuhr es ihm überrascht.


    "Hast du schon mal daran gedacht in die Turnriege zu wechseln? Natürlich müssten wir dich kastrieren, damit du keinen Unfug anstellst." Alle drei Gymnastinnen lachten lauthals.
    Etwas ernster fuhr sie fort: "Mit deiner Einsatzfähigkeit könntest du innerhalb eines halben Jahres auf gutem Niveau sein. Und wir hätte einen männlichen Kollegen für kraftbetonte Parts."


    "Niemals! Nicht nachdem was ihr Heute mit mir angestellt habt."


    Ihr Blick bekam wieder das fiese Funkeln eines Psychopaten, wie man es oft in Filmen sah.
    "Du vergisst, dass du ein überführter Spanner bist, mein Turnmäuschen. Ich mach´ dir einen Vorschlag: Wir drei gehen jetzt unter die Dusche und dann nach Hause, während du alles außer dem Schwebebalken und dem Seitpferd ordentlich wegräumst."


    Er wollte protestieren, aber sie fuhr unbeeindruckt mit ihrer Ansprache fort: "Den Gymnastikanzug bringst du nächsten Freitag gewaschen zusammen mit den Kappen wieder zurück."


    "Handwäsche natürlich", rief der Rotschopf, während die Mädels sich anschickten die Halle zu verlassen.


    "Machst du das nicht", rief die zierliche Blonde, "Kannst du dir ja vorstellen was passiert", und wedelte mit dem Smartphone in der Hand.



    Ein schöner Schlamassel in den sein Fetisch ihn hinein manövriert hatte.
    Alleine auf dem Mattenstapel sitzend, dachte er über die Zukunft nach.
    Zwischen seine Beinen begehrte etwas festes pochend gegen die glatte, feuchte Kunstfaser des Turnanzugs.

  • Ein Spanner.
    Erwischt.
    Gefangen.
    Knallhart.
    Erbarmungslos.
    Sie haben ihn in der Hand.
    So kann es kommen.
    Und dann zum Schluss das Angebot. Soll er annehmen? Wie geht's weiter?


    Schön, dass du den "Voyeur" noch mal veröffentlicht hast.
    Eine echt spannende Geschichte... doppelt spannend, denn sein Turnanzug ist ja zwei Nummern zu klein.

  • Danke Desi.


    Wie geht es weiter? Die Antwort darauf kennen die langjährigen Mitglieder bereits.
    Den neuen Lesern kann ich nur sagen: Aus der kurzen Geschichte wurde eine umfangreiche Fortsetzung.
    (Demnächst in diesem Forum).

  • Wer hat sich noch nie dabei erwischt den Damen verträumt beim Sport zu zuschauen. Blöd ist es wenn man der einzige ist und was sagt man den Damen wenn diese einen dabei ertappen... ?
    Gut Lycwolf du hast uns sehr anschaulich geschildert was eine Option wäre. Oder vielleicht eher der Wunschtraum. Wer weiß es schon.


    Da ich die Geschichte sowieso viel zu kurz fand, habe ich mich umso mehr gefreut in den Sammelbänden eine Fortsetzung gefunden zu haben und ich glaube, da die Geschichten ja schon mal veröffentlicht worden sind, nicht zu viel zu verraten das die Geschichte den ersten Teil um längen ;) schlägt.


    Ich oute mich hiermit offiziell als Lycwolf Fan. Danke!


    Gruß Rockfire

  • Danke Rockfire, ich fühle mich geschmeichelt.
    Ich hoffe, dass ich bald auch wieder etwas gänzlich Neues anbieten kann.
    Und was die Fortsetzung betrifft, auch sie wird wieder veröffentlicht. (in mehreren, aber längeren Portionen als damals).