Geschichtliche Entwicklung des Gymnastikanzugs in der RSG.

  • Ich habe heute einen Artikel (auf Englisch) gefunden, der die Entwicklung des Gymnastikanzugs in der Rhythmischen Sportgymnastik beleuchtet.

    Hier meine grobe Zusammenfassung und Übersetzung.


    Die Akteure kamen anfangs zumeist aus den Ostblockstaaten und ein Jahrzehnt nach Ende des 2. Weltkrieges waren die sozialistischen Staaten in Sachen Gymnastikanzug noch lange nicht soweit wie heute. Es waren eher Badeanzüge, zumeist aus Baumwolle mit schlechter Passform, die sich nach dem Waschen noch verschlechterte.

    Glänzende Turnanzüge waren untersagt. Einfarbigkeit lange vorgeschrieben. Gemusterte Gymnastikanzüge konnten Punktabzüge mit sich bringen.


    In den 70er Jahren wurden die Anzüge körperbetonter, und etwas Transparenz wurde zugelassen, was bei vielen Zuschauern, darunter viele Männer, Begeisterung weckte.


    In den 80ern wurden die Gymnastikanzüge glänzender. Die Geräte (Band, Keule, Ball, Reifen) harmonierten farblich mit den Anzügen.


    In den 90ern wurden Unitards, Ganzanzüge zur RSG zugelassen (Olympische Spiele 96 in Atlanta). Sie betonten die Körperlinien der Gymnastinnen.

    Es wurden mehr Muster zugelassen.

    Die etwas "fülligeren" Athletinnen griffen lieber zum Gymnastikanzug, da der Unitard die zusätzlichen Kilos deutlicher machte.


    Ab 2001 wurden offiziell Röckchen zugelassen, initiiert von der russischen Funktionärin und Vizepräsidentin der FIG, Irina Viner.

    Röckchen wurden nachgesagt, ein paar Kilos zu kaschieren. Wobei - was soll ein Minirock kaschieren...


    Die Anzüge näherten sich denen des Eiskunstlaufens an, mit ihren reichlich verwendeten Glitzerkristallen

    Aber große Röckchen und weite Ärmel schränken die Bewegungsfreiheit ein. So wurde von solchen Anzügen Abstand genommen.


    Nichtsdestotrotz wurden in den Anzügen weiterhin Hingucker eingebaut, an denen das Auge des Betrachters hängen bleiben soll.


    Aber es gilt nach wie vor:

    Ein auch noch so raffinierter Gymnastikanzug mit Kristallsteinchen, Strass und herausragenden Mustern und Schnitten macht eine schlechte Leistung der Person, die ihn trägt, nicht wett.




    Quelle (englisch):

    https://rg-leotard.com/blog/gy…ythmic_gymnastics_leotard

  • Gerade das weibliche Kunstturnen und noch mehr die RSG zieht wohl das Gros der männlichen Zuschauer aus der eleganten und nicht gerade unerotischen Präsentation der Akteurinnen.

    Fließende, elegante Bewegungen gepaart mit großer Körperbeherrschung wirken schon sehr anziehend. Eigentlich kann man dem allem auch einen sexistischen Blick vorwerfen, da die Mädels häufig auf gutes Aussehen reduziert werden.


    Generell bin ich gegen das kaschieren "einiger Kilos". Es wird Zeit dass der Magerwahn in diesen Sportarten aufhört. Und sind wir mal ehrlich: das, was einige als "zu viel" Gewicht ansehen, reicht noch lange nicht aus für eine attraktive weibliche Erscheinung.

  • Ich finde auch Models oder Sportlerinnen, die wie wandelnde Vogelscheuschen daherkommen, weniger attraktiv als "normale", die auch mal gerne ein paar Kilo mehr auf den Rippen haben können. Das andere Extrem, so in Richtung BBW, ist dann für meinen Geschmack wieder nicht so attraktiv. Trotzdem bewundere ich jede/jeden davon, der Lycra trägt, trotz aller Kritik und gehässigen Sprüche von anderen.


    Was das eigentliche Thema der Gymnastikanzüge angeht, fällt mir noch was ein. Das betrifft jetzt nicht RSG sondern eher "Turnen", da gab es doch so geringelte Anzüge (aus B******e), ich schätze mal so gegen Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich glaube auch nur für Männer - vermutlich da es zu dieser Zeit gesellschaftlich noch nicht üblich war, dass Frauen Sport trieben. Wenn auch noch nicht aus unserem geliebten Stoff, so hatten diese Anzüge doch zumindest schon einige elementare Eigenschaften, etwa Bewegungsfreiheit. Heute sieht man so etwas ähnliches schon mal als Kostüme, oftmals in Verbindung mit Schaumstoff-Hanteln (diese altmodischen mit Kugeln an den Enden).