Athleisure

  • Das sind doch mal schöne Aussichten. Glaubt man dem Artikel in der Welt , dann werden die Sportklamotten für den Alltag (Athleisure genannt) sich immer mehr verbreiten. Zusammenfassendes Zitat:


    "Bei Leggings und Sweatshirts wird das genauso sein, in eineinhalb Jahren wird das Straßenbild davon geprägt sein, in allen Altersgruppen. So, wie das jetzt schon in London und Los Angeles ist.“ Vielleicht freundet man sich also doch schon mal besser an mit dem Gedanken, künftig hauptsächlich Stretch-Klamotten zu tragen."



    Hier steht zwar nichts speziell zur Männermode, aber warum sollte man sich diesem Trend als Mann verschließen? ;)

  • Genau das ist seit einigen Jahren mein Style, der sich aus dem Spaß Lycra im Alltag zu tragen für mich entwickelt hat.

    Allerdings bevorzuge ich nicht die in den Medien für Männer empfohlenen Styles mit den schlabbernden Jogginghosen, sondern mehr die den Damen zugedachten Tends mit Leggings.

    Wie auch immer sich die Mode für die, denen das wichtig ist ändert, Hauptsache wir kommen von dem Jeans-Einheitslook weg, der noch weltweit überall herrscht.

    Ich trag sowiso das, womit ich mich wohl fühle und was mir gefällt, egal ob nun alle im Athleisure rum rennen oder nicht.


    Gruß Wolpertinger

  • Ich halte von diesen Trends nichts, weil ich mir ungern von der Modeindustrie diktieren lasse, was Mann oder Frau zu tragen hat. Die meisten Menschen fallen aber anscheinend immer wieder auf die Tricks der Modeindustrie herein, eifern diesen Trends hinterher und geben Unsummen von Geld dafür aus.


    Wenn z.B. Adidas oder Nike eine Sportleggings für vollkommen überteuerte 60 Euro verkauft, aber in Billiglohnländern für einen Bruchteil dessen herstellen lässt (die Arbeiter verdienen daran oft nur wenige Cent), dann ist das für mich vor allem Ausbeutung der produzierenden Arbeiter, Betrug an den Käufern und massive Bereicherung der Megakonzerne, die immer mächtiger werden. So etwas unterstütze ich nicht. Dazu ist der Lycrastoff nicht mehr derselbe wie in den 80ern und 90ern.


    Eine Utopie: Wenn alle Menschen auf der Welt jeden Tag und überall öffentlich und privat Lycra tragen würden, wäre Lycra nichts Besonderes mehr. Dann würde für mich der Reiz verloren gehen. Lycra hat für mich immer etwas Verbotenes, Geheimnisvolles ausgemacht.


    Ich würde mir eher wünschen, dass die farbenfrohe Aerobic- und Fitnesszeit der 80er und 90er Jahre wiederauferstehen würde, was aber nicht passieren wird. Die meisten Menschen bevorzugen größtenteils schwarze und dunkle unauffällige Farben. Wenn man farbenfrohe Kleidung trägt gilt immer als exotisch und sonderbar. Menschen, die nicht mehr unterscheidbar und in der Masse als grauer Einheitsbrei erscheinen, sind bedauernswert, da sie nur noch wenig Individualität zeigen und sich ihr Leben von Medien, Megakonzernen und Trends vorschreiben lassen. Dass überall auf der Welt Jeans getragen werden, hat für mich auch sehr stark zur Uni- und Konformität beigetragen, nämlich dass alle Menschen gleich werden.

  • Ich kann beiden Meinungen, von Niki und Wolli, etwas abgewinnen. Grundsätzlich stört mich auch die Dominanz einiger weniger Großkonzerne, die im Prinzip bestimmen, was grade aktuell zu sein hat, und was nicht. Besonders allerdings dann, wenn diese Unternehmen verkünden, dass eng und strechig eben nicht mehr "in" ist. Und die Wucherpreise sind sind natürlich auch für uns Endverbraucher sehr lästig. Aber, es waren ja auch genau diese Konzerne, die in den 80er und frühen 90er Jahren die "klassische" Lycramode hervorgebracht haben. Die preisgünstigeren Produkte, die man kurz darauf auch bekam, beispielsweise beim Discounter der Gebrüder Albrecht, waren schließlich nur die zweite Welle, die die Produkte zwar in wesentlich größeren Stückzahlen unters Volk brachte, aber doch nur als Reaktion auf den herrschenden Modetrend entstanden ist.


    Insofern hat mich der Artikel durchaus freudig gestimmt, denn besser die Leute laufen in Funktionsleggings, Laufhosen oder Ähnlichem rum, als in Kleidern, Latzhosen oder diesen Haremshosen, die seit einiger Zeit auch in Mode sind.

    In der Öffentlichkeit sind mir auch schon diese Leggings, wenn ich denn Lycra im weitesten Sinne als Alltagskleidung gesehen habe, mit Abstand am häufigsten aufgefallen. Besonders Mädels und jüngere Frauen habe ich darin gesehen. Teilweise in der Bahn, wenn die Personen zur Schule oder Uni fuhren, oder auch in der Stadt beim Shoppen etc. Das Positive, das ich darin sehe, ist, dass Leggings von den Trägerinnen als etwas ganz normales, als sportliche und bequeme Hose betrachtet werden, und nicht wie noch vor wenigen Jahren die ausgefallenen Leggings von black milk, die bevorzugt zum Ausgehen oder eventuell noch beim Sport getragen wurden.


    Traumhaft wäre in der Tat ein echtes massenhaftes Comeback der klassischen 80/20er Kleidung - idealerweise noch in ähnlichen bunten Farben und Mustern wie damals. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt ...