Nereida Drei Staffel zwei

  • So, dann wollen wir mal. Hier kommt eine Geschichte, die mich schon ein wenig länger beschäftigt. Der Schreibprozess daran begann am 14. Oktober 2018.

    Viel Spaß mit meiner Geschichte :-)

    Gruß
    Desi


    P.S.: Es gibt auch hier ein Inhaltsverzeichnis. Es steckt hinter dem Spoiler.


  • Prolog 1: Der große Moment

    Der große Moment war gekommen. Endlich! Auf den ich schon seit Monaten hin gefiebert hatte.
    Ich hörte den Geistlichen feierlich verkünden: "Hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau."

    Nach dem Aufsetzen der Eheringe und der Erklärung des Geistlichen drehte sich rechts von mir meine frisch Angetraute in ihrer ganzen Schönheit zu mir hin. Ihr Gesicht hinter dem weißen durchsichtigen Schleier lächelte mich an, sie spitzte ihre roten Lippen, die sich den meinen näherten. Ich schob ihren Schleier beiseite, spürte ihre Lippen deutlich, als sie meine umschlossen. So muss sich der Himmel anfühlen, dachte ich. Ein tiefer Friede überkam mich, eine ungekannte Leichtigkeit. Mir war, als drehte sich alles. Sphären schienen sich zu ändern. Irgendwie war nun alles anders.

    Wir lösten den Kuss, strahlten einander an. Sie war so glücklich, ich war es auch!
    Meine Lisa sah bezaubernd aus in ihrem weißen Spitzenbody, den sie über einer modisch gemusterten ebenfalls weißen Strumpfhose trug. Ihre Füße steckten in Ballerinas. Ganz in Weiß, dachte ich.
    Aber wo war ihr Hochzeitskleid, das sie vor fünf Minuten noch trug?

    Ein paar Frauen von der Freizeitturngruppe TuFiTa, in der Lisa und ich Mitglieder waren, formierten sich neben dem Altar. Sie begannen, ein Lied zu singen, das Lisa und ich uns gewünscht hatten. So schön, so gut. Aber als ich sie genauer anblickte, wurde mir gewahr, dass alle nur mit rot-weißen Turnanzügen, Glanzstrumpfhosen in Hautfarbe und schwarzen Ghillies bekleidet waren! Keine Spur von hellroten Kleidern, wie es mir noch heimlich zugetragen wurde.
    Von unserer Turngruppenleiterin Beata dirigiert, intonierten sie beschwingt das Lied "Ganz in Weiß" eines in früheren Zeiten populären Schlagersängers aus dem Jahre 1966 namens König Schwarz oder so ähnlich, aber in einer erheblich peppigeren Version!

    Nachdem im Liedtext vom "Hand reichen" die Rede war, hieß der Geistliche uns aufstehen und ließ uns einander die Hände reichen. Er trug nun zu meiner Verblüffung einen schneeweißen Zentai mit Gesichtsöffnung! Auf einmal erkannte ich ihn, es war Ursibo von R-Wi! Das, was von seiner vorherigen Amtskleidung übrig blieb, war seine reich bestickte und verzierte Stola, die über seinen Schultern lose herab hing.

    Lisas Trauzeugin Nereida und mein Trauzeuge Bernd, die neben uns saßen, standen auf, tänzelten erst ein wenig, bis sie dann nach dem zweiten Mal "Hand reichen" einen kleinen Tanz extra für uns darboten, unterstützt von der TuFiTa. Auch die beiden trugen lediglich einen langärmeligen Turnanzug mit Leggings und Schläppchen!
    Nereidas Anzug war gelb, mit drei roten Streifen an den Seiten, und Bernds Anzug grün-blau gemustert. Die Leggings der beiden passten farblich zu den Anzügen.
    Nereida trug eine hübsche gelb-rote Schleife in ihren Haaren, lächelte bezaubernd, gab uns ein Zeichen.

    Angesteckt von der Fröhlichkeit Nereidas erhob sich die ganze Festgemeinde.
    Als ich mich umdrehte und in die tänzelnde Menge blickte, sah ich die Verwandten, Freunde, Bekannten und Arbeitskollegen genauso in hautenger Kleidung tänzeln. Sogar meine Mutter Vera und Lisas Eltern Regina und Leo, alle weit über 60, trugen Bodys und Strumpfhosen. Ich war verblüfft! Saßen sie vorher doch alle in gesetzter feierlicher Kleidung da!

    Die Glocken begannen zu läuten. Ursibo ging voran, Lisa und ich folgten ihm leichtfüßig tänzelnd den Mittelgang entlang, hinter uns die Trauzeugen, die singende TuFiTa und alle Besucher.

    Draußen auf der großen Freitreppe hieß uns Ursibo der Geistliche anhalten, die Anwesenden scharten sich um uns. Mein Arbeitskollege Paul im blauen Zentai mit Gesichtsöffnung baute sich vor uns auf, einen professionellen Fotoapparat auf einem Stativ vor ihm stehend, und lichtete die ganze Hochzeitsgesellschaft ab.

    Großer Jubel erhob sich, alle riefen: "Sie leben hoch, sie leben hoch! Lisa! Ingo! Lisa! Ingo! ..."

    Olaf, ein weiterer Arbeitskollege, ebenfalls im blauen Zentai, stellte einen großen Spiegel auf. Das erste, was ich darin sah, war meine Schwägerin Xenia in ihrem knallroten hochglänzenden Ganzanzug, die schräg hinter mir stand, mir eine Grimasse schnitt und lachte. Neben ihr stand Silvia in ihrem typischen altbekannten grünen Samtturnanzug, die auch lachte und sich wie Xenia über mich lustig machte.


    Dann erkannte ich endlich mich, bekleidet mit nur einem schwarz-rot-gemusterten Body über der violetten Leggings, die ich einst auf einem Flohmarkt bekam. Wo war denn mein Anzug... also mein Hochzeitsanzug? Was war denn das überhaupt für eine Trauungszeremonie? Was war hier eigentlich passiert?

    Die Anwesenden riefen weiterhin fröhlich:
    "Ingo! Ingo!"

    Moment. Das klang nicht nach einer Vielzahl von Leuten. Das war nur eine Stimme.
    Ich drehte mich um.
    Da bemerkte ich, dass ich in meinem Bett lag, und wer da gerufen hatte, war meine Schwester Gunda!

    "Ingo, steh auf, sonst kommst du zu spät! Der große Tag ist da!" rief sie.

    Ich musste erst mal richtig wach werden. Es war nur ein Traum!



    Zu Prolog 2

  • "Ganz in Weiß" von "König Schwarz" - ich komme grad aus dem kichern nicht mehr raus.... (muss gerade an den friesischen Blödelbarden und sein English for runnaways denken: "This is Roy Black - Das ist der König der Neger")

    Ein tolles Nereida-Spin-Off. Sehr wünschenswert, eine Hochzeit in Lycra und zusammen mit Gleichgesinnten.

    Zwar war es nur ein Traum, aber bestimmt nur ein vorauseilender, denn nach dem Aufwecken hieß es ja "Der große Tag ist da".

    Auf jeden Fall wünsche ich den hoffentlich mittlerweile tatsächlich frisch vermählten alles Gute - oder wie es hieß: "Alles klar? - TuFiTa!"

  • Sehr schön geschrieben Desi. Deine Geschichte erinnert mich sehr an meine gerade geschriebene Kurzgeschichte "Der Junggesellen-Abschied", bei der die Abschieds-Party am Tag vor der Hochzeit nur ein Traum war und es deshalb keine Hochzeit gab.

  • Da machst du mich jetzt neugierig darauf, was uns wohl in diesem Jahr galaktisches bevorsteht.

    Allerdings kann ich nicht ergründen, ob das zugegeben interessant gemachte Ornament etwas bestimmtes darstellen soll, oder eher eine Stimmung oder etwas Unbekanntes ausdrückt.

  • Lieber lycwolf,

    das Ornament, wie du es nennst, ist nichts anderes als das durch einen künstlerischen Bildbearbeitungsfilter gejagtes oberes Drittel des Gesichts der Geliebten von Oksana... etwas, was eine galaktische Zukunft verspricht, vielleicht verstehst du es jetzt.


    Es wird langsam glaube ich Zeit, die Mieze aus dem Beutel zu lassen...

  • So, dann wollen wir mal. So begann ich auch schon am 17.3.19.

    Zum 9.9.2018 endete mit Kapitel 111 meine Turnfeegeschichte.
    Nereida verabschiedete sich aus meinem alltäglichen Gedanken.
    Ich fuhr in den Urlaub, erfreute mich Mitte September 2018 am Pfälzer Wald und dem Wein.

    Drei Wochen nach Urlaubsende hatte sie mich wieder im Griff.
    Ich schrieb den "Großen Moment".
    Auch folgte "Nereidas Weihnachtsgeschichte" im Dezember 2018, ein zusammenhangloser Farbtupfer aus der Welt der Turnfee.

    Unbemerkt von euch sammelten sich bei mir ab Mitte Oktober 2018 ein paar einzelne Ideen. Sie summierten sich.
    Zusammenhänge formten sich. Höhen und Tiefen entstanden.
    Neues vermengte sich mit Altbekannten.
    Ich schrieb und schrieb. Für mich. Wenn ich schreibe, dann eigentlich immer nur für mich.

    Dann dachte ich daran, dass auch andere außer mir daran Interesse haben könnten.

    Würdet ihr nicht auch gerne wissen, was in Dornbirn noch passierte, und danach? Welchen Effekt der Auftritt der TuFiTa auf die Menschheit hatte, und umgekehrt?

    Euch kann geholfen werden.
    Lange Rede, kurzer Sinn - Kap. 111 war nicht der Abschluss von Nereida.

    Hier der Kern meiner Ankündigung:
    Die galaktische Turnfee Nereida und ihre Schwester Beata kehren zurück. Sie tanzen wieder.

    Demnächst hier in diesem Forum. In diesem Thema... welches sehr bald eine Umbenennung erfährt.

    Gruß
    Desi

    :-)


    P.S.:
    Ihr braucht (theoretisch) die 111 Kapitel nicht zu lesen, um hier einsteigen zu können. Allerdings versäumt ihr einiges.

  • Böser Desi!

    Nicht weil die Turnfee fortgesetzt wird. Nicht weil du neue Ideen mit uns teilen wirst.

    Und schon gar nicht wegen des Wiedersehens mit Nereida und der TuFiTa.

    Aber dass du in der Pfalz warst ohne mir davon Bescheid zu geben, trage ich dir nach:P

  • Prolog 2: Rückblick und Überleitung

    Aus Ingos Sicht.


    Aber wie kam das alles? Was war überhaupt bis jetzt geschehen?

    Ich dachte an vergangene Zeiten zurück.

    Da war das grandiose Turnfest Gymnaestrada in Dornbirn, wo unsere Turn-, Fitness- und Tanzgruppe TuFiTa zu fünfzehnt in Turnanzügen und Leggings auftrat und den Zuschauern im Stadion und denen an den Fernsehern und Monitoren weltweit den Kopf verdrehte.
    Schuld daran war der sogenannte UV-Tanz, die Ultimative Vereinnahmung, den die R-Wi-i, die geheimnisvollen Besucher von R-Wi, einem Planeten in einer fernen Galaxie, zusammen mit der TuFiTa aufführten, um uns Erdenbewohner auf den Weg zur Harmonie zu bringen.
    Angeführt wurden sie von Altidantsa Sweliana, der Präsidentin von R-Wi, die das Ganze zur Chefsache erklärt hatte.

    Im Vorfeld hatte Nereida Drei, die lebenslustige Turn- und Tanzfee vom Planeten R-Wi, der Erde mehrmals einen Besuch abgestattet, jedes Mal in unsere kleine Stadt Obertupfingen. Beim jüngsten Mal war sie auf der Suche nach ihrer Schwester Tinaxana Beata, die von ihr unerkannt als Tabea Drey auf der Erde lebte und die die TuFiTa leitete. Durch glückliche Fügungen, auch von mir eingeleitet, konnten die beiden Schwestern nach 24 langen Jahren des Getrenntseins einander wieder in die Arme schließen.
    Die Turnfee blieb auf der Erde leben, wohnte bei der Balletttänzerin Oksana, mit der sie Freundschaft schloss und die beiden verliebten sich ineinander.

    Nereida Drei hatte durch ihre liebenswerte, hilfsbereite und gelegentlich naive Art und ihren besonderen Fähigkeiten unser Leben aufgemischt. Ihr Leben drehte sich fast nur um den Tanz. Und sie war ein Fan von eng anliegender Kleidung, welche auf ihrem Planeten zur Standardkleidung gehörte.

    Ihr besonderes Geschenk an die Erdenbewohner, die sie riefen und die mit ihr tanzten, war der Turnanzug Nereida-3 oder Nereida-III, ein langärmeliger glänzender schwarzer Turnanzug mit Tülleinsatz und Strasssteinen im Dekolleté und im Nacken. Die Zahl 3 stand für die dritte Version dieses Anzugs. Nach diesem Turnanzug hatte Nereida sich der Einfachheit halber benannt.
    Denn mit vollem Namen hieß sie nämlich Scherata Nereida da-da-e-Dorisanda-o-Moritselekto, welcher bedeutete:
    Scherata Nereida, Tochter von Dorisanda und Moritselekto.

    Nur einigen wenigen offenbarten Nereida und Beata ihre wahre Herkunft.
    Zwar erzählten sie es allen unserer TuFiTa, einer damals etwa dreizehnköpfigen Gruppe von 35- bis 45-jährigen, aber nicht alle nahmen sie für voll.
    Silvia, Ute, Marion, Femke, Kerstin und Christina glaubten ihnen schlichtweg nicht. Die Schwestern versuchten auch nicht mehr, sie zu überzeugen.
    Oksana, Lisa, Julia, meine Halbschwester Gunda und ich kannten das Geheimnis der galaktischen Schwestern und wir glaubten ihnen auch.
    Sie nahmen sogar einige von uns zu Ausflügen in ihre Welt mit, welche uns nachhaltig beeindruckte. Es war doch dort so ganz anders als bei uns. Alle waren nett, freundlich und harmonisch. Aber ganz besonders war, dass ALLE Bewohner jener Welt hautenge glänzende Kleidung trugen, jederzeit und überall...

    Die Bewohner von R-Wi, die R-Wi-i, teilten sich auf in die männlichen R-Wi-o und die weiblichen R-Wi-a. Alle konnten nur mittels Tanz Gegenstände erschaffen oder vernichten. Sie waren in der Lage, mittels Tanz sich selbst, andere Personen und Gegenstände an andere Orte ihres Planeten verschieben. Und wenige R-Wi-i wie z.B. Nereida und Beata durften auf diese Art durch komplette Galaxien reisen.
    Auch besaßen sie alle die Fähigkeiten der Gedankenkommunikation untereinander, konnten einander Gedanken lesen.

    Die beiden R-Wi-a Nereida und Beata integrierten sich bestens in diese Welt. Nereida und Oksana arbeiteten zusammen als Balletttänzerinnen. Beata übte auch weiterhin ihren Beruf als Grundschullehrerin für Sport sowie Schreiben und Lesen aus.

    Es stellte sich heraus, dass Leo Tardo Ellbrede, mein Schwiegervater und Vater von Xenia, Arnold und meiner Geliebten Lisa, ebenso von R-Wi stammte.
    Somit waren Lisa und ihre Geschwister ebenfalls halbe R-Wi-i. Sie hatten alle eine besondere Begabung für Tänze aller Art und konnten solche Bewegungen enorm schnell lernen.
    Leo lebte allein, seine irdische Frau Regina hatte sich von ihm scheiden lassen.
    Die R-Wi-a und Präsidentin Altidantsa Sweliana, irdisch Svea Ellbrede, war Leos Schwester, und Tante von Lisa, Xenia und Arnold.

    Aber zurück nach Dornbirn.
    Nereida, Beata und wir von der TuFiTa zogen die Zuschauer weltweit in unseren Bann. Ein ungeheures Glücksgefühl ging damals ringsum den Erdball.

    Und noch etwas passierte damals, was beinahe im Trubel unterging.
    Ein Ereignis, was die große Menge wohl weniger interessierte, dafür eine kleine Menge umso mehr.

    Drehen wir die Zeit also zurück zu diesem Gymnaestrada-Samstag, 16 Uhr nachmittags im Stadion Birkenwiese...



    Zu Kap. 1

  • Sind wir mal ehrlich - sie hat uns schon gefehlt, die Nereida III.

    Eine gute Zusammenfassung bevor es wieder in die Vollen geht (bin mächtig gespannt). Macht nämlich neugierig. Außerdem hat schon wieder ein Autor ein Kapitel mit ... beendet, und die Leser müssen sich in Geduld üben. X(

    Die Zusammenfassung eignet sich natürlich auch gut für Neueinsteiger, die nicht gleich die vergangenen 111 Kapitel durcharbeiten möchten.

    Aber jetzt kribbelt´s. Wie wird´s wohl weiter gehen?

  • Genau deswegen habe ich den zweiten Prolog "Rückblick und Überleitung" genannt. Eine Kurzzusammenfassung sollte es sein, und eine Hinführung an die Stelle, wo Staffel 2 weiterführen soll.

    Ich führe für die "Turnfee" eine Datei mit Ideen, die für spätere Kapitel Verwendung finden könnten.
    Nach Vollendung von Folge 111 war diese Datei immer noch nicht abgearbeitet, die Ideen passten aber nicht zeitlich in Staffel 1 hinein.

    Sonntag Abend plane ich das erste Kapitel von Staffel 2 zu veröffentlichen.

  • Staffel 2 Kapitel 1: Der Antrag

    Altidantsa Sweliana, die Präsidentin der Welt R-Wi, hatte vor kurzem ihre begeistert aufgenommene Rede gehalten, welche auch im Fernsehen und ins Internet übertragen wurde.
    Danach gaben wir von der TuFiTa noch bestimmt weitere fünfzehn Minuten den UV-Tanz zum besten, die Ultimative Vereinnahmung. Er übertrug unsere positiven Schwingungen auf die Zuschauer und animierte sie erstens zum Mitmachen, verankerte zweitens die Gedanken von Swelianas Rede in ihnen.
    Wir trugen dabei rote Leggings, von Xenia geschneidert, und darüber den schwarzen langärmeligen Turnanzug mit dem Tülleinsatz und den Strasssteinen, den Nereida-III.

    Ebenso ausgelassen tanzten auch die drei R-Wi-i Altidantsa Sweliana, Tallenna Nimella und Dorisanda Erikania auf dem Podium. Sie waren ebenso wie wir gekleidet!
    Leo tanzte vorm Podium, führte etliche Varianten des Tanzes vor.
    Dass die vier alle weit über sechzig Jahre alt waren, tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil, es brachte auch die älteren Zuschauer dazu, sich tänzelnd zu bewegen.

    Die Zuschauer waren aus dem Häuschen. Ich hatte noch nie solch motivierte Leute gesehen. Für einen Moment dachte ich, würden alle Leute auf der Erde tanzen, gäbe es keine Unruhen mehr. Ein Stückchen Himmel auf unserem Erdboden.
    Beim Thema Himmel musste ich auf einmal an meine Schwester Celine denken. Könnte sie das doch auch mit ansehen und sich daran erfreuen...

    Aber alles hat ein Ende, besonders unsere Puste. Sweliana, Tallenna, Dorisanda und Leo hatten ein Einsehen mit uns und beendeten den Tanz. Wir verbeugten uns dann tief vor allen.

    "Danke Dornbirn! Danke liebe Zuschauer, liebe Turnschwestern und Turnbrüder! Danke liebe TuFiTa! Ihr seid unglaublich!" rief Sweliana ausgelassen ins Mikrofon.

    Frenetischer Applaus schallte uns entgegen.
    Mehrmals verbeugten wir uns, atemlos, aber glücklich.

    Nun sollte das passieren, was ich vor dem Auftritt heimlich mit Sweliana und Xenia unter sechs Augen besprochen hatte.
    Die altehrwürdige R-Wi-a Sweliana, die Oberste Bewahrerin der Harmonie (so ihr offizieller Titel), gab Xenia und mir verstohlen ein Zeichen.

    Xenia schnappte sich ihre Schwester Lisa und ging mit ihr ein paar Meter vom Podium weg, drehte sie mit dem Rücken zu uns, so dass Lisa nichts hinter sich mitbekam. Sie tänzelte mit Lisa zusammen. Lisa dachte, das gehörte zum Auftritt dazu.

    Ich lief unterdessen zum Podium, während die drei R-Wi-i von dort herunter stiegen. Auch Nereida kam dorthin.
    Die TuFiTa bildete ein Spalier zwischen Xenia und Lisa einerseits und dem Podium andererseits. Tallenna und Dorisanda holten ein paar Gegenstände aus einer versteckten Schublade des Podiums heraus, verteilten die an die TuFiTa und kehrten zum Podium zurück.

    Sweliana gab mir das Mikrofon, lächelte mir zu. Sie drückte mir ein großes rot bedrucktes Herz in die andere Hand. Ich stieg aufs Podium.
    Ich sah, wie Nereida mit dem zweiten Mikrofon und dem zweiten Herz zu Xenia lief und ihr von Lisa unbemerkt die Sachen in die Hand drückte.

    Der große Moment war gekommen.
    Xenia drückte Lisa ebenfalls ein großes rot bedrucktes Herz in die eine Hand und ein Mikrofon in die andere.

    Sweliana nickte mir freundlich zu. Meine Knie zitterten, aber nun musste es passieren. Ich begann zu sprechen, ein wenig aufgeregt.
    "Liebe Lisa, dreh dich bitte um zum Podium."

    Laut hallte meine Stimme durchs Stadion. Ich zuckte selber davon zusammen. Genauso Lisa.

    Als Lisa sich ungläubig umdrehte, rätselnd ob sie denn gemeint war, sah sie ein Spalier der TuFiTa. Jeder von der TuFiTa hielt ein großes rotes Herz aus Pappe in ihre Richtung und lächelte Lisa an.

    Sie sah mich auf dem Podium stehen, mit dem roten Herz mit der großen Aufschrift 'LISA'.

    Ich atmete ein, begann feierlich ins Mikrofon zu sprechen:
    "Liebe Lisa, ich habe lange auf diesen großen besonderen Moment gewartet. Ich freue mich sehr darauf. Ich möchte mit dir gemeinsam durchs Leben gehen. Du bist die Richtige für mich. Ich liebe Dich."

    Mit jedem weiteren Wort bekam ich mit, wie Lisa mehr zitterte und ihre Augen feuchter wurden.
    Ich ging vom Podium herunter, langsam in ihre Richtung, und stellte eine letzte Frage:

    "Liebe Lisa, willst du meine Frau werden?"

    Sie sah ihr Herz mit der Aufschrift 'INGO', hörte meine Worte.
    Da war es um sie geschehen.
    Sie rief ins Mikrofon: "Ja, Ingo, ich will!" und begann mir entgegen zu laufen.

    Unter dem Jubel der TuFiTa und der Zuschauer im Stadion kam sie auf mich zu, umarmte und küsste mich.
    Ich fühlte mich wie im Rausch, Lisa genauso. Ich bekam gar nicht mehr mit, was wir alles in dieser Euphorie von uns gaben. Wir waren nur noch wir. Ich fühlte meine Lisa, ihre Lippen, ihren schwarzen Turnanzug, ihre Leggings und war im Himmel.
    Dass die Leute um uns herum klatschten, die Mikrofone uns abgenommen worden, dass die Zuschauer unseren großen Moment in Großaufnahme auf den Videoleinwänden und im Internetstream sehen konnten, musste man uns beiden später erzählen.

    Ich hörte irgendwann Swelianas Stimme aus den Lautsprechern:
    "Herzlichen Glückwunsch zur Verlobung, liebe Lisa, lieber Ingo!
    Liebe Turnschwestern und Turnbrüder, Applaus für Lisa Ellbrede und Ingo Tomme!"

    Großer Jubel erklang.

    Lisa und ich wurden von den Frauen der TuFiTa und den R-Wi-i herzlich beglückwünscht,
    Wir mussten erst mal wieder herunterkommen. Lisa war total fertig. Im Gegensatz zu mir wusste sie ja nichts davon. Ich hielt sie liebevoll im Arm. Sie schluchzte ergriffen.

    Resi vom Gymnaestrada-Organisationsteam trat zu Sweliana aufs Podium.

    Die Präsidentin von R-Wi nutzte die letzte Gelegenheit:
    "Ich übergebe gleich das Mikrofon zurück an Resi von der Gymnaestrada. Liebe Zuschauer, bleibt beim Turnen und Tanzen, verbreitet die Harmonie und die Tanzfreude! Vielen Dank sagt euch - Eure Sweliana Ellbrede!"

    Applaus brandete auf, während sie das Mikrofon an Resi übergab und sich anschließend verneigte.

    Resi strahlte. "Danke liebe Sweliana, danke an euch, die TuFiTa vom TSV Obertupfingen, ihr wart einsame Spitze! Und alles Gute für Euch beiden, Lisa und Ingo!"

    Sie lud alle im Stadion und an den Bildschirmen ein, das große Finale mitzuerleben.

    Alle Akteure des Tages schritten noch mal winkend an den Zuschauern vorbei, um sich von ihnen zu verabschieden, zum Schluss dann wir von der TuFiTa.
    Lisa und ich gingen eng umschlungen, wir wurden umtanzt, alle waren bestens drauf.
    Beata und Nereida waren so aus dem Häuschen, dass sie die ganze Runde über tanzten.

    Anschließend verteilten wir Akteure uns alle auf dem Rasen und bewegten uns locker zu der Abschlussmusik.

    Bis Nereida auf die Idee kam, den UV-Tanz nochmal zu tanzen.
    Wir sahen sie tanzen und machten spontan mit.
    Und was uns noch mehr freute, dass auch die anderen Gruppen mitmachten!
    Sie guckten es uns ab, und da der Tanz nicht schwierig war, gelang es den anderen schon recht schnell.
    Ein erhebendes Gefühl!

    Als die Musik stoppte, nahmen wir alle dankbar den Applaus der Massen entgegen und zogen glücklich aus dem Stadion aus.
    Die Gymnaestrada war zu Ende!

    Naja, zu Ende war nur der offizielle Teil.
    Insgeheim waren wir alle noch in Hochstimmung und tanzten, zumindest in Gedanken, weiter.
    Alle hatten wir das Gefühl, etwas unbeschreiblich Tolles heute erlebt zu haben.

    Wir feierten den Tag und unsere Verlobung noch ausgelassen, der Sekt floss in Strömen. Da die R-Wi-i keinen Alkohol vertrugen, bekamen sie Zitronenlimonade. Ein völlig neues Gefühl, urteilten Tallenna und Dorisanda über das prickelnde Getränk.
    Sweliana lobte uns alle für unseren schwungvollen und mitreißenden Einsatz.
    Wir freuten uns alle sehr darüber, besonders Nereida und Beata.

    Ein wenig mulmig wurde mir später, als mir richtig bewusst wurde, dass ja alle Zuschauer im Stadion, an den Fernsehern und im Internet meinen Heiratsantrag mitbekommen hatten.
    Wer weiß denn jetzt alles von unseren Hochzeitsplänen? Hoffentlich nur angenehme Leute?!?
    Nicht, dass die am Tag unserer Hochzeit alle vor der Tür stehen...



    Zu Kap. 2

  • Wer könnte schon einen Antrag unter den Augen von Millionen Zuschauern ablehnen?

    Obwohl diese spezielle Situation auch einen nicht von der Hand zu weisenden Druck auf Lisa ausübt.

    Was Ingos Befürchtungen wegen der möglichen Hochzeitsgäste angeht, wage ich die Spekulation, dass nicht alles so läuft wie er und Lisa sich das vorstellen. Vor allem gibt es bestimmt einige handfeste Überraschungen. Aber bis dahin ist noch eine Menge Zeit. Mal sehen, was bis dahin passiert.


    Insgesamt lässt dieses erste Kapitel noch einmal die besondere Atmosphäre bei der Gymnastischen Großveranstaltung Revue passieren und man wird sofort wieder von der ausgelassenen Stimmung und der Harmonie mitgerissen.

    Guter Neuanfang.

  • Danke toby und lycwolf für eure Daumen hoch.

    Danke lycwolf für deine Antwort.
    Ingos Antrag steht eben am Anfang, und am Ende ist die Hochzeit, von der Ingo im Prolog träumt.
    Soll jetzt aber nicht heißen, dass Nereida Drei Staffel 2 am Ende der Hochzeit enden wird.
    Wir fangen ja gerade erst an. Klar wird aus Ingos Gedanken oder Befürchungen ein wenig wahr...

    Und in guter Turnfee-Manier wird es auch in Staffel 2 mehrere Handlungsstränge geben.
    Einer davon beginnt in Kapitel 2. Wir verlassen mal kurz die TuFiTa.
    Was der Wanderer mit der Gesamtgeschichte zu tun hat, wird im nächsten Kapitel in Teilen offenbart.
    Am 4.4.19 abends werdet ihr mehr wissen, so meine Planung.

  • Staffel 2 Kapitel 2: Theo, der Bergwanderer

    Während die TuFiTa in Dornbirn auftrat, wurden sehr viele Menschen angelockt, die sich die Darbietung im Fernsehen oder Internet anschauten.
    Auch einen Mann Anfang Vierzig erreichte die Übertragung der Gymnaestrada über soziale Medien.

    Er befand sich gerade auf einer mehrtägigen Wanderung durch die Tiroler Alpen. Aufgebrochen war er vor zwei Tagen von Kufstein-Sparchen ostwärts in das Kaisergebirge. Heute am Samstag, dem dritten Tag, startete er in der Frühe vom Stripsenjochhaus, von dem er aus die Überquerung des Kaisergebirges südwärts in Angriff nahm. Die schwierigste Etappe seiner Wanderung. Denn die sogenannte Steinerne Rinne war zu bezwingen, ein anspruchsvoller Aufstieg; und der Jubiläumssteig, ein steiler Abhang.
    Er hatte in der Vergangenheit schon mehrere Bergtouren mit Kletteranteilen unternommen, und so schien auch diese Etappe nicht schwierig zu werden.
    Er war locker gekleidet, mit schwarzen Lauftights und warmen Oberteil. Für Eventualitäten hatte er auch wetterfeste Kleidung im Rucksack. Was anscheinend nicht nötig war, denn die Sonne lachte am Himmel.
    Nur wenige Alpinisten begegneten ihm. Er ließ sich Zeit, genoss den Aufstieg.
    Wobei er bei einigen Passagen doch höchste Konzentration walten lassen musste, um nicht abzugleiten. Die Steinerne Rinne war nichts für Gelegenheitswanderer, sondern verlangte stetige Aufmerksamkeit.

    Mittags, nach fünf Stunden, passierte er das Ellmauer Tor, einen Bergsattel, von wo aus er bei immer noch bestem Wetter einen weiten Ausblick auf die Kitzbüheler Alpen und die Dreitausender der Hohen Tauern hatte.
    Zufrieden blickte er in die Ferne. Dort rastete er, nahm eine Mahlzeit ein. Herrlich, so allein zu sein, ohne Störfaktoren.
    Das mochte er, das hatte er sich ersehnt, vor allem nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres.
    Er strich sich über seine Laufhose, mochte das Gefühl, wenn sie ihn hauteng eingepackt hatte.

    Der Mann schaute auf die Karte, die geplante Almhütte war etwa vier Stunden bergabwärts entfernt, wo er die nächste Nacht verbringen wollte. Das war gut zu schaffen, bevor die Dämmerung hereinbrechen würde.

    Da gab sein Smartphone ein Signal.
    Widerwillig nahm er es in die Hand. Eigentlich wollte er es tagsüber während der Tour abstellen, also damit er im wahrsten Sinne des Wortes komplett abschalten konnte. Er bereute, dass er es vergessen hatte, und schaute seufzend auf den Bildschirm.
    Eine Nachricht kam soeben von Sebastian, einem seiner Freunde: "Hey Theo, das ist unglaublich, diesen Livestream musst du dir unbedingt ansehen. Ich bin hin und weg."
    Theodor, so der vollständige Name des Mannes, folgte eher mürrisch Sebastians Link.
    Er war fest entschlossen, nur die ersten Sekunden anzuschauen, da der Batteriebalken seines Telefons schon gegen Null ging. Die Ersatzakkus, Powerbanks rausholen? Ach nein, erst gucken. Seine Neugier war größer.

    Die Aversion gegen Sebastian und seine Nachricht schwand aber in Sekunden.
    Der Livestream zeigte eine Turngruppe im etwa 200 Kilometer entfernten Dornbirn. Er war zunehmend begeistert von den fröhlichen Turnerinnen. Fünfzehn Frauen zählte er. Schön anzusehen, wie sie sich gleichmäßig und mit vollem Einsatz bewegten. Fast ekstatisch! Er war fasziniert von ihrem Einsatz und ihrer glänzenden Kleidung. Von letzterer sogar noch mehr.
    Doch irgendwas stimmte nicht! Als er genauer hinschaute, bemerkte er, dass zwei davon keine Frauen waren. Er hatte sich ablenken lassen von der Sportkleidung, die bei allen identisch war. Weiße Sportschuhe, rote Glanzleggings und darüber einen schwarzen langärmeligen Turnanzug mit Tülleinsatz und Strasssteinen. Und sie trugen ein Stirnband, dessen Aufschrift er nicht entziffern konnte.

    Er war erstaunt, dass auch Männer dort öffentlich Turnanzüge trugen. Das hätte er auch gerne mal getan.

    Allerdings wurde er sehr schnell von einer anderen Tatsache umgehauen, nämlich als die Kamera die einzelnen Akteure nacheinander im Großaufnahme zeigte.
    Dass auf den Stirnbändern "TuFiTa" stand, war es nicht. Mit diesem Begriff konnte er nichts anfangen.

    Als eine der Frauen bildschirmfüllend gezeigt wurde, begann sein Herz schneller zu schlagen. War das etwa ... sie?

    Schon schwenkte die Kamera zur nächsten Turnerin. Und zur nächsten.
    Er glaubte in der nächsten eine Freundin seiner Ex-Frau zu erkennen. Aber diese hier war dünner und sportlicher, wird wohl nicht die Freundin der Ex-Frau sein. Ist jetzt aber unwichtig.

    Er wartete ungeduldig die ganze Zeit, bis endlich wieder ... sie ... gezeigt wurde.

    Und tatsächlich, eine von den 15 Akteuren, das war sie, unverkennbar, Irrtum ausgeschlossen.

    Sie war es tatsächlich.
    Seine Jugendliebe.

    Hier, mutterseelenallein und etwa zweitausend Meter über dem Meeresspiegel, mitten im Tiroler Kaisergebirge, holte ihn seine Vergangenheit wieder ein.

    Seine Freundin aus der Jugendzeit tanzte nun vor seiner Nase auf dem kleinen Bildschirm.

    Er dachte daran, wie sie sich einst geliebt hatten. Und wie ihre Liebe dann zugrunde ging.

    Völlig vereinnahmt schaute er weiter. Er zitterte. Ihre geschmeidigen Bewegungen. Ihr Lächeln. Ihre hochglänzende Kleidung.
    Sie war natürlich älter geworden, aber alles andere erschien ihm genau wie damals.
    Theo stand auf, begann auf der Stelle zu tänzeln. Er konnte die Augen nicht von ihr lassen.
    Nun sah man wieder alle Akteure gleichzeitig. Theo tanzte auf der Stelle, starrte wie gebannt auf die Tänzerinnen und die Tänzer.

    Endlich nahm er das Blinken des Energiebalkens wahr, die Bedeutung drang zu ihm durch.
    Und kurz darauf poppte eine Meldung auf:
    "Dieses Gerät wird sich in 30 Sekunden wegen Energiemangels abschalten."

    "Mist, gerade jetzt! Schnell her mit meinen Ersatzakkus. Bleib! Ich muss weiter gucken!
    Aber warte mal, da war doch noch eine zweite Meldung."

    Die zweite Textnachricht stammte vom dem leutseligen Wirt des Stripsenjochhauses, wo er die vorige Nacht verbracht hatte.
    Theo konnte gerade noch die Nachricht lesen:
    "Du hast bei uns deine Ersatzakkus vergessen mitzunehmen, die du hier aufgeladen hast. Wir bewahren sie für dich auf."

    Dann schaltete sich sein Smartphone ab. Der Bildschirm wurde schwarz.

    "Nein!" rief er entsetzt.

    Er durchwühlte seinen Rucksack. "Wo sind die Akkus? Keine Ersatzakkus da! Der Wirt hatte Recht, so'n Mist!"
    Zwar hielt er das zweite Ladekabel für sein Smartphone in seinen Händen, aber es gab hier keine Möglichkeiten zum Laden.

    "Mist! Bitte geh nicht weg! Nicht noch mal!" rief er laut. "Kessi!"

    Er bekam Antwort, allerdings nur vom Echo. "Kessi... essi ... ssi ... si ... i ..."
    Es klang irgendwie gespenstisch.

    Betrübt sah er zu Boden. Die nächste Steckdose war vier Gehstunden entfernt, und wenn er sie erreichte, wäre die Übertragung längst vorbei.
    Der Link zum Livestream war nun wertlos für ihn.

    Er hatte seine Jugendliebe Kessi zum zweiten Mal verloren, wie es schien.



    Zu Kap. 3

  • Wow, was für ein Einstieg! Ich bin schon wieder voll im Kopfkino.

    Entweder hast du diese Bergwandertour schon mal selbst gemacht, oder hervorragend recherchiert. Die detaillierte Beschreibung jedenfalls, macht Appetit selbst dorthin zu gehen (Natürlich auch in Leggings).

    Super auch die Zeitgleiche Übertragung der "Ultimativen Vereinnahmung" und deren Echo im Text. (...völlig vereinnahmt schaute er weiter...) Fein gemacht.

    Aber wer von der FuFiTa ist seine verlorene Jugendliebe Kessi?

    Jetzt steht er da, Stunden entfernt von der Zivilisation und kann nicht recherchieren. Theo wird´s wohl zum nächsten Hotspot treiben, wo er Nachforschungen über die TuFiTa anstellen kann um endlich seine Kessi wiederzufinden.

    Da steht uns einiges bevor.

    Ein echt guter Storyaufbau - ich bin begeistert.