Ein tierisches Paar

  • Ein tierisches Paar

    Da ich zu meiner Kurzgeschichte "Der Junggesellen-Abschied" nun eine Fortsetzung geschrieben habe und in diesen einige Tiere vorkommen, habe ich ein neues Thema dazu erstellt.


    Weitere Kurzgeschichten gibt es hier:

    Wie man schnell eine kreative Lycra-Kurzgeschichte schreibt


    Im ersten Teil der Geschichte kommen vor:

    • ein Plastikbecher mit Wasser
    • eine Visitenkarte des Autohauses "Schrottmann"
    • ein Flyer der Diskothek "Der letzte Schrei"

    Teil 1: Der Junggesellen-Abschied

    Peter hatte die Schnauze voll. "Scheiß Dreckskarre!", sagte er wütend, während der Motor wieder mal nicht ansprang. Warum hatte er ausgerechnet den Gebrauchtwagen bei einem Autohaus mit dem Namen "Schrottmann" gekauft? So blieb ihm nichts anderes übrig, als die 2 Kilometer in seinem hautengen pinkfarbenen Lycra-Ganzanzug, der ohne Kopfhaube war, durch die Stadt zu laufen. Er wollte sich mit seinen beiden Freunden treffen, denn sie wollten heute abend seinen Junggesellen-Abschied feiern. Seine Freunde hatten den Ganzanzug extra für diesen Anlass für ihn besorgt. Etwas unwohl und nackt kam er sich schon in diesem hautengen Anzug vor, aber irgendwie fand er es auch flauschig. Wie die Leute wohl reagieren würden? Aber Peter dachte nicht länger darüber nach und machte sich auf den Weg.


    Als er durch den Park lief, gab es schon einige spöttische Bemerkungen von Leuten, so sagte ein unsympathischer Rocker zu ihm: "Kauf Dir mal was Richtiges zum Anziehen, Du Homo-Fürst!" Andere machten ihm aber auch kleine Komplimente, so eine junge Frau: "Gewagt, aber oho! Ich würde mich das nicht trauen." Peter brachte nur mühevoll ein Lächeln heraus und beschleunigte sein Tempo. Plötzlich landete von oben Taubenscheiße auf dem Brustbereich seines Lycra-Anzuges. "Oh nein, jetzt habe ich auch noch Taubenscheiße auf meinem Anzug. Verdammtes Mistvieh! Was soll ich jetzt machen?" Doch zufällig fand Peter einen Plastikbecher mit Wasser am Wegesrand und wusch sich die Taubenscheiße heraus. "So, jetzt aber schnell zum Treffpunkt."


    Glücklicherweise machte niemand mehr eine Bemerkung über sein Outfit, aber die meisten Leute schauten trotzdem komisch, da es nicht alltäglich war, einen Mann in einem pinkfarbenen Ganzanzug zu sehen. Von Weitem schon sah Peter seine Freunde vor der Diskothek stehen. Sie hatten genau wie er pinkfarbene Ganzanzüge an. Als er endlich da war, begrüßten sie ihn: "Der Anzug steht Dir super, Peter!", wackelten mit dem Hinterteil und tanzten um ihn herum.


    Dann gingen sie in die Diskothek "Der letzte Schrei", um Peter's Junggesellenabschied zu feiern. Es war wirklich der letzte Schrei, denn die drei Lycra-Flamingos zogen an diesem Abend die ganze Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Während die drei Flamingos auf der Tanzfläche zur Musik tanzten, betrat plötzlich ein flauschiger Riesenhamster die Tanzfläche und trat Peter in seine Kronjuwelen, der daraufhin schrie und bewusstlos wurde.


    Etwas benommen wachte Peter auf und erkannte im Halbdunkel seinen flauschigen Hamster Freddy, der es sich auf seinem Ganzanzug gemütlich gemacht hatte. Peter fühlte etwas Feuchtes auf seiner Brust: Freddy hatte ihn angepinkelt, während er im Bett lag und in seinem schwarzen Ganzanzug schlief. "Wie schön, dass ich morgen nicht heirate und dass mein Auto einwandfrei läuft, Freddy, aber ich frage mich, ob ich mich morgen mal im Ganzanzug raustrauen soll. Was meinst Du, Freddy?" Freddy fiepte wie zur Bestätigung, und das war ein gutes Zeichen.



    Im zweiten Teil der Geschichte kommen vor:

    • eine Visitenkarte einer Firma
    • ein Buch mit dem Titel "Lycra for Dummies"
    • eine Stoffrolle mit 200 Metern Lycra

    Teil 2: Eine zarte Versuchung

    "Guten Morgen, Freddy. Hast Du auch so gut geschlafen wie ich?", fragte Peter seinen Hamster, der aufgeregt in Peter's Zimmer herumsauste, während Peter gähnte und sich streckte. Heute war ein wunderschöner, sehr milder Frühlingstag an diesem Samstag Morgen und Peter wollte endlich mal seinen schwarzen Ganzanzug bei einer kleinen Radtour anziehen. Allerdings würde er sich ein T-Shirt drüberziehen, damit er sich nicht ganz schutzlos fühlte. Er hatte lange gebraucht, um sich zu diesem Schritt zu überwinden. Aber irgendwann ist immer das erste Mal.


    Während er Freddy fütterte, erinnerte sich Peter an einen Song aus dem Buch "Lycra for Dummies". Diesen Song hatte ein gewisser Niki geschrieben. Als Peter anfing, den Song anzustimmen und in seinem schwarzen Ganzanzug durchs Zimmer zu tanzen, war Freddy auf einmal ganz ruhig, spitzte die Ohren und hörte gebannt zu:



    Ich erzähl' euch 'ne Geschichte

    über Lycra und die geht so:


    Es geht hier um einen Stoff,

    mit dem hat man keinen Zoff.

    Dieser Stoff ist der Hit,

    denn Lycra macht jede Bewegung mit.


    Ja-Ja, Lycra macht jede Bewegung mit!


    Lycra-Kleidung ist elastisch,

    zieh' sie an und werd' gymnastisch.

    Ob in Leggings, Radler oder Badehose,

    dein Body glänzt damit in jeder Pose.


    Ja-Ja, dein Body glänzt damit in jeder Pose!


    Die Freiheit der Bewegung ist oberstes Gesetz,

    drum ignorier' der Leute spöttisches Geschwätz.

    Und merke: Ein bisschen bunter macht munter,

    drum zeig' Farbe und trag' Lycra nicht nur drunter.


    Ja-Ja, trag' Lycra nicht nur drunter!


    Spür' die Enge und die Glätte der Haut,

    die zweite Haut, die so gut ausschaut.

    Der Ganzanzug liebt den Körper, drum wähle

    die zweite Haut. Sie streichelt deine Seele.


    Ja-Ja, sie streichelt deine Seele!


    Hörst Du den Lockruf der glänzenden Radlerhose?

    Sie braucht Dich, denn ohne Figur ist sie lose.

    Zieh' sie an und und spür den Stretch, Na-Na-Na-Na-Na-Na.

    Sind wir nicht alle ein bisschen Lycra-La-La-La-La-La-La?


    Ja-Ja, spür den Stretch, Na-Na-Na-Na-Na-Na.

    Ja-Ja, wir sind Lycra-La-La-La-La-La-La!



    "Na, hat Dir meine kleine Show gefallen Freddy?", fragte Peter seinen Hamster, aber dieser hatte sich in seine Ecke zurückgezogen und beschlossen, ein Nickerchen zu machen. "Na dann bis später Freddy!", sagte Peter und nachdem er sich für die Fahrradtour bereit gemacht hatte, schwang er sich auf sein Fahrrad und fuhr los. Über seinen schwarzen Ganzanzug hatte er sich ein weißes Nike T-Shirt angezogen, so dass es so aussah, als ob nur seine Beine und Arme in Lycra gehüllt waren.


    Der Weg, auf dem er fuhr, führte ein Stück bergauf. Oben auf der Höhe angekommen, lag wunderschön gelegen eine herrlich saftig grüne Wiese, auf der zu dieser Jahreszeit normalerweise Kühe grasten. Normalerweise, denn was Peter dort erblickte, verblüffte ihn: Die Kühe, eine Herde von 15 Tieren, waren alle fast komplett bis auf den Kopf und den Schwanz in lilanes Lycra gehüllt. "Sowas sieht man nicht alle Tage!", rief Peter überrascht und zückte sein Smartphone, welches er aus seiner Bauchtasche holte und machte einen Schnappschuss von den Lycra-Kühen. Dann zog er sein T-Shirt aus und machte noch ein paar Selfies von sich und den Kühen, die aus Neugier zu ihm an den Zaun gekommen waren und anfingen zu muhen. Peter streichelte einige von ihnen über ihre Lycra-Anzüge, machte einige Grimassen und ließ die Zunge wie die Kühe raushängen. "Ich seid echt eine hübsche Damengruppe. Habt ihr heute Turnunterricht?", fragte Peter die Kuhgruppe, welche daraufhin wieder zu muhen anfing.


    "Nein, die Kühe haben heute einen kleinen Auftritt für einen Werbespot.", sagte eine junge blonde Bäuerin, die einen Milcheimer in der Hand hielt. Sie war etwa Mitte 20 und fast genauso alt wie Peter. Peter senkte sein Smartphone und dachte sich überrascht: "Wow, sie sieht umwerfend aus und sie trägt eine weiße Glanzleggings." Die Bäuerin musterte Peter in seinem schwarzen Ganzanzug ausgiebig und fragte ihn: "Gehörst Du zur Produktionsfirma?" "Nein, ich äh, ich bin immer so unterwegs.", antwortete Peter etwas verlegen, wobei das nicht ganz stimmte. Natürlich nahm ihm die Bäuerin das nicht ab und sie sagte: "Wenn Du mich fragst, steht Dir der Anzug. Die Kühe scheinen die Anzüge auch zu mögen. Ist mal was ganz Neues für sie und es hält die Fliegen etwas von ihnen ab." "Ja, so ist das bei uns Menschen wahrscheinlich auch. Das Lycra ist wie eine zweite Haut, die den Körper eng umschließt und ihn schützt. Und man hat trotzdem volle Bewegungsfreiheit.", erwiderte Peter.


    "Ich bin übrigens die Hanna", sagte die Bäuerin, "und ich ziehe auch ganz gerne Leggings an. Die sind so schön anschmiegsam und bequem." "Und ich heiße Peter.", erwiderte dieser. "Wir haben für die Kühe 200 Meter Lycrastoff gebraucht. Die Änzüge sind alle maßgeschneidert. Naja, eigentlich haben die Kühe fast alle die selben Maße.", erkärte Hanna und Peter fragte sie daraufhin: "Und wie steigen die Kühe in die Lycra-Anzüge? Das stelle ich mir schwierig vor." "Das ist tatsächlich etwas schwieriger als bei Menschen und die Kühe helfen ja nicht mit beim Anziehen. Wir ziehen den Anzug von Vorne über ihren Kopf und über den Rücken nach hinten. Für den Bauch gibt es dann einen Reissverschluss und dann noch 4 Reissverschlüsse für die Beine.", erklärte Hanna. "Und wie fühlen sich die Kühe in den Anzügen?", fragte Peter. "Sie lieben sie.", lachte Hanna und fuhr fort: "Da kommt die Produktionsfirma. Nachher kommt auch noch ein Fotograf, der ein paar Aufnahmen für ein Kunstprojekt machen will.


    Ein großer schwarzer Kastenwagen mit der Aufschrift "LyPro Media" kam angefahren. Diese Firma hatte sich auf Video-Produktionen mit Lycra für Werbung und Fernsehen spezialisiert. Aus dem Wagen stiegen 3 Männer aus, einer war der Produktionsleiter bzw. Regisseur und die beiden anderen die Kameramänner. Sie begrüßten Hanna und wunderten sich über Peter und seinen Anzug und fragten ihn: "Na, willst Du bei unserem Film mitmachen? Bist Du schon mal auf einer Kuh geritten?" "Äh nein, kann man das überhaupt?", antwortete Peter. "Und ob. Das sind übrigens spezielle Kühe, die können über kleine Hinternisse springen und sogar galoppieren.", erwiderte der Regisseur.


    Hanna zog ihre schwarze Jacke zur Verwunderung Peters aus und präsentierte sich in einem weißen Ganzanzug: "Tadaa, das ist mein alter Voltigieranzug. Sitzt immer noch gut." Jetzt verstand Peter, dass Hanna im Werbespot mitspielte. Der Werbefilm war für eine Schokoladenfirma geplant und Hanna sollte verschiedene artistische Kunststücke auf und mit den Kühen machen. Sie hatte seit ihrer Kindheit voltigiert und konnte alle Tricks und Kunststücke. Peter fand Hanna noch süßer als zuvor. Der Voltigieranzug brachte ihre schlanke weibliche Form noch besser zum Ausdruck, als er es erahnt hätte.


    Sie machte sich unterdessen für den Dreh warm und begann mit einigen Dehnübungen, während das Drehteam die besten Standorte für die Kameras aussuchte. Es gab insgesamt 3 Kameras, zwei wurden von den beiden Kameramännern bedient und eine zeigte eine Gesamtansicht. Als das Drehteam zurück kam, fragten sie Peter noch mal, ob er nicht Lust hätte, bei dem Spot mitzuspielen. "Uns ist die Idee erst jetzt gekommen, aber Du würdest in Deinem Anzug perfekt zum Werbespot passen. Wir müssen allerdings der Schokofirma noch die Genehmigung dafür kriegen. Du musst eigentlich nichts großartiges machen, nur ein wenig auf einer Kuh reiten und ein paar Sätze sagen. Da kann nichts passieren. Und 2000 Euro gibt es obendrauf. Wie ist eigentlich Dein Name und was sagst Du dazu? Hast Du Interesse?"


    Peter überlegte einen Moment lang, dann antwortete er: "Klar, warum eigentlich nicht? Ich bin übrigens Peter." Er konnte das Geld gut gebrauchen, denn davon könnte er sich ein neues, besseres Fahrrad kaufen und auch einen neuen Ganzanzug. Also erklärte der Regisseur, der übrigens Jochen hieß und sich und seine beiden Mitarbeiter Manfred und Norbert vorstellte, Peter genau, was er zu tun hatte.


    Ursprünglich war geplant, dass Hanna, die fesche Bäuerin im weißen Ganzanzug, eine Kuh melken sollte (das Euter war natürlich nicht in Lycra verhüllt), die Kuh dann aber bockig wurde und den Milcheimer umschmiss. Hanna sollte dann einige artistische Kunststücke auf der Kuh machen und auf der Kuh davon galoppieren. Danach fiel sie lachend ins Gras und eine andere Kuh sollte ihr einen Korb mit Schokolade bringen. Schliesslich sollte sie die Schokolade nehmen und genüsslich in die Kamera sagen: "Für meine Kühe tue ich alles. Die schönste Versuchung seit es Schokolade gibt."


    Jochen, der Regisseur, hatte mit der Schokoladenfirma gesprochen und sie hatten ihr Einverständnis für den alternativen Werbespot gegeben. Allerdings sollten beide Varianten gedreht werden. Nach der neuen Idee sollte Hanna erst die Kuh melken, dann sollte Peter auf einer Kuh angetrabt kommen und sie fragen, ob er ihr helfen soll. Dann wird Hanna's dressierte Kuh wegen der anderen Kuh bockig, wirft den Milcheimer um und Hanna muss einige artistische Kunststücke auf der Kuh machen. Anschließend würden Hanna und Peter im Gras liegen, während ihnen eine Kuh einen Korb mit Schokolade brachte und sie diese zusammen genüsslich verzehren. Dann sollte Peter verliebt zu den umherstehenden Kühen sagen: "Ene mene muh, wer von euch Süßen ist die feschste Kuh?" Und Hanna sollte lächelnd in die Kamera sagen: "Die schönste Farbe ist Lila seit es Schokolade gibt." Am Ende sah man dann im Film Hanna und Peter gemeinsam auf ihren beiden Kühen und Hand in Hand davonreiten.


    So drehte das Team beide Varianten und es gab viele lustige Situationen, wo manches nicht so klappte, wie es sollte, vielleicht weil die Kühe etwas nervös waren wegen den vielen Leuten um sie herum und weil einiges schief ging. Die Kuh namens Emma, die die Hauptrolle hatte, wollte einfach nicht den Eimer umwerfen, es war ja ihre eigene Milch und es wäre schade drum gewesen. Peter rutschte mehrmals fast von seiner Kuh herunter, weil es so glatt darauf war, besonders wenn man selber noch einen Ganzanzug trug. Und Emma unterbrach den Dreh immer wieder, weil sie so aufgeregt war, worauf Hanna zu ihr sagte: "Ene mene muh, Emma gib mal Ruh!" Und Emma beruhigte sich, wenn sie Hanna's Stimme hörte. Jochen, Manfred und Norbert waren sehr zufrieden mit den beiden Drehs und lobten Hanna und Peter, da sie noch keine schauspielerischen Erfahrungen hatten. Und sie hatten alle einen riesigen Spaß am Dreh.


    Nach 2 Stunden hatten sie den ersten Dreh abgeschlossen. Hanna's Mutter schaute zwischendurch mal vorbei und brachte belegte Brötchen für alle mit. Nach der kleinen Stärkung wurde die zweite Variante gedreht und es dauerte nochmals 2 Stunden. Peter fühlte sich pudelwohl in seinem Ganzanzug und er war sogar etwas stolz auf sich. Aber vor allem hatte er es seinem Hamster Freddy zu verdanken, der ihn letzte Nacht ermuntert hatte, sich doch bitte mal im Ganzanzug rauszutrauen. Sonst hätte er auch nicht Hanna kennen gelernt, nichts von dem Dreh mitbekommen und sich nicht einfach mal so 2000 Euro verdient.


    Später kam noch ein Fotograf vorbei, der für eine Austellung, die "Tiere sind wie Menschen" hieß, diese in ungewöhnlichen Situationen, hier eben in Lycra, fotografierte. Am Ende des Tages und nachdem noch etwas gefeiert wurde, versprachen Hanna und Peter sich wiederzusehen, nachdem Peter ihr von seiner Lycra Leidenschaft erzählt hatte und auch Hanna ihm einiges über sich und ihr Verhältnis zu Lycra erzählt hatte. Jochen, der Regisseur überreichte Peter und Hanna am Ende die Visitenkarte seiner Firma: "Falls wir euch mal wieder brauchen, Hanna und Peter. Ihr wart klasse!" Das ganze Team verabschiedete sich und so ging ein wunderschöner Frühlingstag zu Ende. Seinem Hamster Freddy erzählte Peter natürlich am selben Abend die ganze Geschichte vom Dreh, aber Freddy hatte keine Ahnung, was lila Kühe waren.


    Ein paar Tage später kam Hanna bei Peter vorbei. Sie hatte wieder die weiße Glanz-Leggings, genauer gesagt, den Voltigieranzug an und hatte ein kleines Geschenk dabei. "Ene mene muh, wer von uns beiden ist die schönste Lycra-Kuh?", begrüßte Hanna ihn und gab ihm das Geschenk. Peter hatte heute einen lilanen Ganzanzug an und packte das Geschenk gespannt aus. Es war ein süßer kleiner lilaner Lycra-Anzug für seinen Hamster Freddy. "Danke Hanna, Du bist die zarteste Versuchung seit es Lycra gibt!" Und er gab ihr einen Kuss und dann mussten beide lachen. Dann zeigte Peter Hanna die beiden vorläufig zusammengeschnittenen Videos des Werbespots, welche Jochen ihm geschickt hatte. Sie waren jeweils etwa 30 Sekunden lang und wieder mussten beide sehr lachen, als sie die Kühe und sich sahen. Und als Peter Freddy den lilanen Ganzanzug anzog, freute sich dieser wie ein großer Riesenhamster, denn nun war er der feschste Hamster in der Stadt.

  • Ha, ha, ha. Klasse, Super!

    Frisch, lustig und sehr unterhaltsam geschrieben. Leider habe ich nur zwei Daumen und kann auch nur einen davon vergeben, aber diesem bist du gewiss.


    Ich meine sogar tatsächlich einmal ein Bild (oder eine Fotomontage) einer Kuh für besagte Schokoladenfirma gesehen zu haben. Für mich zwar mittlerweile die schlechteste Schokolade am Markt, aber die zehren noch immer von ihren gelungenen Werbeeinfällen.


    Dann stellt sich noch die Frage, ob LyPro-Media auch eine Musikabteilung unterhält, die den Lycra-Song mit Peter produziert und vermarktet. Falls dieser gewisse Niki nicht zuviel Tantiemen fordert, müsste sich das mindestens so gut verkaufen wie das unsägliche geplärre dieser ständig neuen "Superstars".

  • Vielen Dank lycwolf und allen Daumen-Nach-Oben-Drückern, das freut mich sehr, dass die Geschichte gut ankommt.


    Das mit dem Foto der bekannten Schokofirma wusste ich übrigens nicht und ich esse diese Schokolade selten. Die lila Kuh ist eben eine der bekanntesten Werbeikonen. Es gibt noch andere Tiere, für die auch Lycra-Anzüge gemacht werden, z.B. für Pferde, Hunde oder sogar Katzen, aber das ist eher die Ausnahme.


    Ich schaue selten Fernsehen und schon gar nicht DSDS, ich kann mir das einfach nicht anschauen und finde es schrecklich, wie daraus so ein Hype gemacht wird und die Jugend und die Zuschauer durch die Niveaulosigkeit immer mehr verdummt werden.


    Ob ein Lycra-Song erfolgreich wird, hängt auch von der Vermarktung ab. Wenn ein gewisser Stefan Raab, der in seinen "Raab in Gefahr" Sendungen, zumindest früher, Interesse dafür zeigte und ihm nichts zu peinlich war, könnte er bestimmt für einen Werbespot für Lycra engagiert werden: Stefan Raab feat. The Lycra Dance Company tanzt den Lycra-Groove, yeah! Ich stelle mir das dann so wie in einem seiner frühen Songs "Hier kommt die (Lycra) Maus" vor.