Der Reiz des "in Lycra erwischt" werdens

  • In meiner Anfangszeit, in der ich anfing, Lycra zum Sport draußen zu tragen, hatte es einen besonderen Reiz, dass man von Bekannten oder Freunden "erwischt" wird, was dann ab und zu passiert ist, denn ich bin in meiner Heimat recht gut bekannt.

    Da mich mein gesamter Bekanntenkreis damals nur in überwiegend schwarzen Klamotten (Jeans, Sweatshirt) kannte, war es für mich schon eine Überwindung z. B. in einer blau gemusterten Legging mit Badeanzug drüber Kombination Rad zu fahren, so bin ich oft bei mir durch die Gegend gefahren, immer mit dem Hintergedanken, ob mich womöglich jemand der mich kennt so sieht.

    Und prompt kam es auch so, an einer Tankstelle, wo ich gerade Luft nach pumpte kam ein guter Bekannter. Wir sprachen über dies und das, besonders über mein ungewöhnliches Liegebike, aber der Anzug kam gar nicht zur Sprache, auch später nicht, als wir uns im Freundeskreis wieder sahen.

    Mich hat das immer wieder gekickt, so dass ich immer öfter in so Outfits raus bin, immer mit der Ausrede, ich mache ja Sport, ich darf das.

    Aber wie bei so vielem braucht der Mensch irgendwann eine Steigerung und ich ging einen Schritt weiter und radelte an manch einsameren Stellen im Zentai ohne Haube auf, nur manchmal setzte ich sie für ein Teilabschnitt der Strecke, oder für ein Foto auf.

    Aus diesem Anreiz schuf ich auch den Wunschfoto Wettbewerb, der mich immer wieder zwingt in auffälligen Lycraoutfits ins Freie zu gehen und davon Fotos zu machen.

    So geht es sicher vielen von uns, die sich mit Lycra raus trauen, sei es um Sport zu machen, oder nachts im Zentai spazieren gehen.

    Erzählt mal, wem es noch so geht.


    Gruß Wolpertinger

  • Also ich zähle ja zu den "Gesichtslosen Geheimniskrämern", was meine Neigungen betrifft.

    Für mich wäre mehr Offenheit keine Option, da sonst das Erregende des "unkonventionellen" abhanden käme.

    Im Heimatort werde ich mich nie so öffentlich zeigen.


    Vor einiger Zeit habe ich jedoch damit begonnen auf Reisen oder beruflich bedingt weiter weg in Deutschland in die "Randöffentlichkeit" zu gehen. Damit meine ich an Orten, die nicht sehr überlaufen sind, aber stets die Möglichkeit besteht auf Passanten zu treffen.


    Erst waren es nur Schläppchen, dann Radler dazu. Mittlerweile auch Leggings und gelegentlich sogar Gymnastikanzüge (manchmal noch mit T-Shirt drüber, so dass man vor allem die langen Ärmel wahrnimmt).


    Neuerdings wage ich auch Spaziergänge in solchen Sachen näher an meinem Zuhause (ca. 50km). Aber dann auch bewusst bei Tageslicht und auch darauf angelegt, dass mich Passanten so sehen.


    Ist halt eine Entwicklung die jeder Fetischist irgendwann durchmacht. jedoch achte ich darauf, dass es nicht zu "alltäglich" wird, da sonst wie gesagt, die Erregung flöten ginge.

  • Mir geht's es ähnlich wie lycwolf. Leggings und Body trage ich regelmäßig drunter. Strumpfhosen im Winter eigentlich immer. Offen trau mich nur mit der Legging raus. Aber auch nur mit der schwarzen. Trotzdem sehr erregent für mich.

  • Hallo Wolpertinger, dein Text könnte fast meiner sein.

    Lycra Bekleidung {Radlerhosen und Leggings} hab ich damals zum Anfang hauptsächlich beim Radfahren getragen.

    Dann auch so Zuhause, z.b. Im Garten und auf der Terrasse.

    Die Radlerhose wurde dann bei mir im Sommer zur normalen kurzen Hose, die ich bei allen aktivitäten getragen habe.

    Zwischen zeitlich hab ich es auch mit Ganzanzüge und Badeanzüge versucht, aber das war dann nicht mehr so meine sache.

    Irgend wann hab ich dann auch neben der Leggings, die Strumpfhose für mich entdeckt.

    Und die habe ich auch erst nur unter der Hose getragen.

    Leggings trage ich inzwischen auch schon lange als normales Kleidungsstück.

    Das erste mal das ich nur so mit Leggings draussen war, war morgens der gang zum Bäcker, und das wurde dann immer mehr

    z.b. Spazieren gehen oder beim Einkaufen.

    Die Strumpfhose hab ich das erste mal beim Radfahren mit einer kurzen Radler darüber offen getragen.

    Und wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, hab ich auch ziele wo ich hin fahre. Und dort bin ich dann auch so zu Fuss unterwegs.

    Und dort kann mich auch jeder sehen.


    Ich bin auch immer auf der suche nach was neuen, genau so wie ich jetzt erst nur mit der Gatta Brilliant Strumpfhose draussen war,

    ohne was darüber zu tragen.


    Lg Thor72

  • Interessantes Thema. Dieses "Erwischt werden" stellt in der Tat auch für mich einen Kick dar. Die ersten Erfahrungen damit hatte ich schon als Kind/Jugendlicher, wo ich der damaligen Mode entsprechend Radlerhosen als Freizeitkleidung trug, was 1991 natürlich nichts Ungewöhnliches war. Da ich diese Kleidung aber bereits damals mit ganz anderen Augen sah, mehr als bloße Kleidungsstücke darin erkannte, war es für mich schon ein Kitzel, als beispielsweise auf einer Geburtstagsfeier eines Klassenkameraden zwei Mädels sich zunächst darüber unterhielten, ob es denn überhaupt ok wäre, dass sie beide in Radlerhosen erschienen wären, bis eine dann auf mich deutete und sagte: "wieso denn nicht, der ... hat doch auch eine an." Das fand ich damals sehr aufregend, quasi als Legitimation herzuhalten, warum meine Mitschülerinnen ebenfalls in Radlern auf einer "Party" erschienen waren und sich dessen nicht zu schämen brauchten, wie sie kurzfristig angenommen hatten.

    Etwas später dann, mitten in der Pubertät, wo diese Sachen für Jungen nicht mehr "in" waren, und ich mich auch nicht traute, Lycra zuhause zu tragen, bin ich nach der Schule schon mal allein mit dem Rad auf die Felder rausgefahren, hab dann in einigen hundert Metern Entfernung zum Dorf meine Jeans ausgezogen und bin dann eine Weile lang in der Radlerhose oder Leggings, die ich darunter hatte, durch die Gegend gefahren. Die Begegnungen mit Joggern, Gassigängern und anderen Leuten hat dann auch jedes Mal den Puls hochgetrieben. In Urlauben mit meinen Eltern, wo ich mich teilweise auch abgesondert hatte und etwas auf eigene Faust unternahm, bin ich dann auch stundenlang in Lycra unterwegs gewesen.


    Heute trage ich zuhause Lycra, auch wenn ich mal für ein paar Tage zu Besuch bei meinen Eltern bin. Ok, ich beschränke mich bislang auf einfache schwarze oder dunkelblaue Radler oder allenfalls schwarz-bunt gemusterte Radler sowie Laufhosen. Für eine Leggings in neon Pink hats bisher nicht gereicht. In der näheren Umgebung, etwa in meinem Heimatdorf gehe ich aber nicht so deutlich in Lycra spazieren. Beim Radfahren ist das was anderes, da habe ich gepolsterte Hosen - wenn auch hier eher in gedeckten Farben - mit denen ich durch die Heimat fahre. Aber beispielsweise im Supermarkt war ich noch nie in Lycra (nur im Urlaub). Auf der Arbeit wäre es ohnehin nicht gerne gesehen, selbst wenn ich mich traute. Aber da halte ich es ähnlich wie Lycwolf, in Bereichen, wo es um "den Ruf" geht, möchte ich nichts riskieren. Es gibt genügend andere Möglichkeiten für mich, auch in der Öffentlichkeit Lycra zu tragen.

  • Bei mit war es wie beim Der Graf, eine Radlerhose und auch 1991 😏. Genauer eine schwarze Glanz Radlerhose ohne Sitzpolster. War immer mega aufgeregt, wenn ich sie getragen habe, vor allen in der Schule 😊.


    Später bin ich zu Ganzkörperanzügen, beziehungsweise Zentais gekommen, die ich immer Abends heimlich getragen habe. Bevor ich zum ersten mal ein bestellt habe, hab ich davon geträumt zu 100 Prozent in Lycra eingeschlossen zu sein. Da hab ich aber noch nicht gewusst, das es solche Anzüge auch für den normalen Geldbeutel gibt 🤗🤗🤗.

    Das war unbeschreiblich schön, als ich zum ersten mal in ein Zentai gestiegen bin. Das Bild unten zeigt mich in ein meiner ersten Anzüge. Das Foto ist bestimmt schon über 13 Jahre alt.


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    Und dann bin ich mit der Zeit beim Schminken gelandet und gehe oft so in Kombination mit Lycra in die Nacht hinaus, und hoffe ich werde von vielen Menschen beobachtet. Das mag ich unheimlich gern. Das Bild unten zeigt mich als Ziege, und ich stehe dort vor einer Aral Tankstelle. War eine total verrückte Nacht gewesen 😍☺️.


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    Einteiler geben mir auch ein besonderen Kick (trage auch Zentais ab und zu dazu), wenn ich so Rad fahre. Da bei mir im Dorf keiner Radeinteiler trägt, bin ich schon ein Exot. Aber ich genieße es voll und ganz. Und da man für diese Anzüge ein schlanken Body braucht, sehe ich zu, das ich nicht zu dick werde. Für mich schon sehr schwer, da ich auch mega gern esse 😅. Unten seht ihr ein meiner Lieblingseinteiler. Kurz bevor ich eine Radtour gemacht hab.


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    Seit ein Paar Jahren gehe ich auch zu Fotoshootings und genieße es, mich in Pose zu stellen. Werde auch mutiger und hab schon im Zentai ein Shooting gehabt, wo viele Menschen zugegen waren 😅. Unten seht ihr mich in Magdeburg bei der berühmten Kirschblütenallee.


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  • Für mich ist es ein "Spiel", mich anderen Leuten in Lycra-Bekleidung so zu zeigen, dass ein erotisches Moment entsteht, in dem mich Leute dann erwischen können. Ich provoziere diese Situationen, indem ich weder "merkwürdige"/aufdringlich wirkende Lycrasachen anziehe, noch ganz gewöhnliche. Soll heißen, weder Zentais (eh nicht mein Ding) noch eine normale schwarze Radhose auf dem Rennrad oder schwarze Lauftight,

    Sondern was dazwischen, was Neugier und Lust aufs genaue Hingucken weckt. Zum Beispiel meine rote Radhose zum Rennradfahren. Da haben mich auch schon ein paarmal Bekannte drin gesehen, auch allesamt Radfahrer und/oder Triathleten. Die sagten nichts, aber man spürt doch ein gewisses "oh!?"

    Egal ob Bekannte oder Fremde, ich lasse mich dann gerne in dieser "Erwischt" Situation weiter reintreiben. Ich gebe dem Zuschauer ein bisschen Kontrolle über mich. Ich dränge mich nicht auf mit Lycrasachen der heftigen Sorte, sondern der Zuschauer soll entscheiden können, ob er meine "bloß sportlichen" in rotem Lycra verpackten Oberschenkel mustert oder vielleicht sogar anfassen möchte. Ich helfe dem sogar nach, indem ich meine Radtrikots eng und athletisch kurz trage, so dass ich gar nichts dagegen machen kann, wenn ich gemustert oder angefasst werde.

    Das prickelt dann richtig, wenn ich sehe, "der guckt meine Hose genau an". Und mir schießt das Blut in den Kopf, weil der Griff, um das Trikot runterzuziehen und was zu verdecken, ins Leere geht, weil das Trikot dazu zu eng ist.