Nereida Bonusmaterial

  • Nereida feiert Geburtstag - 1 Jahr galaktische Turnfee

    Aus der Reihe hier mal ein Sonderthema.

    Genau heute vor einem Jahr, am 20.5.2016 hatte ich Kapitel 1 der galaktischen Turnfee Nereida vollendet.

    Zu der damaligen Zeit habe ich noch nicht damit gerechnet, die Geschichte irgendwo zu veröffentlichen geschweige denn eine Fortsetzung zu schreiben.

    Das geschah dann im alten Forum am 18.7.2016.
    Ich schaffte es bis Kap. 36, veröffentlicht am 28.12.2016
    und startete hier im Lycra-Forum neu mit Kap. 1 am 21.02.2017.

    Die Urversion von Nereida habe ich noch, und ich möchte sie heute an Nereidas Geburtstag mit euch teilen.

  • Die Turnfee Nereida Drei

    Ein Sci-Fi-Märchen von Desi


    (Erstversion vom 20.5.2016)

    An einem trüben Samstag nachmittag saß ich an meinem Rechner und surfte lustlos im Internet herum. Bei den Seiten meiner Lieblingsbands las ich zum x-Mal dieselben Informationen. Die werden auch immer älter und bringen nichts Neues mehr raus. Man merkt, dass man älter wird. Auf den Nachrichtenseiten gab es ebenso nichts Gescheites; von Unruhen und Kriegen auf der Welt wurde da berichtet wie auch von Tsunamis, Waldbränden und weiteren schauerlichen Dingen. Die Sportnachrichten beschränkten sich auf Fußball, Tennis und Golf, wie fast immer. Von Turnwettkämpfen z.B. las man da nichts, dazu musste man schon Spezialseiten aufrufen.


    Ich war ein Fan von diesen Wettkämpfen und schaute sie mir gerne an, besonders die jungen Frauen. Diese Gelenkigkeit und Anmut und Leichtigkeit, das gefiel mir daran sehr. Könnte ich mich doch auch so elegant bewegen. Und dann auch noch die Turnanzüge aus Lack und Lycra. Die schönsten Farben und Muster und Schnitte hatten die Sportfirmen da einfließen lassen, ich staunte immer wieder. Das kam auch meiner Vorliebe zu Gute, die Vorliebe für diesen schönen Stoff Lycra. Besonders fuhr ich auf Schwarz ab.


    Einige wenige Turnanzüge hatte ich selber auch und turnte zuhause auch darin. Ich hatte viel Freude an der Bewegung und die Lycra-Turnanzüge animierten mich nach mehr. Das war schön.


    Ich öffnete die Suchmaschine Startpage.com, tippte Turnanzug ein, drückte Enter und klickte auf Images. Lauter prächtige Gyms erschienen da. Besonders einer mit sattem Schwarz und raffiniertem Tülleinsatz hatte es mir angetan. Daneben stand geschrieben "Nereida III". Den wollte ich haben!

    Mein Verlangen war wohl so stark, dass ich voll Inbrunst laut heraus schrie: "Nereida Drei, komm bitte her!", und eigentlich ja genau wusste, dass das ja kindlicher Unfug war.


    Etwas Seltsames geschah: Ein gleißendes Licht erstrahlte in der Mitte meines Zimmers, verdichtete sich mit einem Rauschen, Sphärenklänge hüllten den Raum ein. Ich starrte wie gebannt auf das Licht, unfähig, mich zu bewegen, lauschte den Tönen, die mich tief berührten und große Ruhe und Entspannung bewirkten. Es zeicheten sich Umrisse ab, wie von einem menschlichen Körper. Lichtschwaden umkreisten die Gestalt in allen Farben. Die Farben drangen in die Gestalt ein, und die Gestalt nahm die Farben an. Zu meinem Erstaunen erschien eine Frau, etwa Ende 20. Sie war wohlgeformt, hatte eine makellose leicht gebräunte Haut, eine sportliche Figur, ihr dunkelblondes Haar fiel locker herab. Die Frau trug ein langes Kleid mit einem fremdartigen Muster in verschiedenen Farben, das sich meinen Blicken entzog. Ihre dunklen Augen mit den schwarzen Augenbrauen blitzten mich freundlich an.

    Noch benommen von dem unglaublichen Ereignis starrte ich sie an. Wie kam sie hierher? Das ist doch alles nicht möglich?!?


    Sie fing an zu sprechen: "Du hast mich gerufen, Ingo?"

    Ihre Stimme klang klar und hell, und sie riß mich aus meiner Starre.

    Woher kannte sie meinen Namen? Wer war sie? Und wieso hatte ich sie gerufen?

    Die Frau lächelte und tänzelte leicht vor mir.


    "Du kennst meinen Namen, Ingo, denn du hast mich ja gerufen", begann sie.

    "Ich heiße Nereida, genauer Nereida Drei."

    So langsam wurden meine Gedanken wieder klarer. Die Turnfotos, ja.

    Und der eine Turnanzug hieß Nereida!


    "Hallo Nereida," stammelte ich, noch etwas unbeholfen,

    "ich bin ganz verdattert. Von woher kommst du, und wie, äh...?"

    Nereida erkannte meine Verwirrtheit und fiel mir ins Wort.

    "Entschuldige bitte, dass mein Erscheinen dich verwirrt hat.

    Ich komme aus einer anderen, höheren Dimension.

    Das Reisen durch Raum und Zeit fällt mir leicht."


    "Und das Licht?"

    "Die Licht- und Klangeffekte, die du gesehen und gehört hast, dienten mir zur Synchronisation mit deiner Welt. Zu deiner Beruhigung hab ich einen Körper angenommen, der dir in deiner Welt vertraut vorkommt."


    "Was ist das für eine Welt, von der du kommst, Nereida?" Ich war neugierig.

    "Ich komme von der Tanz- und Turnwelt R-Wi", antwortete sie augenzwinkernd und drehte sich einmal schnell um ihre Längsachse.

    "Turnwelt?" fragte ich verblüfft.

    "Ja", strahlte sie. "In unserer Welt ist alles in Bewegung.

    Wir Bewohner von R-Wi tanzen und turnen unsere Welt in die Existenz.

    Die Freude an der Bewegung ist unsere Energie. Und die brauchen wir zum Leben. Ohne Turnen und Tanzen gehen wir sonst zugrunde."


    Nereida tanzte vor meinen Augen. Sie hatte so etwas Magisches an sich. Ich konnte nicht anders, als mich ebenfalls zu bewegen.


    "Und was hat das mit meinem Ruf zu tun?"

    "Dein inbrünstiger Ruf, oder eher gesagt die Macht deiner Gedanken, deines Wunsches hat mich alarmiert. Da ist jemand, der mich und meine Hilfe braucht. Ich bin die Turnfee Nereida."

    "Turnfee? So siehst du ja gar nicht aus. Und wo sind deine Flügel?" meinte ich skeptisch.

    Sie lachte. "Moderne Feen brauchen keine Flügel mehr. Und für Turnfeen sind sie beim Turnen und Tanzen sowieso nur hinderlich. Schau mir zu."


    Nereida begann ihre Hüften zu schwingen, sie lächelte und drehte sich mehrfach um die eigene Achse. Sie strahlte dabei soviel Freude aus, dass das Licht sie wieder umfing und ihren Körper verdeckte. Gespannt wartete ich ab.

    Als ihr Licht zerfloss, meinte ich zu erstarren. Diesen Anblick hab ich doch schon irgendwo schon mal gesehen.


    Ihr dunkelblondes Haar war nun verknotet, wie bei einer Turnerin.

    Aber das Besondere war: Nereidas Kleid war verschwunden.

    Sie trug nun einen Turnanzug.

    Schwarz, und mit einem dezenten schönen Tüllmuster.

    Und zwar das Modell Nereida III.

    Ja, haargenau das aus der Internetseite!

    Mir fiel die Kinnlade herunter.


    Nereida war nun das personifizierte Modell der Internetseite.

    Nur jetzt stand sie direkt vor mir! Leibhaftig!

    Ihr Turnanzug wirkte jetzt noch viel intensiver.

    Edel, schwarz, glänzend. Super Gloss.


    Ich wollte was sagen, war dazu aber nicht in der Lage.


    Nereida lächelte wieder und meinte:

    "Ich hab deine Sehnsucht zur Bewegung gespürt.

    In deinem Ruf und seitdem ich hier bin, erneut.

    Und ich weiß genau, dass du Turnanzüge magst.

    Sie sind hervorragend zum Tanzen und Turnen gemacht.

    Ich weiß, dass du einen willst, und ich werde dir helfen."


    "Und wie? Hast du noch einen mitgebracht? Oder leihst du mir deinen?"


    Sie schüttelte den Kopf.

    "Nein. Bewege dich so wie ich. Es kommt nicht darauf an, meine Bewegungen exakt nachzumachen. Denke daran, Ingo, es geht nur über die Freude an der Bewegung."


    Noch unschlüssig, wie das funktionieren soll geschweige denn, was sie vorhatte, begann ich die Hüften zu bewegen. Nereida machte es mir vor. Und ich drehte mich zu der Musik. Anfangs war ich noch etwas ungelenk, jedoch mit der Zeit ging es immer besser. Ich lächelte Nereida an, und sie lächelte zurück. Ich war dann wie besessen von der Bewegung. Es war, als könnte ich alles tun, alles machen. Als wenn ich auf einem riesigen Feld stände. Als wenn die Sonne nur für mich schien.


    Nereida und die Welt um mich schienen zu verschwinden, das Licht umfing mich, ich fühlte mich auf einmal leicht. Kurze Zeit später spürte ich wieder meinen Körper, oder etwas, was meinen Körper umschloss. Ganz sachte, aber dennoch spürbar. Ich tanzte langsamer und das Licht verschwand.


    Nereida drückte mich und rief freudig aus: "Du bist großartig! Das hast du wirklich toll gemacht. Siehe, deinen schönen Lohn hast du bekommen. Du kannst ihn behalten."


    Ich wusste zuerst nicht, was sie meinte, schaute aber dann an mir herab.

    Oh! Ich glaubte meinen Augen kaum zu trauen!

    Meine Kleidung war nun auch ein Turnanzug! Der Nereida III!

    Das Lycra fühlte sich unschlagbar gut an.


    Überwältigend sah ich Nereida an und fiel ihr um den Hals.

    "Vielen vielen Dank Nereida!"

    Sie strahlte und umarmte mich ebenso.

    "Gern geschehen. Das freut mich, dass es dir gefällt.

    Deine Freude an der Bewegung hat es möglich gemacht."


    Erneut begann ich zu tänzeln und herumzuturnen. Wir beide im Turnanzug.

    Mein Turnanzug machte jede Bewegung fließend mit und paßte wie angegossen.

    Der Wandspiegel zeigte eindrucksvoll meine Bewegungen im Turnanzug.

    "Ich kann gar nicht mehr aufhören", meinte ich.

    "Ja, die Lust am Turnen hat dich nun erreicht.

    Der Turnanzug verstärkt deine Lust am Turnen.

    Deine Lebensenergie ist enorm gestiegen.

    Machen wir also weiter," schlug Nereida vor.


    Wir turnten noch eine lange Zeit zusammen.

    Nereida zeigte mir noch Übungen, wie man sich fithält

    und den Körper am besten stärkt und schützt.

    Im Turnanzug liefen die Übungen fast von selbst.


    Nach einer Weile brauchte ich dennoch eine Pause.

    Nereida hätte noch lange weitermachen könnten, sie schien unermüdlich zu sein.

    Ich holte für uns beide ein Erfrischungsgetränk und wir gerieten ins Plaudern.


    "Wie lebst du eigentlich, Nereida?"

    Ich war neugierig.

    "Wie ich vorhin schon mal sagte, in meiner Welt ist das Turnen und der Tanz Mittelpunkt des Lebens. Wir erschaffen tanzend und turnend unsere Welt und erhalten sie auch auf diese Weise."

    "Wie soll ich mir das vorstellen?" fragte ich.

    "Denke an ein Ballett in deiner Welt. Die Tänzer errichten nur durch ihre Tänze eine eigene Welt. Gefühle, Räume, Städte, ganze Königreiche entstehen und vergehen allein nur durch den Tanz auf einer sonst leeren Bühne", erklärte Nereida.

    "Du hast dir vorhin zum Beispiel vorgestellt, du stehst auf einem riesigen Feld und die Sonne scheint nur für dich", ergänzte sie.

    "Das hast du gesehen?" Ich war verblüfft.

    "Ja. Deine imaginäre Welt ist für mich real sichtbar.

    Das Ballett bei euch ist etwa ähnlich wie in meiner Welt.

    Nur dass wir bei uns keine Imagination vor einem Publikum, sondern eine echte Welt erschaffen."

    "Und was ist deine Aufgabe?" fragte ich.

    "Wir benötigen die Bewegung so dringend wie du das Essen und Trinken hier. Dabei hilft uns die Freude am Tanz sehr. Diese Freude möchten wir von R-Wi gerne weitergeben.

    Dieser Aufgabe habe ich mich verschrieben. Ich weiß, dass es auch auf der Erde Lebewesen mit Spaß am Turnen und Tanzen gibt. Ich helfe euch Erdlingen dabei, diese Freude zu vermehren und eigene Welten zu schaffen, wenn auch nur in Gedanken."

    "Und die Turnanzüge?"

    Nereida lächelte. "Ein schöner Turnanzug oder Ballettanzug beflügelt die Tänzer und Turner. Er sieht gut aus, macht alle Bewegungen mit und man fühlt sich darin einfach wohl. Egal ob für Mann oder Frau, Junge oder Mädchen, ein schöner Turnanzug ist eine Bereicherung. Das hast du ja auch gemerkt."

    "Und ob! Ich liebe Turnanzüge."

    "Und darum kamen wir von R-Wi auf die Idee, Turnanzüge zu entwerfen und hier auf der Erde anzubieten."

    "Gibt es deswegen die Firma Ervy?". Die Ähnlichkeit zwischen dem Namen von Nereidas Heimatwelt und dem deutschen Turnartikelhersteller drängte sich mir schon länger auf.

    "Genau," erwiderte Nereida, "da R-Wi sich nicht gut als Name macht.

    Wir beeinflussten die Leute dort so, dass sie die Firma Ervy nannten und den Modeschöpfern flüsterten wir unsere Entwürfe ein, und ließen sie in dem Gedanken, die Entwürfe kämen von ihnen selbst."

    "Trickreich! Und die Katalogfotos?"

    "Dafür waren ich und weitere Bewohner von R-Wi auf der Erde zum Fotoshooting, natürlich unerkannt," meinte Nereida.

    "Also warst du das persönlich auf dem Bild auf der Internetseite," fragte ich.

    "Ja", lachte Nereida. "Wenn jemand schon einen Turnanzug mit meinem Namen anbietet, muss ich ihn ja auch persönlich anziehen und vorführen.

    Zwar kann ich auf der Erde jede menschliche Gestalt annehmen, aber die Erdenfrau Nereida wie auf der Webseite oder wie ich jetzt hier kommt meinem tatsächlichen Aussehen sehr nahe."

    "Wow, ich wußte natürlich nicht, wie das alles so zusammenhängt, aber nun ist mir alles klar," meinte ich.

    "Ich sehe, du hast einen schönen Tag gehabt. So werde ich langsam aufbrechen."

    "Allerdings, Nereida," bekräftigte ich. "Danke nochmal für den tollen Tag und unsere Gespräche und diesen superschönen Turnanzug."

    "Nichts zu danken," lächelte sie.

    "Eine Bitte noch: Darf ich ein Foto von uns beiden machen, als Erinnerung?"

    "Aber gerne doch."

    Sie wartete geduldig, während ich schnell das Stativ aufbaute.

    Wir stellten uns beim Sofa vor die Kamera. Sie lächelte wieder bezaubernd.

    'Klick', und schon war unser Bild im Kasten.

    "Fantastisch," meinte ich. Ihr gefiel das Bild auch.

    "Nun muss ich aber los", sagte Nereida.

    "Kommst du mal wieder vorbei?" bat ich sie, ein wenig traurig.

    "Aber ja. Oder ruf mich dann so, wie du es heute gemacht hast."

    "Abgemacht" rief ich.

    Wir umarmten uns zum Abschied nochmal herzlich.

    "Lebewohl, Ingo," sagte sie, und ich sah, dass auch sie ein wenig traurig war.

    "Vergiss nicht zu turnen und zu tanzen. Dein neuer Turnanzug hilft dir dabei. Er ist auch mit meiner Energie gefüllt", meinte sie. "Übrigens ist jeder Turnanzug, der Ervy verlässt, mit der Tanz- und Turnenergie aus R-Wi gefüllt. Und deiner ganz besonders, denn er kommt von mir persönlich" schloß sie.

    Ich bedankte mich nochmal bei ihr.

    Nereida lächelte nochmal und rief mir zu: "Tschüss Ingo, bis irgendwann mal wieder. Und nun tanz zum Abschied noch mal mit mir!"

    Wir tanzten auf der Stelle, und unsere Bewegungen wurden schneller und intensiver. Ich nahm wieder die Musik wahr, und das Licht nahm Nereida ein, ließ sie erstrahlen voller Energie. Ein letztes Mal sah ich ihr Gesicht, mit ihrem bezaubernden Lächeln, dann war ihr Licht gleißend hell, es wirbelte umher und strömte gen Zimmerdecke und verschwand schließlich.


    Ich war wieder allein. Das ganze kam mir fast wie ein Traum vor, wären da nicht der bequeme Turnanzug, den ich immer noch anhatte, und das Foto mit meiner kosmischen Besucherin.

    Gerne denke ich an sie zurück, schaue manchmal an den Himmel und stell mir vor, wie sie da oben irgendwo mit voller Lebensfreude weiterturnt und tanzt.


    Dann gerate auch ich wieder ins Turnen und Tanzen.


    Ingo


    (C) Desi, 2016

  • Da ich auch etwas Niederländisch spreche und im niederländischem "Mannen in badpak" Forum (Männer im Badeanzug) angemeldet bin, habe ich dort eine niederländische Version von Kap. 1 der Turnfee veröffentlicht. Die Mitglieder dort freuten sich darüber. Ihr könnt euch nun auch freuen. Als weiterer Bonus hier die NL-Version.
    Wer der Sprache mächtig ist, dem wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

  • De galaktische turnfee Nereida Drie

    Een intergalaktisch sprookje verzonnen van Desi in mei 2016. Vertaald in het Nederlands van Desi, november 2016

    Het was eens een saai zaterdag. Ik zat alleen bij mijn computer en keek naar informaties in het internet. Mijn favoriete muziek groeps hadden geen nieuwe informaties. Zij hadden maar ook geen nieuwe cd'tjes. Zij werden oud. Je ontdekt dat je ook oud word.

    De nieuws paginas hadden het maar alleen van akelige dingen zoals oorlogen, aanslagen, tsunami's, bosbranden enzovoort.

    De sport nieuws hadden alleen nieuws uitgebracht van voetball, tennis, formule een of golf.

    Je kon niet lezen van turnwedstrijden. Daarom moest je speciale paginas oproepen.

    Ik hield van turnwedstrijden en keek maar liefst naar hen. Ik hield van de lenigheid, sierlijkheid en de lichtheid. Ik wenste dat ook te kunnen doen. En kijk naar de turnpakjes van lak en lycra! De mooiste kleuren, dessins en pasvormen hadden de fabricanten gecreëerd, iets waar ik vaak over verbaasd was. Mijn voorkeur was de textiele stof lycra, en ik had het liefst met de kleur zwaart.

    Ik had ook weinige turnpakjes en ik deed vaak exercities thuis. Ik vond het leuk te turnen en de lycra turnpakjes maanden mij verder te turnen. Erg leuk!

    Ik riep startpage.com op en toetste 'turnpak' in en klikte naar 'images'. Een grote hoeveelheid prachtige turnpakjes werden getoond. Een was leuker dan een ander. Het mooist turnpakje was een zwaart turnpak met een klein stukje tule en schitterend strass steentjes. Het was genoemd 'Nereida-III'. Ik wou dat ik hem had!

    Mijn wens was zo krachtig dat ik loudkeels riep: 'Nereida drie kom hiernaartoe alstublieft!'

    Gelijktijdig wist ik dat het was complete onzin, naar een turnpak te roepen.


    Maar iets rars gebeurde. Een schel licht was er plots in mijn woonkamer, werd sterker een groeide. Een vremd maar mooi geluid kwam er op. Ik keek naar het licht en was niet in staat tot beweging. Ik luisterde naar het geluid en het deed mij aangenaam aan. Er was nu een contour zichtbaar van een menselijke lichaam. Het licht omcirkelde het lichaam in alle kleuren. De kleuren raakten de lichaam aan en verfden het lichaam aan.


    Tot mijn verbazing was er een vrouw zichtbaar, haar ongevere leeftijd was 30 jaar.

    Zij had een goedgevormde sportieve figuur met een vlekkeloze zonnestudio-bruine huid en met lange donkerblonde haren.

    De vrouw had een lange rode jurk aan, met een raar dessin wat heel vreemd voor mij was.

    Haar donkere ogen keken mij welgezind en vriendelijk aan.


    Ik was nog zweverig van deze ongelofelijke gebeurtenis toen ik zij zag.

    Hoe kwam zij binnen? Dit is maar onmogelijk!


    Zij begon met praten. "Heb je mij geroepen, Ingo?"

    De klank van haar stem was duidelijk, helder en zacht.

    Waarom wist zij mijn naam? Hoe was zij? En waarom had ik haar geroepen?


    De vrouw glunderde en huppelde een beetje.

    Waarschijnlijk kon zij mijn gedachten uitlezen.

    "Je weet mijn naam, omdat je heeft mij geroepen.

    Ik heet Nereida, meer in het bijzonder Nereida Drie."


    Mijn zweverigheid verdween iets. Ja, de turnfoto's in het internet!

    En de naam van een turnpakje was 'Nereida-III'!


    "Hoi Nereida, ik ben een beetje verbaasd. Waar kom je vandaan, en hoe kwam je..."


    Nereida besefte mijn verwarring en interpelleerde:

    "Pardon dat mijn verschijning heeft je verwaard.

    Ik kom een hogere dimensie vandaan. Mijn tocht tussen tijd en ruimte is gemakkelijk voor mij."


    "En wat betekend het licht en het geluid tijdens jouw verschijning?"


    "Het licht en geluid wat je hebt gezien diende ter synchronisatie met jouw wereld.

    Om je gerust te stellen had ik een lichaam gekozen dat je bent vertrouwd met."


    "Wat een wereld is het waar je kom vandaan, Nereida?"


    "Ik kom vandaan het turn- en danswereld R-Wi" aantwoorde zij en wentelde een keer snel en sierlijk om haar as.


    "Turnwereld?" vraagde ik verbaasd.


    Zij glunderde. "Ja. In onze wereld is alles in beweging. Wij bewoners van R-Wi dansen onze wereld tot bestaan. De beweging vult ons aan met levensenergie. Wij hebben haar erg nodig om te leven. Zonder turnen of dansen zullen wij overlijden."


    Nereida danste in mijn kamer. Wat zij deed scheen magisch en licht te zijn. Het was besmettelijk. Het dans virus raakte mij aan. Ik begon automatisch met haar mee te dansen.


    "En wat heeft het met mijn roep te maken?


    "Jouw vurige roep of jouw gedachten van jouw wens drongen door de dimensies en hebben mij gealarmeerd.

    Er is iemand die mijn hulp nodig heeft. Me, de turnfee Nereida Drie."


    "Turnfee? Jij lijkt niet op een fee. En waar zijn jouw vleugels?" Ik was sceptisch.


    Nereida lachte.

    "Moderne feeën hebben geen vleugels nodig. En voor turnfeeen zijn zij al lastig. Kijk maar naar mij."


    Nereida begon haar heupen te zwaaien en te slingeren. Zij glunderde en wentelde snel en sierlijk om haar as.

    Zij straalde een bijzondere vreugde uit, niet alleen vanaf haar gezicht, maar ook vanaf haar geheele lichaam.

    Ik had nooit zoiets vroeger gezien! Het licht omving en verdekte haar wentelnde lichaam. Ik luisterde naar vremd maar mooi geluid. Een leuk spektakel!

    Ik wist niet of het secunden of minuten waren, ik was de tijd vergeten. Ik wachtte nieuwsgierig.

    Toen de muziek en het licht verdween en ik Nereida weer zag dachtte ik ik moest verstarren.

    Deze aanblik had ik vroeger al gehad!

    Haar lange haar was nu in een knoop op haar hoofd, zoals een turnster het heeft.

    Maar het bijzonder was: Haar jurk was verdwenen!

    Zij droeg nu een turnpak!

    Het was een zwaart turnpak met een klein stukje tule en schitterend strass steentjes.

    Ja, precies dit turnpakje Nereida-III!

    Zoals ik het had gezien op het internet pagina!

    Ik was stomverbaasd!


    Nereida in mijn woonkamer leek nu precies op het foto in het internet.

    Maar zij stond nu direct en vleselijk voor mij!

    Haar turnpakje maakte nu een veel nadrukkelijkere indruk!

    Edel, zwaart, glanzend, magnifiek, Super Gloss.


    Ik wilde iets zeggen, maar het werkte niet. Wat een prachtig turnpak! Wat een mooie vrouw!

    Ik had zo graag ook een zwaart Nereida-turnpak willen hebben!

    Maar het kon niet omdat ik was niet in staat tot praten.


    Nereida glunderde weer en zei:

    "Ik heb jouw verlangen tot beweging gevoeld.

    Twee keer, het eerst toen je heeft mij geroepen, en nu weer.

    En ik heb gevoeld dat je van turnpakjes houd.

    Turnpakjes zijn erg geschikt voor turnen en dansen.

    Ik weet dat je graag een turnpakje wil hebben,

    en ik zal je helpen."


    Nereida heeft mij doorzien. Maar zij vond mijn wens niet raar.

    Zij gaf mij moed.


    "En hoe zal je mij helpen? Heb je nog een tweede turnpakje mee?

    Of zal je jouw turnpakje uitlenen aan mij?"


    Zij schudde nee.

    "Noch het eerste noch het tweede.

    Beweeg je zoals mij. Je hoeft niet precies to bewegen zoals mij.

    Denk eraan, het werkt alleen met de vreugde voor beweging."


    Ik wist niet noch hoe het zal werken noch wat zij van plan was.

    Desondanks begon ik mijn heupen te zwaaien zoals Nereida deed.

    En ik ging wentelen met de muziek.

    In het begin was ik nog stijf, maar later werkte het beter.

    Ik was gevoeliger voor de beweging en ik moest niet meer nadenken.

    Mijn lichaam had een eigen zin. Ik was geobsedeerd van mijn beweging.

    Het was een gevoel, dat ik alles kon doen, alles kon zijn.

    Alsof ik op een groot veld danste.

    Alsof de zon alleen voor mij scheen.

    Nereida en mijn kamer schenen te verdwijnen, het licht omving mij.

    Ik voelde dat ik erg licht of gewichtloos was.

    Mijn wereld was alleen dans en licht.

    Korte tijd later voelde ik weer mijn lichaam,

    en iets dat mijn lichaam omving.

    Ik danste weer langzaam en het licht verdween.

    Ik zag weer Nereida en mijn woonkamer.


    Nereida kwam naar me toe en omhelsde mij.

    Zij riep met vreugde: "Jij was fantastisch! Wat geweldig!

    En jij hebt al een leuke beloning gekregen!

    Jij kunt het bewaren, het hoort nu bij jouw."


    Ik wist niet, wat zij bedoelde omdat ik altijd nog dat leuke gevoel van de dans had.

    Dan keek ik af naar mijn lichaam.

    Het was ongelofelijk wat mijn ogen zagen!

    Ik droeg nu ook een turnpakje!

    Precies hat turnpakje Nereida-III!

    Wat een leuk gevoel met de lycra!

    Ik kon niet toegeven, dat ik nu een turnpakje droeg! Ik moest herhaaldelijk kijken!

    Dan dachtte ik aan Nereida. Het was haar verdienstelijkheid!

    Overweldigd kwam ik naar haar toe en omarmde haar.

    "Dank je wel Nereida! Heel erg leuk, het turnpakje!"


    Zij glunderde.

    "Graag gedaan. Het is leuk dat je geniet van jouw turnpakje.

    Alleen jouw vreugde voor de beweging heeft het mogelijk gemaakt."


    "Maar jij, jij hebt mij maar het turnpakje geschonken?"

    zei ik met verwarring.


    "Dat klopt, maar ik had ervoor jouw verve en jouw enthusiasme nodig"

    aantwoorde Nereida.


    Ik begon weer met huppelen en dansen. Nereida deed het evenzo.

    Wij hadden hetzelfde turnpakje aan!

    Mijn turnpakje zat als gegoten een deed elke beweging goed mee.

    De spiegel toonde mijn bewegingen indrukwekkend.


    "Ik kan niet stoppen met dansen, ik ben goedgemutst en ik heb een welbehaaglijk gevoel, ik voel een lichtheid en wij schijnen een gemeenzame zwaartepunt te hebben tijdens de dans."


    Nereida zei: "Ja, je hebt nu het plezier voor dansen gekregen. En jouw nieuw turnpakje intensiveert jouw plezier. Het welbehaaglijk gevoel, goed humeur en lichtheid verschijnt telkens als twee of meer mensen elkaar in turnpakjes van R-Wi ontmoeten en dansen. Ja er is een grote attractie tussen elkaar. En jouw beweeglijkheid zal ook verbeteren. Ik zie dat je plezier voor dansen is gestegen. Laten wij nu doorgaan."


    Wij deden nog veel exercities. Nereida toonde gymnastische oefeningen aan mij om fit te zijn en bliven. Turnen in turnpakjes liep gesmeerd.


    Een wenig later had ik een pauze nodig.

    Nereida was vol met energie, zij had maar urenlang verder kunnen dansen.

    Ik haalde een frisdrank en wij raakten an de praat.


    "Hoe is jouw leven op R-Wi, Nereida?"


    "Als ik had gezegt, staat dansen en turnen in het middelpunt van onze belangstelling. Wij bewoners van R-Wi creëren onze wereld doordat wij dansen en turnen. En wij bewaren onze wereld op deze manier."


    "Leg het uit voor me alstublieft."


    "Denk aan een ballet in jouw wereld. De danseressen en dansers creëren alleen met hun dans een eigene wereld. Gevoelens, ruimtes, steden, gehele koningrijkes zullen ontstaan en verdwijnen alleen met hun dans. En dat gebeurd alles op een leeg toneel. Je ziet met je ogen alleen de dansers en het leeg toneel.

    Trouwens Ingo, je had zoeven tijdens jouw dans een voorstelling gehad dat je was op een groot veld en de zon alleen voor jouw scheen."


    "Heb jij dat wirkelijk gezien, Nereida?"

    Ik was verbaasd.


    "Ja. Jouw voorstelling was voor mij duidelijk zichtbaar.

    Het ballet op R-Wi lijkt op het ballet op Aarde.

    Met het verschil dat wij geen gedachten creëren maar een wereld in werkelijkheid met bijvoorbeeld massieve objecten."


    "Wat is jouw taak op R-Wi, Nereida?"


    "Wij hebben de beweging als nodig als je het eten en drinken. De vreugde voor dansen is een grote help erbij. En wij bewoners van R-Wi willen deze vreugde verspreiden in het heelal. Dit is mijn taak. Ik weet dat op Aarde zijn er mensen die hebben veel vreugde met dansen, turnen, gymnastiek doen. Ik zal graag helpen te intensiveeren deze vreugde en te creëren nieuwe werelden in gedachten."


    "En welke rol spelen de turnpakjes?"


    Nereida glunderde. "Een mooi turnpakje zal de dansers en turners bevleugelen, bespoedigen. Hij ziet voordelig uit, jij kunt alle bewegingen erin doen zonder problemen en jij hebt een goed gevoel erin. Egaal of je man of vrouw, jongen of meid bent. Een turnpakje is een persoonlijk gewin. Jij heeft het zelf bespeurd."


    "Precies! Ik houd van turnpakjes!"


    "En daarom hadden wij een idee, turnpakjes te creëren en hier op Aarde aan te bieden."


    "Is dat de reden dat er is het bedrijf Ervy?"

    De overeenkomst tussen de naam van de Duitse turnpak fabrikant en de naam van Nereida's wereld is mij al langer opgevallen.


    "Precies, omdat R-Wi geen goede naam voor een turnpak bedrijf is", zei Nereida.

    "De mensen noemden haar bedrijf 'Ervy'. Wij bewoners van R-Wi praatten de modeontwerpers onze dessins aan, in gedachten. Maar wij lieten hen geloven, dat het waren hun gedachten. Zij hebben ons nooit gezien."


    "Wat slim! En hoe zijn de foto-modellen voor de catalogus foto's?"


    "Ik en sommige bewoners van R-Wi waren de foto shots erbij zonder herkend te worden."


    "En de foto van het turnpakje Nereida-III, is dat een foto van jouw, Nereida?"


    Nereida lachte. "Ja, vanzelfsprekend! Als er is een foto van een turnpakje met mijn naam, dan moet ik ook zelf het aandoen en een foto laten maken ervan.

    Ik ben in staat tot elke menselijke vorm aan te nemen op Aarde, maar de vrouw op het foto Nereida-III of ik nu hier lijkt erg op mijn echt uiterlijk op R-Wi."


    "Hey, ik wist niet van de samenhang van alle die dingen maar nu is alles kits", zei ik.


    Nereida grijnslachte.


    Het was al laat, tien uur 's avonds.


    "Ik zie je had een leuk dagje gehad. En ik zal weer terug gaan."


    "Precies Nereida! Hartelijk bedankt voor dit leuk dagje, voor onze praat en voor dit leuk turnpakje!"


    "Graag gedaan" zei Nereida en glunderde.


    "Mag ik nog een foto maken, met z'n tween?" vraagde ik aan Nereida.


    "Leuk idee."


    Zij wachtte geduldig tot ik klaar was met mijn foto toestel.

    Wij stelden voor de foto-camera. Nereida glimlachte op een betoverende manier.

    Een korte "klik" en klaar was Kees.


    "Fantastisch foto", zei ik. Nereida was er ok van mening.


    "Nu moet ik weer vertrekken", zei Nereida.


    "Wat jammer... Kan ik je op een of ander manier kontakteren, Nereida?"

    Ik was een beetje droevig.


    "Jazeker. Als je mijn turnpakje draagt en je turnt of danst, heb je een gedachtelijke verbinding met mij. Wij kunnen dan gedachten wisselen, als je wilt. Of jij kunt mij roepen zoals vandaag."


    "Akkoord!" zei ik.


    Wij omarmden elkaar. Het was heel leuk, Nereida's turnpakje met mijn handen te voelen.


    "Vaarwel Ingo" zei Nereida. Ik zag dat Nereida ook een beetje droevig was.

    "Vergeet niet het turnen en dansen, Ingo. Jouw nieuw turnpakje zal je erbij helpen. Het pakje is gevuld met mijn energie. Trouwens is er elk turnpakje dat het bedrijf Ervy verlaat gevuld met dans energie van R-Wi. En jouw turnpakje in het bijzonder omdat jij hebt hem van mij persoonlijk."


    Ik bedankte met Nereida nog een keertje.


    Zij glimlachte en riep: "Vaarwel Ingo, tot ziens. En nu dans met me de laatste keer."


    Wij dansten in mijn woonkamer. Onze bewegingen raakten intensiver. Het licht en de muziek verschenen weer, het licht omving Nereida en zij glunderde vol van energie. Ik zag haar de laatste keer met haar betoverende glimlach. Daarop vloeiden de kleuren haar lichaam uit en wervelden om Nereida heen. Het licht werd erg schel, vloeide mijn kamer uit en verdween.


    Ik was weer alleen. Het alles leek op een droom. Maar ik heb nog de foto met Nereida en het mooi turnpakje van mijn kosmische bezoekster.

    Nu denk ik graag aan haar, kijk soms op het foto, kijk 's avonds door het raam naar de hemel. Ik stel me voor, hoe Nereida daar verder met veel vreugde danst en turnt.

    Daarop doe ik haar turnpakje aan en dans en turn uitbundig.


    (C) Desi, 2016



  • Dann zuerst mal Alles Gute zum Geburtstag, Nereida!

    Danke für die "nederlandse" Fassung.
    Nun bin ich leider des holländischen nicht mächtig, aber interessant die beiden Versionen Wort für Wort zu vergleichen. Erstaunlich vieles ist zumindest phonetisch vergleichbar, anderes unterscheidet sich aber so sehr, dass es sich nur aus dem Kontext erschließt. (Und mit deutscher Vorlage)

    Anscheinend bist du recht fließend in dieser Fremdsprache, sonst wäre dir sicher kein Lob von den holländischen Badeanzugträgern zuteil geworden. Ich könnte sowas allenfalls auf Englisch. Für ein anderes Forum hatte ich mal eine Story, die in Schottland spielt halb englisch und halb deutsch verfasst, was mehr Authentizität bringt.

    Toll, diese Zweisprachigkeit.

    Am liebsten glatt und glänzend!

    Edited once, last by Desi: Steuerzeichen manuell entfernt ().

  • Danke Lycwolf!
    Ja, du hast recht, man kann es nicht immer Wort für Wort übersetzen. Für die Übersetzung habe ich zwei volle Tage gebraucht. Werde wohl an die 50 Mal das Wörterbuch benutzt haben. Flüssig reden in NL kann ich (noch) nicht, und mein Wortschatz ist noch gut ausbaufähig, geschweige denn von den Redewendungen. Aber für ein lockeres Gespräch mit den niederländischen Badeanzugträgern langt es allemal.
    Ich hatte auch schon überlegt, die weiteren Folgen ab Kap. 2 zu übersetzen, nur hätte das zuviel Arbeit bedeutet. Da bin ich doch etwas träge, und stecke die Zeit lieber in Korrektur von bestehenden deutschen Nereidafolgen, oder die Neuverfassung.
    Mit Niederländisch habe ich ja schon Kapitel 24 (Femkes schöner Turnanzug) garniert.
    Und sei gewiss, es wird noch mehr kommen.
    Du hast beim Hahn im Korb ja auch französische Wörter verwendet (eine Sprache, von der ich auch nur einige Wörter verstehe).
    Gruß
    Desi

  • Französisch ist ja auch einfach, das beherrsche ich.

    Ach so, du meintest die Sprache? Da kann ich auch nur das wenige das jeder kann.

    (Spässle g´macht, wie sich der Schwabe ausdrückt)

    Am liebsten glatt und glänzend!

    Edited once, last by Desi: Steuerzeichen manuell entfernt ().


  • Und wieder ist ein Jahr herum, wir haben den 20. Mai.

    Nereida hat Geburtstag. Alles Gute liebe Turnfee!

    Laut Kapitel 54 der Turnfeegeschichte wurde sie am 20. Mai 1986 geboren, ist also heute 32 Jahre alt.
    Da meine Geschichte aber im Jahr 2016 spielt, ist sie eigentlich erst 30 Jahre alt.
    Natürlich ist das alles Fiktion...

    Wie kam ich auf den 20. Mai?
    Tja, am 20.5.2016 vollendete ich Folge 1 der Galaktischen Turnfee.
    Ins Internet gestellt hatte ich sie am 18.07.2016 in der Lycra Fan Community
    und am 21.2.2017 hier im Lycra-Forum.

    Ich möchte zur Feier des Tages hier eine Sonderfolge einstellen.
    Sie steht außerhalb der Reihenfolge der offiziellen Kapitel meiner Geschichte.

    Darin geht es um Mythen.
    Wie ist die Welt R-Wi entstanden, und wie die Bewohner, die R-Wi-i?
    Wieviele R-Wi-i gibt es? Woher kommt ihre Vorliebe für den Tanz?
    Und was bedeutet es, mit Udista und Lopeta zu tanzen?

    All das findet ihr in der kommenden Sonderfolge
    "Nereidas Schöpfungsgeschichte . . . Der R-Wi-Schöpfungsmythos".

    Stoßt mit mir auf unsere quirlige Turnfee an!

    Viel Spaß und eine tolle Geburtstagsfeier mit Nereida, ihren Freunden und ganz viel Tanz wünscht euch

    euer Desi.

  • Nereidas Schöpfungsgeschichte
    (Der R-Wi-Schöpfungsmythos)


    Wir - Nereida, Beata, Oksana, Lisa und ich, Ingo - gingen an einer Kirche vorbei, als die Glocken zu läuten begannen.

    "Hey, was ist das für ein lautes Geräusch aus diesem hohen Haus? Ich hatte sowas schon ein paar mal von unserer Wohnung in Obertupfingen gehört", meinte Nereida verwirrt.
    "Das ist eine Kirche. Und was du da hörst, sind die Kirchenglocken", antwortete ihre Schwester Bea.
    Nereida gab zu verstehen, dass sie sich da nicht wohlfühlte. Wir beschleunigten unsere Schritte, gelangten zum Park, weiter genug weg von der Kirche.

    Dort nahm Nereida das Gespräch wieder auf und fragte uns nach der Kirche und den Glocken aus.
    Wir erzählten ihr vom Christentum und den Gottesdiensten, bis hin zur Version der Schöpfungsgeschichte in der Bibel. Sie nahm das alles erstaunt zur Kenntnis, hielt uns wohl für ein bisschen wunderlich. Wir fügten auch hinzu, dass wir eher von der Version vom Urknall überzeugt sind als von den bildlich-metaphorischen Schilderungen der alten Schriften.
    Als Nereida das hörte, lächelte sie wieder.

    "Die Version der Ausbreitung des Alls aus einer räumlichen und zeitlichen Singularität ist auch auf R-Wi verbreitet. So haben R-Wi-i und Erdenbewohner ja sogar gleiche Vorstellungen vom Beginn des Weltalls. Allerdings haben auch wir einen Schöpfungsmythos, der unseren Kindern gerne erzählt wird."
    "Wie lautet der denn? Erzähl mal, Nereida", bat Oksana neugierig.

    Wir lauschten gespannt. Die Turnfee strahlte, begann mit leuchtenden Augen tänzelnd ihren Vortrag.
    "Ihr wisst ja, dass wir R-Wi-i leidenschaftlich gerne tanzen. Woher unsere Tanzbegeisterung kommt, dafür liefert unser Schöpfungsmythos eine Erklärung. Nun zu der Geschichte.

    Zu aller Anfang gab es ein riesiges Geschöpf oder Gebilde, was aus einem Kern und ganz viel Staub bestand und hochintelligent war. Wir nennen es Itena-Isys, da es sich selber keinen Namen gegeben hatte."

    "Was bedeutet denn das Wort, Nereida?" fragte Lisa.

    "Das ist ein uraltes R-Wi-Wort und bedeutet so viel wie: Der große Zusammenhang, die große Einheit, die große Harmonie."

    "Nereida, eine andere gelungene Übersetzung ist, so finde ich: Das All-Umfassende Ganze", warf Beata ein.

    "Ja, das passt gut, ke-re-ses. Das All-Umfassende Ganze, hihi. Aber keiner wusste, was oder wer Itena-Isys genau war, weiblich, männlich oder was auch immer, und woher es kam. Fast stand, dass es eine Intelligenzform gepaart mit Materie war. Auch sein Alter war unbekannt.
    Es schaffte auf irgendeine Weise, die riesige Gravitation im Gleichgewicht zu halten, so dass seine ungeheure Materie sich nicht zusammenklumpte.

    Eines Tages langweilte es sich. Da begann es sich zu drehen. Somit wurde es zum ersten Tänzer im ganzen All. Durch die ungeheure Fliehkraft dehnte es sich immer weiter aus. Itena-Isys fühlte sich wohl und beschloss daraufhin, immer und ewig weiter zu tanzen. Die Masse wurde so im Weltall ausgebreitet.

    Die Intelligenz von Itena-Isys war aber masselos, es war Geist, oder ganz viele Gedanken. Sie wurde nicht weggeschleudert, sondern blieb im Zentrum.
    Angeregt durch die wegwirbelnden Massen trennten sich die Gedanken von Itena-Isys dennoch voneinander.
    Auch sie wirbelten umeinander, um das Zentrum von Itena-Isys. Sie sammelten sich an in zwei Kugelschalen, verbanden sich.
    So entstanden zwei Energie- oder Geistwesen, Lopeta und Udista, jedoch mit entgegen gesetzen Eigenschaften und Zukunftsplänen.

    Lopeta war die innere Schale. Sie stand für das Vergehen, Zerstören, Sterben und strebt nach dem Explodieren und Auseinandergehen.
    Udista war die äußere Schale. Sie war das Gegenteil und stand für den Zusammenhalt, die Schöpfung, das Leben, die Erneuerung. Udista strebt nach dem Einswerden, nach dem sich Zusammenziehen.

    Aber sie standen sich leider auf der verkehrten Seite gegenüber.
    Lopeta konnte sich nicht ausdehnen, da ja Udista rundherum das verhinderte. Und Udista konnte nicht sich zusammenschließen, da ja Lopeta im Kern dieses Vorhaben blockierte. Einfach durcheinander zu gehen, verhinderten ihre großen Energien. Was sie nur tun konnten, war, miteinander zu tanzen.
    So kamen die beiden vernunftbegabten Wesen überein, Frieden zu schließen.
    Sie erkannten, dass sie nur zusammen und gemeinsam existieren können. Zusammen kommen und Auseinander gehen, Leben und Sterben, Schöpfung und Zerstörung sind seitdem untrennbar.

    Lopeta und Udista vereinbarten einen Wechsel zwischen größter und kleinster Ausdehnung, so dass jeder mal zu seinem Recht kam. Dies sollte in Perioden von der Dauer 111 Walltava geschehen."

    "Wie lange dauert denn ein Walltava?" fragte Oksana.

    Nereida zuckte mit den Schultern.
    "Ich weiß es auch nicht. Es ist ein unglaublich langer Zeitraum."

    "Und was bedeutet die Zahl 111, wie kommt ihr darauf?" fragte ich.

    "Itena-Isys steht für die erste Eins, Udista für die zweite Eins und Lopeta für die dritte Eins. Hintereinandergeschrieben ist es 111. Und da wir R-Wi-i auch jeder zehn Finger haben, hat sich bei uns wie bei euch das Dezimalsystem durchgesetzt, seitdem ist 111, Eins-Eins-Eins nun Einhundertelf.
    Bei uns R-Wi-i ist 111 gleich Er-iilu-ku, also die Höchstbesondere Zahl", erklärte Nereida.

    "Ihr benutzt hier auf der Erde statt 'höchstbesonders' die Wörter 'heilig' oder 'vollkommen'", ergänzte Beata.

    "Beim ersten Ausdehnen von Udista und Lopeta schufen die beiden eine Sonne namens Keskiwalo und einen Brocken im Weltall, meine Welt R-Wi."

    "Und sagt mal, Nereida und Beata, was ich schon immer mal fragen wollte: Was bedeutet eigentlich der Name R-Wi?" fragte Lisa.

    Nereida zierte sich ein wenig, als müsste sie ein sehr gut gehütetes Geheimnis preisgeben. Ihre Schwester war da weniger geheimniskrämerisch:
    "R-Wi stammt von dem uralten Wort 'er-ii', und bedeutet 'besonders'. Irgendwie hat sich im Laufe der Jahrhunderte da ein 'W'-Laut hereingemogelt. 'Er-ii' steckt übrigens im Wort 'Er-iilu-ku', was Nereida eben erzählte, also in der alten Sprache die Höchstbesondere Zahl, 111", erklärte Beata.

    Nereida hatte den Faden verloren.
    "Was wollte ich denn eigentlich sagen, Beata?"

    "Wie unsere Welt geschaffen wurde, ke-re-ses."

    "Achja. Die Welt R-Wi wurde genau genommen nur von Udista geschaffen. Lopeta guckte nur zu, war ja generell nicht so für Neuerschaffungen zu haben. R-Wi schien den beiden gut geeignet zu sein, um dort intelligentes Leben anzusiedeln. Udista schuf tanzend aus Materie und eigenem Geist die Bewohner, die R-Wi-i, immer mehr. Das gefiel Lopeta nicht und nahm einen Teil der R-Wi-i, entfernte den Körper und tanzte die Überbleibsel in R-Wis Umlaufbahn.
    Udista ertanzte immer weitere R-Wi-i, und Lopeta tanzte einen Teil von ihnen wieder weg. Jeder von den Weggetanzten wurde zu einem Führ, einem Geistwesen auf der Umlaufbahn um R-Wi. Anfangs konnten sich die beiden nicht einigen. Irgendwann merkten sie aber, dass ihre unterschiedlichen Vorstellungen nicht ohne Harmonie ins Gleichgewicht kommen.
    Sie einigten sich dann darauf, ein Gleichgewicht herzustellen zwischen den Lebenden auf R-Wi und den Geistwesen auf der Umlaufbahn. Dann legten sie das Maximalalter jedes R-Wi-Bewohners auf 111 Umläufe um Keskiwalo fest. Die Höchstbesondere Zahl! Es bedeutet, dass wir R-Wi-i höchstens 111 Jahre alt werden dürfen."

    Beata fuhr fort:
    "Aber weil es spätestens nach 111 Umläufen dann nur noch Führe geben würde und somit ein Ungleichgewicht entstünde, schuf Udista R-Wi-i mit besonderem Fähigkeiten, wir nennen sie Führnell. Die können die Führe einzeln wieder auf R-Wi-i zurückholen, so dass das Gleichgewicht wieder hergestellt wird.
    Udista und Lopeta durchstreiften weiter das All, überließen uns R-Wi-i das Gebot der Harmonie. Und des Tanzens. Das ist das, wonach wir heute streben."

    "Das ist ja eine schöne Geschichte. Und Udista und Lopeta habt ihr das Tanzen zu verdanken?", fragte Lisa.

    "Ja", lachte Beata, "sie haben uns das Tanzen zu unser Hauptaufgabe gemacht.
    Im Zusammenhang mit Udista und Lopeta gibt es in unserer Sprache zwei Redewendungen. Wer bei uns sagt, er habe mit Udista getanzt, hat was ganz tolles, ganz schönes, super geniales erlebt. Weiterhin lebt Udista in jedem Führnell weiter, und wer mit dem Führnell tanzt, erlebt eine Neugeburt, einen Beginn.
    Wenn man bei uns von jemand anderen den Geburtstag wissen möchte, fragt man ihn, wann er zum ersten Mal mit Udista getanzt hat."

    "Stimmt", meinte Nereida,
    "und wenn einer sagt, dass ein anderer mit Lopeta getanzt hat, heißt das, dass der andere zum Führ geworden ist, also mit euren Worten, dass derjenige gestorben ist."

    "Habt ihr denn noch Erinnerungen an eure Zeit als Führ?" fragte Oksana.

    "Nein, keine. Wir kommen mit Neugier auf die Welt und haben nur das Bedürfnis zu tanzen und in Harmonie zu leben."

    "Habt ihr denn Feste oder besondere Tage, die mit eurem Schöpfungsmythos zusammen hängen?" wollte ich wissen.

    "Oh ja, jeder der beiden Geistwesen Udista und Lopeta hat bei uns einen Ehrentag.
    Und Itena-Isys ebenso", meinte Beata.

    "Udistas Tag ist gleichzeitig auch der Tag des Führnells. Es ist quasi eine riesige Geburtstagsfeier für alle gleichzeitig" strahlte Nereida.

    "Ja, und Licht ist, ist auch Schatten. Denn Lopetas Tag ist der Tag, wo wir alle der zu Führ gewordenen R-Wi-i gedenken.
    Aber wir trauern nicht nur, sondern wissen, dass aus jedem Führ mal wieder ein R-Wi-o oder eine R-Wi-a wird. Und darauf freuen wir uns", lächelte Beata.

    "Der Tag von Itena-Isys ist der Tag des Ursprünglichen Tanzes", ergänzte Nereida.
    "Wir spielen auf dem Platz der Großen Harmonie den Tag nach, an dem Itena-Isys zu tanzen begann", erklärte Beata, "das ist ein ganz großes Spektakel. Ich hatte da auch schon mal mitgemacht."
    "Ich auch, mit Perenda zusammen, und vielen Hundert anderen!" beeilte sich Nereida mitzuteilen.

    "Und wieviele R-Wi-i gibt es eigentlich?" fragte Oksana.

    "R-Wi-i und Führe zusammen sind ungefähr so viele wie in ganz München leben, etwa 1,4 Millionen", meinte Beata.

    "Ke-re-ses, unser Schöpfungsmythos weiß es aber ganz genau!"

    "Ach ja, Nereida. Du hast Recht. Laut unserem Mythos setzt sich die Zahl zusammen aus den drei Schöpfern Itena-Isys, Lopeta und Udista und der Höchstbesonderen Zahl, also 111."

    "Die Gesamtzahl ist nämlich genau 111 hoch 3", strahlte Nereida.

    Lisa holte ihr Smartphone heraus und tippte den Term ein.
    "Es gibt also genau 1.367.631 R-Wi-i und Führe. Kommt ungefähr hin mit 1,4 Millionen."

    Beata grinste. "Richtig, Lisa. Und davon lebt die Hälfte als R-Wi-i, und die andere als Führe."

    "Also 683.815 auf R-Wi, und 683.816 als Führ. Da ist ja ein Ungleichgewicht", stellte Lisa fest.

    "Darum verlangt die Tradition auch, dass stets mit Udista und Lopeta getanzt wird", lächelte Nereida.

    "Pro Tag geschieht das etwa 16 Mal", meinte Beata. Sie setzte fort:
    "Ob das aber so genau genommen werden kann, bezweifle ich. Schließlich leben Nereida und ich ja nun auf der Erde. Und mein zweites irdisches Ich, die echte Tabea, kreist als Führ um R-Wi. Wie gesagt, die 111 hoch 3 gehört zu unserem Schöpfungsmythos, und Mythen bestehen immer aus Fiktion mit etwas Wahrheit."

    "Gibt es denn noch andere Glaubensrichtungen auf R-Wi?" fragte ich.

    "Nein, nur diesen einen Mythos. Wir haben keine Unzahl verschiedener Religionen wie ihr", bekannte Nereida.

    "Das ist auch gut so. Wir brauchen auf R-Wi niemanden, der um des Glaubens willen Andersgläubige meidet, unterdrückt oder gar tötet. Eigentlich ist die Harmonie unser Nationalglaube", lachte Beata.

    "Apropos Glaube, ke-re-ses, weißt du, was ich gerade glaube?"

    "Nein, Nereida, was denn?"

    "Wir haben lange nicht mehr getanzt!"

    "Stimmt!"

    "Und weißt du, Beata, was heute auf R-Wi für ein Tag ist?"

    "Nein, welcher?"

    "Udistas Tag!"

    "Na dann lasst uns hier und heute ein großes Geburtstagsfest feiern! Mit viel Tanz!"

    "Ja!" rief die galaktische Turnfee und sprang auf, begann zu tanzen.

    Wir tanzten alle frohgemut mit.

  • Liebste Nereida,


    die besten Wünsche zu deinem Geburtstag.

    Seit du dich vor zwei Jahren in unser aller Herzen getanzt hast, möchte dich, du Turnfee, niemand mehr missen.

    Magst du uns noch lange erhalten bleiben und unsere unharmonische Welt so richtig auf den Kopf stellen.

    Auf dein Wohl!


    Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch deinem Chronisten danken, der uns unermüdlich von dir und deinem Wirken berichtet.

    Und der sich mal wieder selbst übertroffen hat, indem er Wissenschaft, kosmologische Physik und religiöse Philosophie in einem derart plausiblen Gedankenkonstrukt vereint, dass es einen Ehrfurcht lehrt.


    Auf ein langes Leben der Turnfee!

  • Ein tanzendes Universum...ich bin wohl viel zu sehr naturwissenschaftlich geprägt, um auf derartige Ideen zu kommen...


    Die Kosmologie lehnt ein tanzendes/drehendes Universum übrigens teilweise ab; es gäbe dann eine ausgezeichnete Achse, was einige (mathematische) Probleme mit sich brächte.

  • Heute ist der 20. Mai. Nereidas Geburtstag! :)

    Sie wird heute rechnerisch 33 Jahre alt, da sie laut meiner Geschichte am 20.5.1986 zur Welt kam. Oder ihr Foed-Sell hatte, wie sie selber sagen würde.

    Ihr lest aber immer bloß, dass Nereida nur 30 Jahre alt sei.
    Auflösung dieses Widerspruchs: Die Geschichte der Turnfee spielt im Jahre 2016. Zu der Zeit entstanden die ersten Folgen von "Nereida Drei". Alle Jahresangaben und Altersangaben beziehen sich also auf das Jahr 2016.
    Es ist das Jahr, in dem Nereida ihren 30. Geburtstag feiert. An DEM Tag vollendete ich Folge 1 von Staffel 1 der Turnfee.

    Traditionell gibt es von mir am 20.5. abweichend vom Ablauf der eigentlichen Geschichte immer andere Informationen rund um Nereida und ihre Geschichte.

    Für dieses Jahr habt ihr (genauer gesagt Lycwolf) mir am 14.5.2019 eine Anregung zugespielt, die ich gerne mal aufgreifen möchte.

    Und zwar die Frage:

    Wo liegt Obertupfingen?

    Wo eigentlich liegt Obertupfingen? Ich möchte mich nämlich für die nächste "Harmunde" anmelden. Wäre auch bereit dafür rote Leggings anzuziehen

    Einfache Antwort: Ich würde auch gerne wissen, wo...

    Da ich das nicht einfach so stehen lassen kann, habe ich mich hingesetzt und einen Artikel darüber verfasst.
    Stünde Obertupfingen in der Wikipedia, würde folgendes über die Stadt zu lesen sein:

  • Obertupfingen ist ein fiktiver Ort irgendwo im deutschsprachigen Raum. Er liegt in einem breiten Tal, dem Tupfinger Tal. Das Tal wird entwässert durch den Fluss Tupfe, welcher nicht schiffbar, aber paddelbar ist. Die Tupfe speist den Untertupfinger See, fließt aus ihm wieder heraus und mündet irgendwo in einen großen deutschen Strom, Rheser oder Donalbe, ich habe es vergessen.
    Die Endsilbe -ingen könnte man im schwäbischen Raum verorten, zumal es dort viele Orte mit dieser Endsilbe gibt, aber da liegt mein Obertupfingen nicht. Oder vielleicht doch? Das überlasse ich der Verstellung der Leser.
    In meiner Geschichte kommen reale Orte wie Ulm, Kassel, Dornbirn und Hamburg vor. Aber Entfernungen von Obertupfingen zu diesen Orten räumlich oder zeitlich habe ich bewusst immer sehr vage gefasst, um eine räumliche Festlegung zu vermeiden.

    Obertupfingen liegt am oberen Bereich des Tupfinger Tals, umsäumt von flach ansteigenden Hügeln.
    Das Tal ist hauptsächlich von Landwirtschaft geprägt. Es gibt aber auch vereinzelte Wälder.

    Unter anderem eine Landstraße führt talabwärts (mit Abzweig nach Bowendorf) nach Untertupfingen (etwa 10 km entfernt) und weiter zur Kreisstadt Großtupfingen am Ende des Tals. Es existieren noch Landstraßen zu Orten in benachbarten Tälern.

    Einst war der Ort durch eine Schienenstrecke an Großtupfingen angebunden, diese wurde jedoch vor rund 20 Jahren stillgelegt, das Bahnhofsgebäude der Stadt beherbergt nun ein Kulturzentrum.
    Eine Reaktivierung wird aber erwogen.

    Obertupfingen ist eine Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern und Unterzentrum in Landkreis Tupfertal, Kfz-Kennzeichen TUP. Kreishauptstadt und Oberzentrum ist Großtupfingen mit 120.000 Einwohnern.

    Erste urkundliche Erwähnungen der Kleinstadt datieren ins 14. Jahrhundert, mit der Erwähnung der Oberen Tupfinger Wassermühle. Rund um die Mühle siedelten sich Gewerbe und die Bewohner an. Es gab seit langer Zeit schon zwei Kirchen im Ort, eine röm.-kath. und eine ev.-luth. Kirche, da sich der Herzog Heinrich Edward der Verständige zur Zeit des 30-jährigen Krieges neutral verhielt. Er verfügte 1648 in einem Erlass, dass fortan beide Glaubensrichtungen gleichberechtigt ihre Gotteshäuser bauen und Gottesdienste abhalten durften. Es wurde beiden Seiten bei Strafe verboten, gegeneinander zu hetzen.
    Als sichtbares Zeichen ließ er auf den Plätzen vor jeder der beiden Kirchen eine große Stele aufstellen, auf denen seine Vorschriften in Stein gemeißelt waren.
    Die Bürger hielten sich daran, von den Vorschriften des Herzogs wurde nicht wieder abgewichen. Seitdem galt Obertupfingen als Stadt der religiösen Toleranz.
    Im Jahr 1720 brannte die Mühle ab, wurde aber mit verbesserter Technik dem Original ähnlich wieder aufgebaut. Sie ist heute das Wahrzeichen der Stadt. Im Wappen der Stadt findet man die Mühle stilisiert vor den zwei Kirchtürmen dargestellt.

    Der Urkern (heute einer von zwei Kernen) von Obertupfingen ist der Marktplatz, unweit der Mühle, auf dem auch zweimal in der Woche ein Wochenmarkt stattfindet, im Sommer auch Flohmärkte. Das Rathaus aus den frühen Fünfzigerjahren, die röm-kath. Kirche Sankt Leotard (Neubau 1949), eine Apotheke, ein Postamt, Bäckerei und kleine Läden umsäumen den Markt.
    Anderthalb Kilometer entfernt steht die ev.-luth. Friedenskirche, um die sich, historisch bedingt, ebenfalls ein Kern bildete. Der dortige Platz heißt Friedensplatz, obwohl auch dort Markt abgehalten wurde, als namentliche Abgrenzung.

    Die Architektur ist nur noch in Ansätzen ländlich. Auch Obertupfingen musste im Zweiten Weltkrieg etliche Gebäudeverluste hinnehmen, die Mühle und das Hotel blieben verschont oder trugen nur kleine Schäden davon. Das älteste bekannte Gebäude außer der Mühle liegt in der Ludwig-van-Beethoven-Straße. Es ist das Hotel "Zur Tupfe" am gleichnamigen Fluss, wo schon der Komponist Ludwig van Beethoven mal übernachtet haben soll. Die alte Fassade ist erhalten geblieben, und dahinter hat man moderne Anbauten errichtet.
    Obertupfingen setzt auf energieeffiziente Häuser, und in Zusammenarbeit mit dem Kreis-Ernergieversorger-Unternehmen Tupfenergie wird energieeffizientes Bauen unterstützt, gar forciert, was auch Auswirkungen auf die Architektur hat.
    Auch haben die Stadtväter zusammen mit der Deutschen Delekom einen Vertrag über die Anbindung aller Gebäude ans Glasfasernetz beschlossen und angestoßen. Bei Neubauten muss ein Glasfaseranschluss gelegt werden. Derzeitig sind bereits 70 Prozent ans schnelle Internet angeschlossen, in fünf Jahren rechnet man mit Vollversorgung.

    Die Wirtschaft Obertupfingens wandelte sich im Laufe der Jahre. Einst durch Landwirtschaft, Getreideverarbeitung (Mühle) und Gartenbau (Baumschule und Gartenmarkt Grünfreu) geprägt, siedeln sich nun vermehrt Kleinindustrie und Dienstleistungsunternehmen an, welche vermehrt Arbeitskräfte anziehen. Ein großer Anreiz dazu ist auch das bereits erwähnte Glasfasernetz.
    Kommunalverwaltung, Amtsgericht und andere Behörden sorgen für weitere Arbeitsplätze in der Stadt.
    Die größten Privatunternehmen sind die Firma Walter und Söhne im Anlagenbau und Systemtechnik, und die Tupfenergie.
    Auch zu nennen der Reifenhandel und -fertigung Reifen Gruthmann, das Versicherungsunternehmen Tupfassekuranz (vor 5 Jahren übernommen durch den Branchenriesen ANILLAZ), die Landstuhl-Ürnheimer Kapital- und Rendite-Anstalt (LÜKRA) und die Tupfinger Erfolgsbank.

    Der Einzelhandel ist mit vielen kleinen Läden noch relativ intakt, außerdem gibt es ein Kaufhaus im Ort, STARKADT. Lebensmittel findet man bei KEDEA unweit vom Marktplatz (u.a. mit Café mit Verzehrmöglichkeit) sowie am Ortsrand in einer Filiale des Discounters LADI und einen Getränkemarkt namens Schluggschpächt.

    Die Stadt hat kein Krankenhaus oder Fachklinikum, aber ein Ärztezentrum für die Fachbereiche Allgemeinmedizin, HNO, Augen-, Zahnheilkunde und Gynäkologie.
    Weitere vereinzelt kleinere Praxen befinden sich noch im Ort verteilt, darunter auch eine Heilpraktikerpraxis (Praxis Schönfeld) mit benachbartem Yogazentrum namens Omm Zentai.

    Die lokale Zeitung ist der Tupfinger Tagesspiegel, mit der Lokalredaktion Obertupfingen am Marktplatz.

    Die Bewohner treffen sich gerne im "Café Rosenblüte", weil es einen großen Außenbereich hat, um dort die lauen Sommerabende zu verbringen.
    An Gastronomie gibt es ferner ein deutsches Lokal "Zur urigen Gemütlichkeit", zwei Griechen, zwei Chinesen und das Hotelrestaurant "Zur Tupfe".
    Für das leibliche Wohl des italienisch orientierten Gastes sorgt das "Ristorante Carlo Pedersoli", eröffnet vor 35 Jahren durch den Koch und Restaurantleiter Luigi Monza. Seine Spezialitäten sind die Pastagerichte, u.a. Spaghetti Carbonara. Besonders stolz ist er auf den Bohneneintopf, dessen Rezept ihm der Namensgeber des Lokals persönlich anvertraut hatte.
    Luigi gab vor 5 Jahren die Leitung an seine Tochter Ornella Monza ab, blieb aber in der Küche.
    Obertupfingen hat ein paar wenige Kneipen.

    Kulturell spielt das Leben des Ortes in der Nähe des alten Bahnhofs, wo sich gegenüber ein Lichtspieltheater bzw. Kino mit zwei Sälen mit je 200 Sitzen befindet. Das Bahnhofsgebäude mit den Nebengebäuden ist nun ein Kulturzentrum mit dem Namen "Alter Bahnhof".
    Dichtbei liegt auch das Gemeindezentrum der Kirchengemeinde Sankt Leotard.

    Die Bevölkerung Obertupfingens setzt sich zusammen aus ca. 30 % röm.-kath., 30 % ev.-luth., 5 % muslimisch, 5 % andere und 30 % Konfessionslose.
    Religiöses Leben findet in den beiden großen christlichen Gemeinden statt, in den beiden Kirchen und Gemeindehäusern.
    Weiterhin gibt es Versammlungsräume für Muslime sowie für Hindus beim Yogazentrum Omm Zentai.
    Es wird erwogen, der neuen Harmoniebewegung aufgrund steigender Besucherzahlen ebenfalls ein Gebäude zur Verfügung zu stellen, man will aber die Entwicklung noch abwarten.

    Für die Jugend gibt es außer der Freiwilligen Feuerwehr, deren Gebäude samt Einsatzfahrzeugen sich beim Ärztezentrum befindet, noch drei Sportvereine samt Plätze.
    Der größte Sportverein des Ortes ist der Turn- und Sportverein Obertupfingen (TSV Obertupfingen), mit Annika Nilsson als Vorstandsvorsitzende. Er besteht u.a. aus den Sparten Fußball, Handball, Schwimmen, Leichtathletik, Paddeln, Kinderturnen, Jugendleistungsturnen und Freizeitturnen mit der Gruppe für Erwachsene Turnen-Fitness-Tanz, abgekürzt TuFiTa.
    Für die Turnsparte verantwortlich sowie Haupttrainerin ist Tabea Drey, ihr offiziell zur Seite steht Christina Auberg. Beide werden unterstützt durch Nereida Drey und Oksana Krasiwija.

    Geschwommen wird in Obertupfingen derzeit nur im Freibad des Ortes.
    Es besteht aus dem zwei Meter tiefen 25-Meter-Becken mit vier Bahnen, dem genauso großen Nichtschwimmerbecken bis 1,20 m Tiefe mit Rutschen sowie einem abseits gelegenen Tiefbecken mit Ein-Meter-Brett und Drei- und Fünf-Meter-Turm.
    Umgeben sind die Becken von großzügigen Rasenflächen. Hecken trennten die Rasenflächen von den Becken.

    Das altersschwache Hallenbad wurde vor Jahren abgerissen, ein neues wurde an derselben Stelle gebaut. Die Eröffnung steht kurz bevor.

    Die Umgebung von Obertupfingen lädt auf gut ausgebauten und beschilderten Wegen zu sportlichen Betätigungen wie Wandern, Joggen und Radfahren ein.
    Auf der Tupfe ist auch Kanufahren möglich, welches der TSV Obertupfingen anbietet.

    Der Wald nahe Obertupfingen steht unter Naturschutz, in dem Rotwild lebt. In einer Lichtung steht der älteste Baum des Tals, eine Linde, welche ebenfalls viele Menschen anzieht. Das Alter der Linde wird auf ca. 700 Jahre geschätzt.






    Diese Beschreibung ist nicht vollständig, sondern unterliegt ständiger Erweiterung...

  • Das was man geschrieben nicht hören kann, ist der Beifall den meine Hände dafür klatschen, während mir noch Tränen vor lachen über die Wangen rinnen.

    Wann findest du nur Zeit auch noch für sowas?


    Eine aufschlussreiche Zusammenfassung aller bisherigen Andeutungen in der "Turnfee" -Geschichte, erweitert durch Unmengen gut recherchierter und deshalb plausibler Ergänzungen.

    Dass die frühen Obertupfinger gegen die Obrigkeit aufbegehrten und zunächst in religiöser hinsicht Toleranz zeigten, hat sich bestimmt bis Heute erhalten und auf das gesamte gesellschaftliche Leben übertragen. Selbst jüngere Einwohner und "Zugezogene" zeigen Toleranz und haben einen Hang zur Harmonie.


    Besonders amüsant finde ich die vielen Wortverdrehungen, von denen ich nur einige herausstellen möchte:

    "... die röm-kath. Kirche Sankt Leotard" und "...die Landstuhl-Ürnheimer Kapital- und Rendite-Anstalt (LÜKRA)".


    Besten Dank für den informativen Einblick, noch dazu an Nereidas Geburtstag.

  • Vielen Dank Lycwolf und Yoshiro,


    Ich habe den Text gestern (19.5.19) geschrieben. Die Idee dazu hatte ich allerdings schon seit Dienstag (14.5.19).


    Der Text ist von mir etliche Male geändert worden, ich habe ein paar witzige Wörter eingefügt, über die ich mich selber fast weggeworfen hätte.

    Eine Kirche Sankt Leotard (nicht Leonhard) gibt es eben nur in Obertupfingen... wie wohl da ein Gottesdienst abläuft? Siehe meinen Prolog von Staffel Zwei, hihi.

    Die erwähnten Läden in Obertupfingen sind Anagramme von real existierenden Läden.

    Ürnheim ist erfunden, Landstuhl gibt es tatsächlich.

    Einige Begebenheiten von Obertupfingen kanntet ihr nicht (und mir ging es ähnlich).

    Es könnte ja sein, dass sie Thema von künftigen Nereida-Folgen sind ;)


    Eine Zusammenfassung über einen Ort zu schreiben könnte übrigens auch eine hilfreiche Unterstützung beim Konstruieren einer mehrteiligen Geschichte darstellen.

    Stellenweise hatte ich recht detaillierte Vorstellungen von Obertupfingen, und die Geographie des Ortes wird noch Thema künftiger Nereida-Folgen sein.


    Danke, dass ihr meine Geschichte lest und würdigt.

    Euer Desi

  • Ich glaube sogar "Landstuhl" gibt es öfter.

    Zumindest eines davon liegt bei mir um die Ecke. Ansonsten schätze ich, dass es solche Orte auch in Bayern gibt (die Pfalz war ja lange Zeit bayrisches Besatzungsgebiet)

    Der Name "Obertupfingen" jedenfalls, weckte in mir schon immer Assoziationen zu Süddeutschland, also Bayern oder BaWü.

  • Obertupfingen liegt genau auf der Grenze zwischen Bayern und BaWü. Nachbarort ist übrigens Knuffingen (dessen Abbild im MiWuLa;) steht). An der Landesgrenze gibt es einen dehnbaren Zwischenraum und man muss es halt einfach schaffen, dort hineinzuschlüpfen, schon erstrecken sich dort die fraglichen Orte8o