The story of Alex and Chris

  • Wie bereits im Forum angekündigt, hier nun Teil 1 der "Story of Alex und Chris". Hierbei handelt es sich um eine Fortsetzungsgeschichte. Im ersten Teil soll die Vorgeschichte von Chris erzählt werden, Alex wird vorerst nur kurz vorgestellt. Der zweite Teil folgt in wenigen Tagen, so Euch der erste Teil gefällt. Die Geschichte ist frei erfunden, eine Ähnlichkeit mit lebenden oder toten Personen im oder außerhalb des Forums wäre rein zufällig. Und nun geht es los - viel Spaß beim Lesen.



    "The Story of Alex und Chris" Part 1


    Chris war sehr glücklich. Er war auf dem Weg von einem Kunden in Breslau auf dem Weg nach Köln und freute sich, Alex bald wieder zu sehen. Er hatte gerade die polnisch-deutsche Grenze bei Görlitz passiert und war mit seinem Auto auf der A4 zwischen Görlitz und Bautzen. In ca. 6 Stunden würde er zu Hause sein. Er hatte sich fest vorgenommen, Alex von seiner Vorliebe zu Lycra zu erzählen. Nie wieder wollte er riskieren, eine Beziehung auf das Spiel zu setzen, weil er seinen Fetisch zu lange geheim hielt.


    Seine letzte Beziehung war in die Brüche gegangen, als er erst nach weit über einem Jahr im letzten Herbst mit seinen Vorlieben herausrückte. Manu konnte es ihm nicht verzeihen, dass er das Gespräch nicht früher gesucht hatte. "Ich fühle mich von Dir verarscht - nach mehr als einem Jahr erzählst Du mir, dass Du auf dieses Lycrazeug stehst? Was meinst Du, wie ich mich jetzt fühle? Nie ist es Dir nur um mich gegangen und ich kann so nicht weiterleben." Solch und ähnliche Vorhaltungen hatte Manu ihm gemacht und sich von ihm getrennt. Und dabei wollte er nur ehrlich sein und musste mit der sofortigen Trennung von Manu leben. So als hätte er gebeichtet, eine neue Liebe gefunden zu haben. Wochenlang war er am Boden zerstört und nun war er froh, Alex zu haben.


    Seine erste längere Beziehung nach der Schulzeit war gescheitert, nachdem seine Sammlung gefunden wurde, die er in einer großen Schublade in seinem Kleiderschrank liegen hatte. Als er abends in seine Wohnung kam, lagen seine schönen Stücke überall herum, zerschnitten oder zerrissen. Und auf dem Küchentisch nur ein Zettel auf dem ihm das Ende der Beziehung mitgeteilt wurde. Er hatte nicht nur seine erste große Liebe verloren, sondern auch noch sämtliche Leggins, Badeanzüge, Gymnastikanzüge und sogar den dunkelblauen glänzenden Zentai, den er erst vor wenigen Tagen erstanden hatte.


    Er strich sich beim Autofahren durch seine hellblonden Haare, als er daran dachte. Und dieses Mal wollte er diesen Fehler nicht wiederholen. Alex war ihm zu wichtig und er war sich auch sicher, dass er besser verstanden wurde. Alex war sehr offen und sie kannten sich jetzt gut einen Monat. Kennengelernt hatte er Alex bei einer Sylvesterparty in der Kölner Südstadt. Er selber hatte sich schick angezogen, seinen besten Anzug herausgesucht. Sein Blick fiel auf der Party irgendwann auf dieses tolle Geschöpf. In einem "kleinen Schwarzen" mit hochhackigen Pumps und schwarzer blickdichter Strumpfhose saß Alex alleine an der Bar und nippte an einem Drink.


    Er selbst war mit drei Freunden verabredet, die schon auf ihn warteten. Er ging an Alex vorbei zu der Sitzecke in der seine Freunde saßen und schon jeweils ein Kölsch vor sich stehen hatten. Noch hatte er Alex nicht entdeckt, auf dem Weg zu seinen Freunden hatte er noch nicht die Chance gehabt, die Bar und deren Gäste genauer zu checken, riefen ihm die Freunde doch schon sofort zu sich als er eintrat. Er knöpfte sich sein Jackett auf, begrüßte die drei Freunde und setzte sich auf den freien Platz. Er bestellte auch ein Kölsch und die vier kamen ins Quatschen.


    Inzwischen war es dunkel geworden, Chris hatte Bautzen bereits hinter sich gelassen und das nächste Schild zeigte ihm an, dass er in wenigen Kilometern die sächsische Landeshauptstadt Dresden passieren würde. Kurz hinter Dresden würde er an einer Raststätte Pause machen müssen, da seine Tankanzeigte ihm bereits deutlich machte, dass sein Wagen Durst hatte. Und auch sein Magen wollte etwas Nachschub haben.


    Mit seinen ungewöhnlichen hellblonden Haaren sah Chris sehr skandinavisch aus. Und dies war auch nicht ganz falsch. Geboren war er in Luxemburg, sein Vater, aus dem südschwedischen Malmö stammend war Mitarbeiter eine schwedischen Autofirma in Luxemburg, seine Mutter arbeitete bei der EU und war Deutsche, gebürtig aus Köln, wo er jetzt wohnte. Seine Eltern lebten noch immer in Luxemburg. Chris hatte sich nach der Schule und einer IT-Ausbildung zusammen mit Stefan, einem guten Freund mit einer kleinen Softwarefirma selbständig gemacht und erstellte Grafik- und Zeichenprogramme vor allen Dingen für Möbelfirmen. Daher war er öfters in ganz Europa unterwegs. Und jetzt kam er aus Breslau, wo er eines seiner Programme bei einer mittelgroßen Firma vorgestellt hatte. Ein Geschäftsabschluss stand kurz bevor und er war zufrieden mit den drei Tagen, die er dafür in Polen war. Beide, Stefan und er waren gleichberechtigte Partner in der Firma. Während Stefan ausschließlich Programme schrieb und sich um den Papierkram kümmerte war Chris derjenige, der die Ideen hatte, die Stefan dann am PC umsetzte und der sich um den Verkauf der Programme kümmerte.


    In seiner Freizeit spielte Chris gerne Squash und Badminton und hörte gute Musik. Ab und an ging er auf Konzerte und er erinnerte sich noch sehr gerne zurück an sein Lieblingskonzert von Amy McDonald mit dem Deutschen Symphonieorchester in Luxemburg vor einigen Jahren. Bereits seit seiner Jugend war in dem Lycrastoff verfallen. Er genoss dieses Gefühl auf seiner Haut. Begonnen hatte alles damals in der Schule in Luxemburg, als er in einer Theater-AG war und diese die "rocky horror show" aufführte. Er selber spielte den Diener Riff Raff, der während des Stückes Leggins und später sogar eine Netzstrumpfhose anhatte. Die Lehrerin und Leiterin der AG hatte den Mitspielern zwar freigestellt, ob sie so freizügig auf die Bühne wollten, aber alle Mitspieler, Mädels wie Jungs hatten zugestimmt und das Stück wurde ein voller Erfolg. Alle vier Aufführungen waren ausverkauft und sogar die örtliche Presse berichtete mit Artikeln und Bildern darüber. Besonders stolz war er damals darauf, dass er auf dem Bild in der Zeitung zu sehen war - in der Netzstrumpfhose. Bei der ersten Kostümprobe kam er dann mit der Leggins und der Netzstrumpfhose erstmals in Kontakt und während die meisten anderen Mitspieler zuerst mit den Sachen etwas fremdelten, gefiel ihm das Outfit sofort, vor allen Dingen die Leggins. Dieses Gefühl auf der Haut war unbeschreiblich. Und sich in dieser Leggins und später mit der Strumpfhose vor den anderen Mitspielern und dem Publikum zu präsentieren, fand er einfach nur toll.


    Niemand von den anderen Mitspielern, auch nicht die mitspielenden Mädels schaute blöd als sie die Sachen von der Lehrerin bekamen und diese zum ersten Mal anzogen und sich so wieder auf der Bühne zum Proben trafen. Schließlich gehörten diese Dinge zur jeweiligen Rolle und außerdem hatten fast alle Leggins, Strumpfhosen, halterlose Strümpfe oder ähnliches an. Und Chris war froh, dass er nicht die Rolle des Erzählers übernommen hatte, für die er eigentlich vorgesehen war. Dieser musste während der ganzen Aufführung in einem schwarzen Anzug mit Fliege verbringen - wie langweilig. Damals war Chris 16 Jahre alt gewesen und seit dieser Zeit, inzwischen war er 25, liebte er Leggins und andere Kleidung aus Spandex.


    Seine erste Freundin Francine war ebenfalls in der Theater AG und eine Klassenkameradin. Sie spielte die Rolle der Columbia, die er als Riff Raff während der Aufführung sogar töten musste. Sie trug während der ganzen Show nur eine Netzstrumpfhose und Netzstrümpfe zu ihrem ansonsten sehr engen Oberteil und der sehr kurzen Hose. Auch dieses Outfit fand er total klasse, sah sie doch spitze in den Sachen aus. Einmal, nach dem Training bereits in den Bühnenoutfits schliefen sie das erste Mal miteinanander - beide in Netzstrümpfen. Sie war es auch, die ihm das erste Mal einen Gymnastikanzug lieh, einige Wochen nach den Auftritten bei der "rocky horror Show".


    An dem Abend waren sie alleine bei ihr zu Hause. Es war Samstag Abend, ihre Eltern waren bei Freunden eingeladen und ihre älteren Zwillinge Monique und Thierry waren im Kino im neuen James Bond Film. Sie selber trug, wie meistens zu Hause ihre schwarzen Leggins und hatte sich auf dem Sofa in ihrem Zimmer an ihn gekuschelt. Er streichelte sie und irgendwie merkte sie, dass er ihre Beine mehr streichelte als andere Teile ihres Körpers wie beispielsweise ihre Brüste. "Es fühlt sich sehr schön an, wenn Du mich in den Leggins streichelst!" sagte sie und er entgegnete "Das glaube ich Dir sehr, fühlt sich auch beim Darüberstreichen toll an." Francine drehte sich zu ihm um, gab ihm einen Kuss auf die Wange und meinte. "Willst Du auch mal spüren?" "Ja, gerne!" entgegnete er. "Dann hättest Du die Leggins behalten sollen von der Theater AG!" grinste sie und drehte sich im Gehen nochmals zu ihm um. Dabei wusste sie genau, dass die Kostüme nur geliehen waren und mit Ausnahme der Strumpfhosen wieder zurückgegeben werden mussten "Haha!" sagte Chris nur hämisch und fragte sich, wo sie hinging. "Bin sofort wieder da." war ihre knappe Antwort. Sie schlich aus ihrem Zimmer auf den Flur, wo ihr Kleiderschrank stand.


    Christ dachte, sie würde in die Küche gehen, aber er hatte sich getäuscht. Schon nach wenigen Sekunden stand sie mit einem bunten Teil aus Stoff wieder in der Tür. "Hier, probier die mal an - ist von Monique!" Sie warf ihm das Stoffteil zu, dass bei ihm auf dem Kopf landete. Monique war inzwischen fast 20 Jahre alt und in ihrer Freizeit Voltigiererin in der Luxemburger Nationalequipe. Ihr Zwillingsbruder Thierry führte das Pferd an der Lange, war also auch dort aktiv. Beide waren, auch wenn sie natürlich keine eineiigen Zwillinge waren, fast unzertrennlich.


    Chris nahm sich das Teil vom Kopf und sah, dass es sich um einen Voltigieranzug handelte in rot und hellblauen Streifen gehalten. "Na los, anziehen!" Das kam schon fast wie ein Befehl. Und Chris tat wie ihm geheißen. Er zog T-Shirt, Jeans, Slip und Strümpfe aus und stieg in den Anzug. Zwar stellte er sich etwas ungelenk an, aber trotzdem war er recht schnell fast komplett verhüllt. Nur Hände, Füße und Kopf schauten noch raus. Chris drehte Francine den Rücken zu und meinte nur. "Reißverschluss bitte hochziehen!" Sie schloss den Anzug und Chis fühlte sich wie neugeboren. Am ganzen Körper spürte er diesen Voltianzug und er fühlte erst einmal selber hierüber. "Dass lass mal schön sein, dafür bin ich zuständig!" rügte ihn Francine lachend und stubste ihn rückwärts auf das Sofa. Sie kniete sich vor ihn und begann sofort, ihn zu streicheln und er ließ es geschehen. "Merkst Du, wie toll das Gefühl in diesem Material ist?" fragte sie ihn und ihm entkam nur ein langes "mmhh", so sehr genoss er ihr Streicheln. Nach einigen Minuten des Genießens begann auch er wieder, Francine zu berühren und sie ... piiiiieeep. (tut mir leid, mehr darf ich hier wohl nicht posten)


    Sie schenkte ihm noch an dem Abend beim Weggehen den Anzug, da er einer von vielen Anzügen ihrer Schwester war und eigentlich bereits aussortiert war, da die Gruppe inzwischen ein anderes Outfit trug. Bis zu dem Gemetzel bei der Trennung von seiner ersten längeren Beziehung trug er den Anzug immer wieder gerne. Leider wurde aber auch dieser Anzug unschuldiges Opfer dieses grausamen Attentats. Die Beziehung zu Francine hielt noch einige Zeit, doch nach dem Ende der Schule war dann doch Schluss. Sie studierte in Paris, er selbst begann in Köln die IT-Ausbildung und so verloren sie sich aus den Augen. Bis dahin hatten sie aber noch mehrfach viel Spaß mit dem Voltianzug. Und auch Francine hatte einen schönen weißen hautengen Gymnastikanzug, den sie häufiger anzog, wenn sie sich mit Chris traf.


    Chris hatte inzwischen seine Pause hinter sich, der Wagen wie auch sein Magen waren wieder gefüllt und er hatte die frühere Grenze kurz hinter Eisenach überquert. Nun würden es nur noch wenigen Stunden sein, bis er Alex wiedersehen würde. Zwischenzeitlich hatten beide miteinanander telefoniert. Er hatte Alex gesagt, wann er etwa zu Hause sein würde. Beide hatten sich noch versichert, dass sie sich liebten und so trat er das Gaspedal etwas weiter durch.


    Alex war in einem kleinen Ort in Hessen geboren. Die Eltern waren sehr bodenständig, beide aus dem gleichen Ort stammend. Alex war jetzt 24 Jahre alt und hatte nach der Schule ein Jurastudium begonnen, zuerst in München, nach zwei Semestern aber den Platz mit einer Kölner Studentin getauscht. In der WG lebten neben Alex noch Peter und Irene, zwei Kommilitonen, die auch Jura studierten, finanziert wurde das Zimmer und das Leben in Köln von den Eltern, nebenbei verdiente Alex noch etwas Geld als Aushilfe in einer Versicherung. So konnte man auch in Köln einigermaßen leben.


    to be continued ...

  • "...to be continued..." - na hoffentlich!

    Da gibt´s nicht das Geringste dran auszusetzen. Guter Einstieg. Fein beobachtete Rahmenhandlung und Hintergründe. Rocky Horror als Initialzündung. Besser kann man es nicht machen. Auch in der Abfolge gut strukturiert und mit hohem sprachlichem Niveau.

    Hat das Zeug zu einer Sternstunde der Fetischliteratur.

    Bitte mehr davon.

  • Obwohl es, wie du schreibst, alles frei erfunden ist, wirkt es doch sehr "echt". Das finde ich richtig gut. Die Autofahrt mit den einzelnen Stationen, die AG mit den Kostümen ... nichts ist übertrieben oder klischeehaft. Ich freue mich auf die Fortsetzungen.


    Oh, und diese Zerstörung des Lycrabestandes durch die verbitterte Ex ist ein Alptraum, den sicher jeder Sammler dieser Kleidung einmal hatte, auf die eine oder andere Art zumindest. Ich habe den Verlust beinahe selbst gespürt, als ich das las.

  • Nachstehend der 2. Teil der Story um Alex und Chris. Ihr erfahrt mehr über Alex und dem Geschlecht, wie die beiden zusammenkamen und noch etwas mehr. Verraten sei, dass auch dieser Teil wieder mit einem "Cliffhanger" endet. Viel Freude beim Lesen. Über Kommentare, egal ob positiv oder negativ owie Likes würde ich mich freuen.


    "The Story of Alex and Chris" - Part 2


    Die Stimmung stieg während der Sylvesterparty. Chris und seine Kumpels hatten viel Spaß. Alle vier waren zur Zeit Singles. Sein bester Freund Andreas hatte noch nie eine Freundin gehabt und Chris hätte gerne gewusst, was das für einen Grund hatte. Zwar kannte Andreas viele Mädchen und Frauen, aber zu einer Beziehung war es nie gekommen. Ob er einfach nur zu schüchtern war? Es war auf jeden Fall nie ein Thema zwischen den beiden.


    Wolfgang hatte gerade seine Frau und die beiden Kinder verlassen, nachdem sie ihm einen Seitensprung mit einer Frau gebeichtet hatte. Aber diese Trennung war erst eine gute Woche her, direkt vor Weihnachten hatte ihm seine Frau gebeichtet und er reagierte prompt. Auch wenn ihm die Anderen rieten, so einfach die Ehe und seine Kinder, zwei Mädchen im Alter von 2 Jahren und von 8 Monaten, nicht aufzugeben, so blieb er in dieser Frage konsequent oder besser gesagt stur wie ein Esel.


    Norbert war zwar noch Single, war aber auf dem Weg in eine neue Beziehung. Allerdings war seine Angebetete schon lange mit ihrer Clique über Sylvester zu einem Kurzurlaub in den Bergen verabredet - so dass auch er noch alleine und somit solo auf der Party war.


    Die vier kannten sich inzwischen seit einigen Jahren - in der Berufsschule hatten sie sich kennengelernt und waren seitdem fast unzertrennlich. Fast jede Woche trafen sie sich zum Skat-Spielen, wobei Chris meistens verlor. Aber sie spielten nicht um viel Geld und wollten von dem "Pott" irgendwann zusammen in den Urlaub fahren - und da konnte Chris das häufige Verlieren auch einstecken.


    Chris saß auf einem Hocker mit dem Rücken zum großen Party-Raum, so dass er keinen guten Blick auf die anderen Gäste auf der Party war. Als aber irgendwann Wolfgang mal "für kleine Königstiger" musste, da wechselte er den Platz, um besser sehen zu können. Die vier hatten schon einige Kölsch und einige Aquavit intus und sich mit der kleinen Runde mit drei Pärchen am Nebentisch köstlich amüsiert, waren also nicht mehr ganz nüchtern, als Chris' Blick beim Schauen durch die Partylocation bei Alex hängenblieb. Er war sich ganz sicher, dass er dieses bezaubernde Wesen vorher noch nicht gesehen hatte, vermutlich hatte es sich erst gerade an die Bar gesetzt.


    Das Outfit , das Gesicht und die Figur, das alles passte so toll zusammen. Er wusste, dass er auf jeden Fall einen Versuch starten wollte, das Objekt seiner Begierde kennenzulernen. Es dauerte nur noch wenige Minuten, dann nahm er das Herz in die Hand und ging in Richtung der Bar. Bis dahin hatte er abgecheckt, dass Alex ohne Begleitung dar war. Er ging betont lässig auf Alex zu und sprach sie vorsichtig an. Dabei lächelte er sie an, so wie er vorher meinte zu bemerken, dass sie ihn von der Bar aus vorher einmal zugezwinkert hätte.


    Just in diesem Moment begann ein Gong, der die letzten Sekunden des alten Jahres einläutete. Chris drehte sich geistesgegenwertig um und schnappte sich zwei Sektgläser von der vorbeigehenden Kellnerin, die für alle Gäste Sekt verteilte.


    Während die anderen Gäste direkt nach dem Jahreswechsel die Location verließen, um draußen das Feuerwerk zu bewundern bzw. selber zu knallen, kamen sich Alex und Chris näher. Beide waren sich sofort sympathisch und so hatte nicht nur Chris leichtes Spiel, sondern auch Alex, die tatsächlich alleine da war, konnte zufrieden sein. Auch sie hatte mehr als nur ein Auge auf Chris geworfen und das Augenzwinkern war nicht nur Chris' Einbildung gewesen.


    Chris entschloss sich, die Raststätte Siegerland, kurz vor dem Kreuz Olpe-Süd aufzusuchen. Er wollte sich noch eine kurze Pause gönnen und hatte einen Drang, das WC aufzusuchen. Nach nur ca. zehn Minuten saß er schon wieder hinter dem Steuer und fuhr zurück auf die Autobahn. Seit er bei Wetzlar auf die A45 abgebogen war schneite es und die Fahrt wurde langsam etwas gefährlicher. Glücklicherweise fuhren auch die anderen Autofahrer langsamer als üblich und so konzentrierte er sich auf seine eigene Fahrt. Aber seine Gedanken waren bald bei Alex, die er in einer guten Stunde wiedersehen würde. Ich hatte Sehnsucht nach ihr und wusste, dass ein Gespräch mit Alex vor ihm lag. Seinen Fetisch würde er dieses Wochenende offen legen müssen auch wenn er schon jetzt wusste, das es vielleicht schwierig werden könnte. Und dann sah er Alex vor seinem geistigen Auge. Mit nur gut 1 Meter 63 war sie mehr als 20 Zentimeter kleiner als er. Dies glich sie außer Haus fast immer mit hohen Hacken teilweise aus. Er sah vor seinem geistigen Auge die fast pechschwarzen langen gelockten Haare, die kleinen Sommersprossen auf ihrer Stubsnase, die sie jedoch häufig überschminkte, er sah den schlanken langen Hals und die Ohren mit den niedlichen Steckern darin, die sie oft trug. Und er sah ihre dunklen Katzenaugen, meistens noch mit etwas make-up noch etwas "katziger" betont. Aber er sah auch ihre niedlichen, vielleicht etwas zu kleinen Brüste, die schlanke Taille und den knackigen Po sowie die etwas sportlichen aber trotzdem recht schlanken Beine, relativ lang für ihre Größe. Dann sah er in seinen Gedanken das tolle Outfit, dass sie Silvester trug, als er sie kennenlernte, die hochhackigen Schuhe mit dem kleinen Schwarzen und den schwarzen Strumpfhosen. Gut fünf Wochen war das jetzt her und seitdem hatte sie fast immer ihre Jeans angehabt, wenn sie sich trafen. Vielleicht würde sie ihn ja heute wieder mit dem tollen Kleid überraschen - jetzt, wo sie sich doch das erste Mal eine Woche lang nicht mehr getroffen hatten.


    Nach und nach kamen die Sylvestergäste wieder zurück zur Party und soweit noch nicht geschehen, wünschten sie sich ein frohes neues Jahr. Auch seine Freunde kamen rein, prostetem ihm und auch Alex zu und waren so vernünftig, sich nicht in die Zweisamkeit einzumischen. Sie setzten sich wieder in die Ecke oder gingen auf die Tanzfläche. Und als die Musik irgendwann langsamer wurde, gingen auch Alex und Chris auf die runde Tanzfläche. Für beide war schon in dieser relativ kurzen Zeit klar, dass sie sich wieder sehen wollten. Heute allerdings wollte Alex ihn noch nicht mit nach Hause nehmen, waren doch ihre beiden Mitbewohner auch da. Und mit Chris mitzugehen, dafür fand sie es noch etwas zu früh. Sie hatte sich schon im Vorfeld für 3.00 Uhr eine Taxe bestellt. So trennte sie sich dann von ihm, gab ihm ihre Karte mit Adresse und Telefonnummer und beide verabschiedeten sich sehr zärtlich voneinanander, so zärtlich wie man sich am ersten Abend trennt, ohne miteinander ins Bett zu gehen.


    Chris ging danach wieder zu seiner Clique zurück. Alle drei waren noch da, wollten sie ihm doch noch einige Fragen zu seiner neuen Eroberung stellen. Am wichtigsten schien ihnen zu sein, warum seine Eroberung denn alleine zu einer Party ging. Auf diese Frage konnte Chris sogar antworten. Ihre Mitbewohner waren auf eine Fete von Irenes Schwester eingeladen und allzu viele Freunde hatte Alex in Köln noch nicht. Ihre letzte Beziehung hatte sie in der Zeit, als sie noch in München studierte.


    Kurz hinter Gummersbach wieder auf der A4 hatte der Schneefall deutlich nachgelassen. Man konnte wieder einigermaßen normal fahren und Chris rief nochmal bei Alex an, um ihr zu sagen, dass er in weniger als einer Stunde zu Hause sein würde.


    Alex hatte es zu Hause nicht immer einfach gehabt. Als jüngstes von insgesamt drei Kindern war sie oft nur der Spielball ihrer beiden Brüder. Wollten Sie Cowboy und Indianer spielen, so musste sie die Indianersquaw sein, um die gekämpft wurde. Spielten ihre Brüder im Fußballverein bei den Sportfreunden Siegen, nur knapp 20 Kilometer vom Wohnort in Hessen entfernt, in der Jugend, so wurde sie als kleines Mädchen zum Ballett geschickt. Auch wenn es ihr als kleine Ballettratte gefiel, so hätte sie doch lieber auch Fußball gespielt. Aber erst als sie größer wurde, setzte sie sich durch und sie spielte sogar ein Jahr in der Regionalliga im Mittelfeld recht erfolgreich. Bis dann das Studium wichtiger wurde und sie keine Verletzung riskieren wollte.


    Karneval wollte sie immer gerne als Prinzessin oder als Schneewittchen gehen. Aber die Eltern passten ihr Kostüm dem der großen Brüder an, die beide Indianer waren. So bekam sie ebenfalls ein Indianerkostüm, nur eben als Squaw und ihre Haare wurde zu zwei langen Zöpfen geflochten - so brauchte sie keine Perücke, da ihre Haare wirklich indianermäßig aussahen. Auch wenn sie am Anfang protestierte, am Ende war sie froh, in diesem Kostüm mit den Jungen vom Dorf Indianer und Cowboy spielen zu dürfen. Besonders stolz war sie darauf, dass sie ein eigenes Gewehr hatte, eines das sie von einem ihrer Brüder geschenkt bekommen hatte, manchmal waren groß Brüder auch ganz lieb. Und eines taten sie immer, egal was sie auch anstellte, auf ihre beiden "Großen" konnte sie sich immer verlassen. Ob zu Hause bei den Eltern, wo die beiden sie in Schutz nahmen wie auch in der Schule. Kein Junge traute sich, sie zu ärgern, es hätte sofort Haue von den "Große" gegeben. Sie waren drei und vier Jahre älter als Alex und inzwischen beide verheiratet. Gregor wohnte nun in der Nähe von Berlin mit seiner Frau und der Jüngere, David war in ihrem Geburtsort hängengeblieben. Er hatte mit seiner Frau zwei kleine Töchter.


    Seit 5 Wochen war sie nun nach einigen Enttäuschungen in der Liebe mit Chris glücklich. Noch während der Sylvesterparty hatte sie bemerkt, dass er der richtige war. Und sie hatten sich seit dem Jahreswechsel häufig getroffen. Ein Mal hatte sie ihn zu sich eingeladen, das war allerdings etwas krampfig, da ihre beiden Mitstudenten auch da waren. So hatten beide vereinbart, sich besser bei Chris zu treffen. Anders als das kleine Zimmer in der WG hatte er eine schöne Eigentumswohnung, die allerdings "nicht mir, sondern der Bank gehört" wie er betonte. Sie wohnte in Köln-Sülz, nicht weit von der Uni entfernt, Chris hingegen in Lindenthal, einem westlichen Kölner Vorort nicht weit von Sülz entfernt in einer schönen Wohngegend. Eigentlich schon viel zu spießig, aber doch schön.


    Beim letzten Treffen hatte Chris ihr seine Wohnungsschlüssel gegeben. Das Semester war fast zu Ende und so konnte sie schon einige Tage in seine Wohnung, bevor er aus Breslau wiederkam. Und sie nutzte gerne die Chance, aus ihrem kleinen WG-Zimmer hinaus zu kommen. Hier hatte sie Ruhe zum Lernen und konnte alle Annehmlichkeiten seiner 4-Zimmer-Wohnung nutzen.


    Inzwischen war es Donnerstag geworden und morgen Abend wollte Chris aus Breslau zurückkommen. Gestern Abend hatte sie einen kleinen Koffer gepackt und war aus der WG in Chris' Wohnung gefahren. Sie hatten einen kleinen Mini Cabrio in blau mit zwei weißen coolen Streifen, den sie von ihrer Mutter bekommen hatte, als die sich einen neuen Wagen kaufte. Diese Knutschkugel war ihr kleiner Liebling, eben ihre Knutschkugel.


    Chris hatte in seinem Schrank ein paar Fächer leergeräumt, damit sie ihre Sachen dort hineinlegen konnten. Sie zog sich ihre Lieblingsleggins an und setzte sich vor den Fernseher, wo ein älterer "Schimanski"-Tatort lief. Bei Krimis konnte sie sich immer ein bisschen gruseln. Nach dem Tatort schlief sie auf dem Sofa ein. Am Donnerstag wachte sie aus unerklärlichen Gründen mit einem komischen Gefühl auf. Sie hatte schlecht geträumt auf dem Sofa und irgendwie schwirrte ihr im Kopf herum, dass Chris ihr etwa verheimlichte. Sie grübelte darüber nach, was es wohl sein könnte, kam aber auf keine Idee. Ob er vielleicht noch eine andere Beziehung hatte? Liebte er sie wirklich? Gab es etwas anderes?


    So sehr sie auch nachdachte, ihr viel nichts ein und sie vertrieb den Gedanken. Sie schaute sich in der Küche, vor allen Dingen im Kühlschrank um, wollte sie doch am Freitag etwas für das Wochenende einkaufen. Sie machte einen Einkaufszettel und schnappte sich den Staubsauger, um die Wohnung zum Wochenende auf Vordermann zu bringen. Nicht, dass sie es wirklich nötig gehabt hätte, aber sie wollte Chris eine Freude machen. Danach würde sie noch das große Bett neu beziehen, mehr wollte sie dann nicht machen.


    Sie saugte schnell durch das Wohnzimmer, das Schlafzimmer und das Arbeitszimmer und wandte sich dem Gästezimmer zu. Gerade hatte sie den Stecker eingesteckt und auch hier losgelegt, als der Staubsauger irgendwo hängenblieb. Sie zog kurz an dem Schlauch, um den Staubsauger hinter sich herzuziehen, als sie hörte, dass etwas umkippte. Erschrocken drehte sie sich um und war erleichtert, dass es nur ein kleiner Hartschalenkoffer war, der auf dem Boden lag. Er stand wohl neben dem Schrank und sie war mit dem Staubsauger dort hängengeblieben. "Ungeschickte Alex!" entfuhr es ihr lachend und sie hob den Koffer auf, um ihn in seine ursprüngliche Position zurückzuschieben.


    Als sie genauer hinsah, entdeckte sie, dass etwas aus dem Koffer herausschaute. Beim Umfallen war etwas hinaus gerutscht. Sie wollte das Stück Stoff gerade wieder hineindrücken, als sie beim Anfassen feststellte, dass es sich ungewöhnlich anfühlte. Irgendwie kalt und auch bekannt. So wie damals ihr Ballettbody oder ihre Lycraleggins. Ihre Neugierde war geweckt und sie konnte den Koffer nicht einfach zurückschieben. Langsam legte sie den Koffer auf das Gästebett und öffnete ihn.


    to be continued ...

  • Sehr schön , sehr schön und viele Details und Orte die mir bekannt vorkamen .

    Bin schon gespannt wie es weiter geht, aber es zeichnet sich ja schon ab .

  • Super Fortsetzung, das Ende bietet richtig Spannung. Wenn Chris nach Hause kommt, ist das in etwas so, als wenn man ins Zimmer des Schulleiters bestellt wurde. Man würde am liebsten im Boden versinken. Ich hatte beim lesen schon einen Anflug von Fremdschämen, als Alex die Lycrasachen im Koffer entdeckt. Bin gespannt, wie sie reagiert.


    Eine Frage habe ich allerdings, du schreibst, dass Chris in den fünf Wochen seit der Silversterparty bei seinen Treffen mit Alex fast immer "ihre Jeans" getragen hat. Wie ist das gemeint?


    Und noch eine nicht ganz ernst gemeinte Frage: Wenn die vier Männer sich zum Skat treffen, was macht dann der vierte? Sorry, das konnte ich mir nicht verkneifen ;)

  • Gerne antworte ich auf die beiden Fragen:

    Fangen wir mit dem Skat an. Viele Skat-Runden haben 4 Mitspieler. Der vierte teilt aus. Beim Reizen gibt es daher auch den Spruch: Geben-Hören-Sagen-Weitersagen, da hiermit alle vier Spieler angesprochen werden (klappt natürlich auch bei 3 Spielern). Bei jedem Spiel wechselt der Geber, der gleichzeitig aussetzt. Eine Runde dauert also nicht 3, sondern 4 Spiele.

    Nun zur ersten Frage: Bei den Treffen mit Chris hat Alex bisher keine Kleider oder Röcke, sondern eine ihrer Jeans getragen. Sollte es so rübergekommen sein, als hätte sie nur eine Jeans, wäre dies ein Schreib- oder Verständnisfehler.

    Sei gespannt, wie es mit dem Kofferinhalt weitergeht. Und wie sich Chris fühlt, wenn er nach Hause kommt. In den nächsten Tagen gibt es die Fortsetzung. Verraten sei schon soviel, dass Part 3 nicht der letzte Teil sein wird.:)

  • Noch ein Autor schöner Geschichten! Schon bald kommen wir mit Lesen nicht mehr nach, weswegen wir uns schon auf viele Fortsetzungen freuen.


    Eine kleine Kritik möchte ich doch noch anbringen:

    Führe neue Personen mit ihrem vollen Namen ein, "Alex" und "Manu" können a priori Männer oder Frauen sein, eindeutig klar wird das für "Alex" erst im 6. Absatz des 2. Kapitels.


    "Ihre Jeans" hat mich glauben lassen, sie hätte (noch) ein Lieblingskleidungsstück aus Rauhfaser, und in den nächsten Kapiteln lesen wir, wie...

  • Na lass mal , find seinen Stil gar nicht verkehrt, den Leser etwas ans Nachdenken zu bringen.

    Auch seine Erzählweise find ich gut ....Apropro Erzählweise ...Ich glaub ich sollte mal nach jemanden sehen...

  • hallo bigshadowman,

    ich finde deine Geschichte schön, die Rückfahrt von Chris zu Alex, die Vorfreude aufs Wiedersehen,

    unterbrochen mit Rückblenden auf ihr gemeinsames Kennenlernen.

    Auch verstehst du es gut, uns Leser bei der Stange zu halten,

    wenn du Alex einen Koffer öffnen lässt und dann sofort das Kapitel beendest.

    Ich bin weiterhin gespannt.

    Gruß

    Desi


    P.S.: Auch ich habe im ersten Kapitel nicht genau gewusst, welches Geschlecht Alex hat.

  • Also das mit dem Geschlecht von Alex war gewollt und der "Cliffhanger" des 1. Teils. Der richtige Name von Alex ist Alexandra und nicht Alexander. Beides war natürlich möglich und auch gewollt bis in den 2. Teil hinein offen.


    Im übrigen war es im Teil 1 schwierig immer so zu schreiben, dass nicht mit einem "Sie" irgendwann schon das Geschlecht verraten wurde. Ich wollte bewusst erst im Teil 2 preisgeben, ob es sich um eine heterosexuelle oder homosexuelle Beziehung handelt. Und die Beiträge zeigen mir, dass mir dies zumindest teilweise gelungen ist. Natürlich war mir bewusst, dass dies polarisieren kann und das dies nicht allen Lesern gefällt. Trotzdem hoffe ich, dass ich alle Leser bei der Story halten konnte. Der 3. Teil folgt, sobald ich wieder etwas Zeit habe - auf jeden Fall in den nächsten Tagen.

  • Eigentlich hasse ich dich! Nämlich dafür, dass du die Messlatte für diese einschlägige Literatur schon wieder ein Stückchen nach oben geschoben hast. Das setzt mich mit meinem Geschreibsel (und auch die Anderen) ganz schön unter Druck.


    Nein, Ernst beiseite. Deine Geschichte ist echt hervorragend. Breit angelegt ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Fein beobachtet und ebenso fein beschrieben (Umfeld, Tätigkeiten etc.) Ich denke da können wir uns noch auf vieles freuen.


    Ändere nichts an deinem Stil. Verschiedenes etwas diffus zu lassen (das Geschlecht von Alex) bringt zusätzliche Würze in die Sache.

    Thumbs Up

  • Hurra, mein erstes Hass-Mail - ich habe es mir schon seit Jahren gewünscht. Und nun ist es endlich da. Ich werde es ausdrucken und mir über das Bett hängen.;)

    Nein, ein netter Beitrag, lieben Dank. Aber trotzdem find ich es schade, dass ich kein Mädel bin. Sonst käme ich vielleicht in einen anderen Genuss (siehe die Vorstellung von mir und von Dir selber). Und jemanden, den Du hasst, der muss bestimmt ganz besonders ...:rolleyes::huh: .

  • Hier nun der dritte Teil der Story of Ales and Chris. Verraten sind zwei Dinge: Zum einen ist dies nicht der letzte Teil und es endet wieder mit einem "Cliffhanger". Alles weitere nun in ...


    "The Story of Alex and Chris" Part 3


    Erstaunt sah sich Alex den Kofferinhalt an. Zum Vorschein kamen viele Kleidungsstücke aus Lycra in diversen Formen und Farben. Sie konnte sich den Inhalt gar nicht erklären, also schaute sie genauer hin. Sie fand diverse Radler, Leggins mit und ohne Fuß, Badeanzüge ohne und mit angedeutetem Bein, ein paar kurze und lange Gymnastikanzüge und Voltigieranzüge. Aber auch Fahrradanzüge und -hosen gehörten zum Kofferinhalt - alles in verschiedenen Farben, teilweise uni, teilweise auch mit Muster.


    Sie fragte sich, warum Chris diese Klamotten aufbewahrt hatte. Hatten seine Verflossenen ihm etwa bei der Trennung die Sachen geschenkt oder hat er sich diese Dinge gemopst? Zuerst konnte sie sich keinen Reim auf alles machen und dann fand sie beim genauen Hinsehen auch noch Kataloge von Herstellern dieser Gymnastik- und Voltigieranzüge, die sie aber auch nicht weiterbrachten. Doch dann fielen aus einem Katalog ein paar Fotos heraus - private Fotos, vermutlich in seiner früheren Wohnung oder den Wohnungen seiner Verflossenen aufgenommen. Einige dieser Fotos zeigten junge Frauen, also wohl seine Ex-Freundinnen in Lycrakleidung, meistens in Ganzanzügen, andere aber zeigten Chris, der stolz in einigen der gefundenen Sachen posierte. Auf anderen Fotos trug er Anzüge, die sie nicht im Koffer gefunden hatte. Jetzt ergab es auch einen Sinn, dass die Dinge aus dem Koffer für sie viel zu groß waren - es waren Männer- oder genauer gesagt Chrisgrößen. Dass es sich bei den nicht im Koffer befindlichen Sachen auf einigen Bildern um die Anzüge und Leggins handelte, die das Messer- und Scherenmassaker nicht überlebt hatten, erfuhr sie erst viel später.


    Chris musste ganz schön in die Bremsen treten, als der Porsche vor ihm in den Blitzer fuhr. Er konnte gerade noch auf die erlaubten 120 hinunterbremsen und kam ungeschoren davon. Hier direkt hinter der Rheinbrücke hatten sie auf der Autobahn doch noch nie geblitzt und das um kurz vor Mitternacht. Einige Kilometer zurück, direkt vor dem Ostkreuz hatte er gerade noch fast eine Stunde im Stau gestanden. Genau im Kreuz hatte es gekracht und gerade als er die letzte Ausfahrt vorher passiert hatte, wurden alle Spuren voll gesperrt. Und so blieb ihm nichts als zu warten, bis die eingerichtete Vollsperrung aufgehoben wurde. Doch nun waren es nur noch wenige Kilometer bis nach Hause. Chris setzte den Blinker und fuhr die Ausfahrt "Klettenberg" raus.


    Alex hatte sich die diversen Stücke nun etwas genauer angesehen und ihr dämmerte es, dass Alex ein kleines Geheimnis hatte. Sie hatte ja schon bemerkt, dass er ihr etwas verheimlichte und sie wusste nun auch, was es war. Sein Fetisch für Spandex- und Lycrakleidung in allen Variationen. Aber sie reagierte ganz anders, als sie selber vermutet hätte. Sie fing an zu lachen. Nicht, weil sie Chris auslachen wollte, das kam ihr gar nicht in den Sinn. Aber sie fand diesen Fetisch witzig und sogar irgendwie niedlich. Er kam ihr so unschuldig vor. Ihr Freund stand darauf, Leggins und Ganzanzüge anzuziehen. Und was war dabei - gar nichts. Sie trug auch am liebsten Leggins. Die waren zu Hause furchtbar bequem und passten zu vielen ihrer Pullover und Kleider. Und zum Sport hatte sie auch immer Leggins an. Warum also sollt nicht auch Chris Leggins mögen?


    In den gut fünf Wochen, die sie beide jetzt zusammen waren, hatten sie auch guten Sex gehabt, es konnte also kein Fetisch sein, der ihr Sexualleben negativ beeinflusste. Und etwas neues zu versuchen, fand sie auf jeden Fall cool. Sie hatte das Gefühl, dass sie keine ihrer früheren Freunde so gut befriedigt hatte und niemand war so liebevoll gewesen - also, warum sollte sie sich aufregen. Und dass er ihr nicht nach wenigen Tagen seine Vorliebe gebeichtet hatte, das konnte sie ihm verzeihen - auch sie hatte ihm ja noch nicht alles von sich Preis gegeben. Und alleine bei diesem Gedanken musste sie wieder schmunzeln. Vorerst legte sie die Lycras schön zusammen und packte sie wieder in den Koffer, den sie verschloss und wieder an seinen Platz stellte. Den Gedanken nachhängend saugte sie den Raum zu Ende.


    Dann machte sie sich ein paar Brote zu Mittag und überlegte sich einen Plan, wie sie mit dem neuen Wissen umgehen sollte. Sie schwankte zwischen "Abwarten, bis er mit dem Fetisch rausrückt und bis dahin stillhalten" bis zu einer "Standpauke, die sich gewaschen hatte um ihn danach zu verführen". Aber noch hatte sie keinen abschließenden Plan und alle möglichen und unmöglichen Varianten zwischen den beiden extremen Ideen gingen ihr durch den Kopf. Aber sie hatte ja noch bis morgen Abend Zeit, sich etwas zu überlegen.


    Den Nachmittag verbummelte sie dann in der tollen Wohnung. Erst nahm sie ein herrlich langes Bad, dann surfte sie etwas im Internet. Und abends lief dann, wie fast jeden Abend wieder ein Tatort, dieses Mal aus Münster und im WDR. Sie mochte die beiden Kerle, Börne und Thiel und freute sich schon auf die Sprüche der beiden. Während der Tagesthemen tapste sie dann ins heute frisch bezogene Bett - mmh, das roch so gut. Wenige Minuten später hatte sie sich ganz gemütlich eingekuschelt und war sofort eingeschlafen.


    Der Samstag war schon gut zwanzig Minuten alt, als Chris endlich in die Straße einbog, in der er wohnte. Während des Staus hatte er noch mal bei Alex angerufen und ihr gesagt, dass es noch etwas später werden würde, bis er zu Hause wäre. Mit dem Schlüssel öffnete er die Zufahrt zur Tiefgarage und steuerte seinen Parkplatz an. Er blieb noch einen kurzen Augenblick im Wagen sitzen, dann stieg er aus und holte aus dem Kofferraum seine Sachen - den kleinen Reisekoffer, die Laptoptasche und seine Winterjacke. Er drückte die Aufzugtaste und fuhr in die erste Etage, in der seine Wohnung lag. Er freute sich einen Knubbel an den Bauch auf Alex und ging den Gang entlang zu seiner Wohnung.


    Als Alex aufwachte und aus dem Bett stieg, war es noch dunkel. Sie hatte nicht besonders gut geschlafen, die Entdeckung des Vortags ließ sie dann in der Nacht nicht mehr los. Sie schluffte noch schlaftrunken in die Küche und machte sich einen starken Kaffee. Dann griff sie nach dem Toastbrot und der Marmelade im Kühlschrank und setzte sich an den Tisch. Sie überlegte, was sie noch an diesem Tag erledigen wollte, bevor Chris kam. Sie wusste, dass er auf keinen Fall vor 22.00 Uhr da sein würde - abhängig davon, wann er aus Breslau vom Kunden weg kam und wie voll die Autobahn war.


    Nach dem Frühstück stand ihr Schlachtplan fest. Sie zog sich an, griff nach ihrer Handtasche und verließ die Wohnung. Mit Bus und Straßenbahn fuhr sie in die Innenstadt. In einem der Kaufhäuser würde sie wohl fündig werden. Aber weder im Kaufhof noch im Karstadt fand sie was sie suchte und sie ging sie in ein Fachgeschäft, wo sie endlich das Richtige fand. Sie kaufte in einem Supermarkt noch ein paar Sachen fürs Wochenende ein und gab noch gut 3,00 € in einem Kurzwarenladen aus. Gegen Mittag war sie wieder in der Wohnung von Chris. Bis er nachhause kam hatte sie noch ein paar Dinge zu tun.


    Bis zum Abend hatte sie alles erledigt und setzte sich zufrieden, inzwischen aber etwas müde

    auf die Couch. Sie legte sich die Lieblings-CD ein und hatte sich einen guten Rotwein eingeschenkt, den sie bei Chris gesehen hatte. Irgendwann war sie dann eingeschlafen und erst das Klingeln des Telefons weckte sie gegen halb zwölf auf. Chris stand kurz vor Köln im Stau und wollte nur mitteilen, dass es noch etwas später werden könnte. Zeit also, die letzten Vorbereitungen zu treffen. Eine Viertelstunde später war alles fertig. Zufrieden sah sie sich noch einmal um und wusste das nun alles angerichtet war.


    Endlich stand er vor seiner Wohnungstür. Chris kramte seinen Wohnungsschlüssel aus der Hosentasche und schloss auf. Doch was für eine Enttäuschung. Die ganze Wohnung schien dunkel. Keine Alex, die auf ihn wartete und ihn mit einer warmen Umarmung und einigen heißen Küssen begrüßte. Was war nur los? Er hatte doch noch vor weniger als einer Stunde mit Alex telefoniert. Wenn sie wenigstens schlafend im Wohnzimmer auf der Couch vor dem Fernseher gelegen hätte. Aber das Wohnzimmer war leer und nirgends brannte eine Lampe oder eine Kerze. Langsam wurde Chris unruhig.


    to be continued

  • Kein Problem, dass man ungefähr die Richtung erahnen kann in welche sich die Geschichte entwickelt. Vielmehr fasziniert der Spannungsaufbau durch die Orts- und Zeitversetzte Handlung.

    Kann kaum erwarten wie sich das alles auflöst. Zumindest kann man sagen, dass Alex die Art Freundin ist, die sich jeder Lycrafan wünscht.


    Bei der Qualität fällt es mir noch immer schwer dich nicht zu hassen ;) Gerade arbeite ich an der Fortsetzung von "Spuren im Schnee", bin aber derzeit zu sehr fasziniert von deiner Story als dass ich da deutlich weiter käme.