Ein Spieleabend mit ungeahnten Folgen

  • Punkt 19.00 Uhr. Es klingelte. Aus dem Badezimmer rief Irina: "Marc, kannst Du bitte aufmachen, ich schminke mich gerade!". Er ging in den Flur, drückte auf den Türöffner der Haustür und öffnete die Wohnungstür. Nicht wirklich überrascht war er, als er Andreas und Heike sah, die die Treppe hochkamen. Heike, wie immer, behende vorneweg und Andreas, der ein paar Kilos zu viel auf den Rippen hatte, einige Stufen hinter ihr. Beide kamen im Partnerlook, Blue Jeans und Sportpullis von einer bekannten Firma mit dem entsprechenden Firmenlogo. Nur irgendwie passten die Sachen Heike irgendwie besser als ihrem Mann. Andreas hatte noch eine Tasche dabei, die seine Schritte nicht gerade leichter machten, während Heike nur ihre kleine Umhängetasche trug.


    Sie begrüßten sich wie immer mit einer Umarmung und einem kleinen Küsschen. Schnaufend kam Andreas auch endlich auf Marc zu und fluchte wie immer: "Warum musstet Ihr auch unbedingt in die dritte Etage ziehen, Erdgeschoss hätte doch auch gereicht!" "Stimmt!" antwortete Marc und begrüßte auch den nach Luft schnappenden Freund. "Hereinspaziert!". Heike war schon vorausgeeilt und stand, als Marc und Andreas hinter sich die Wohnungstür geschlossen hatten schon bei Irina im Badezimmer und beide schnatterten munter drauf los.


    Marc und Andreas kannten sich schon seit vielen Jahren, sie hatten zusammen auf der Schule vor acht Jahren Abitur gemacht und sich auch danach nie aus den Augen verloren. Beide hatten ihre Frauen dann vor Jahren in einem Tanzkurs kennengelernt und vor vier bzw. gut zwei Jahren geheiratet. Und auch Irina und Heike kannten sich schon lange und hatten gemeinsam damals den Tanzkurs besucht. Beide Männer gingen stramm auf die 30 zu, während die Mädels beide Mitte 20 waren.


    Andreas hatte die Tasche, die ihm den Aufstieg in die dritte Etage so erschwert hatte, geöffnet und holte einige Flaschen Rotwein und Knabberzeug heraus. Natürlich meinte er es wieder zu gut, Nüsse, Chips, Salzstangen und noch irgendwelche Schokoriegelchen fingerte er nach und nach zu Tage und legte sie auf den Wohnzimmertisch. Marc hatte schon die entsprechenden Weingläser und Schüsselchen für die Knabbereien aus dem Wohnzimmerschrank geholt und auf den Tisch gestellt. Und auch das heutige Spiel stand schon bereit. Es handelte sich um das Spiel "Dampfross", dass vor einigen Jahren richtigen Kultstatus erreicht hatte, während es heute kaum noch jemand kennt. Marc entkorkte die erste Flasche und schenkte schon mal den Wein in die Gläser.


    Schon seit fast 5 Jahren war es bei Ihnen gute Tradition, ein Mal monatlich, immer am ersten Samstag, einen Spieleabend zu veranstalten. Insgesamt waren sie zu sechst aber Christian und Jessica waren noch nicht da. Da die beiden nicht direkt in Köln, sondern in Siegburg wohnten, dauerte ihre Fahrt etwas länger und die Parkplatzsuche in der Südstadt war auch nicht gerade einfach. Da hatten es Andreas und Heike besser. Sie stiegen in Köln-Porz in die Straßenbahn und konnten mit nur einem Umsteigen fast vor der Haustür der beiden Gastgeber aussteigen.


    Dieses Mal mussten die vier aber nicht lange auf die Siegburger warten. Bereits um zehn nach sieben standen beide vor der Tür. Sie brauchten dieses Mal nichts mitbringen, dafür war ja Andreas zuständig gewesen. Beide waren recht groß, Christian deutlich über 1,90 Meter und auch Jessica war nur gut 10 Zentimeter kleiner, und so passten beide gut zusammen. Jessica trug ihre langen Haare wieder offen, hatte sie aber nach Grannystilart von blond in grau gefärbt. Direkt über ihrem Fuß hatte sie am linken Bei ein kleines Tattoo, eine kleine niedliche "Jerrymaus". Sie trug einen langen geblümten Rock mit Shirt und Jeansjacke, Christian hatte sich für ein rosa Hemd und eine schwarze Jeans entschieden.


    Christian war ein Kollege von Marc. Sie hatten sich kennengelernt, als Marc damals als Azubi dort anfing. Christian war ein Ausbildungsjahr vor ihm und beide waren sich sofort sympathisch gewesen, aus der dann eine tolle Freundschaft wurde. Jessica war wie die beiden auch gelernte Speditionskauffrau, arbeitete inzwischen aber in einem Fitnessstudio. Sie und Christian hatten sich in der Berufsschule kennen und lieben gelernt. Beide waren im letzten Jahr 30 Jahre alt geworden, also etwas älter als die anderen vier. Allerdings waren sie, anders als die beiden anderen Pärchen nicht verheiratet, hatten dafür aber Nachwuchs, eine kleine Pauline, die bei den Spielabenden immer zur Oma durfte. Auf diesen Samstag Abend freute sich die inzwischen vierjährige immer wie Bolle.


    Heike und Irina waren inzwischen aus dem Bad gekommen und so begrüßten sich alle sehr herzlich. Irina trug, wie am liebsten zu Hause eine Ihrer vielen Leggings und ein buntes Schlabbershirt, Marc ein dunkelblaues T-Shirt und eine hellblaue Jeans. Marc war mit ca. 1,85 Metern minimal größer als Andreas und Jessica, zumindest solange sie keine High Heels trug und hatte straßenköterbraunes Haar. Irina war mit nur gut 1,60 Metern die Kleinste der sechs. Sie hatte pechschwarzes, naturgelocktes Haar, ein niedliches kleines Gesicht mit hohen Wangenknochen und einem etwas schelmischem Lachen.


    Wie immer bei den Spielabenden wurde erst einmal gequatscht. Obwohl alle in einer "Wats-App-Gruppe" waren und sie sich auch noch auf Arbeit oder bei anderen Gelegenheiten trafen, so gab es doch wieder viele Neuigkeiten, die erst einmal ausgetauscht werden mussten. Aber sie hatten keine Eile. Die Spieleabende zogen sich meisten bis lange nach Mitternacht hin und so war es egal, ob sie eine Stunde früher oder später anfingen zu spielen. Die Geselligkeit und die Freundschaft stand bei allen stets im Vordergrund. Erst gegen kurz vor neun begann endlich die Diskussion darüber, was der Verlieren an diesem Abend würde machen müssen.


    Es war schon gute Tradition, dass der Verlierer einen Preis bezahlen musste. Vor wenigen Monaten, im November letzten Jahres musste Marc hunderte diverse Weihnachtsplätzchen backen, die dann beim Dezembertreffen von allen verköstigt wurden. Außerdem musste er so viele Plätzchen backen, dass jedes Pärchen bis Weihnachten genügend Plätzchen hatte. Aber wer nachher die Küche putzte, danach fragte Irina ja keiner. Im Sommer des letzten Jahres musste ein Mal Jessica Ihre neue Bademode präsentieren. Das hieß, sie hatte während des gesamten Abends nur einen Bikini an. Vor zwei oder drei Jahren erwischte es Andreas, der im Frühjahr den ganzen Abend in einer Winterjacke am Tisch sitzen musste. Meistens aber bestand die Verliererprämie darin, beim nächsten Mal für Speis und/oder Trank zu sorgen. Andreas hatte im September beim letzten Mal verloren und hatte deswegen den Wein und diversen Knabbereien dabei. Vorletzten Monat musste Heike für alle ein Vier-Gänge-Menü zubereiten und einen Monat davor hatte es Irina getroffen, die ein großen Pizzablech und ein Tiramisu mitbringen musste.


    Wenige Tage vor dem jetzigen Spieleabend hatten sich Andreas, Christian und Marc zu einem Champions-League-Spiel in einer Südstadt-Kneipe getroffen und dabei hatte Andreas die anderen beiden um etwas gebeten. Er wusste, dass sie dieses Mal wieder "Dampfross" spielen würden, ein Spiel, bei dem man neben Würfelglück auch eine gute Taktik benötigte. Und bei diesem Spiel versagte Heike regelmäßig. In allen bisherigen "Dampfross-Spielen", und das waren jetzt auch schon fünf oder sechs im Laufe der letzten Jahre hatte sie kläglich versagt. Und mit diesem Spiel und dem relativ sicheren Verlieren von seiner Frau hing die Bitte zusammen, mit der nun Andreas die Freunde konfrontierte. "Ich habe eine große Bitte an Euch." fing er an und schaute beide abwechselnd fragend an. "Ja nun, rück schon raus, um was geht es?" fragte Christian und Marc fügte hinzu "Wenn Du nicht bald mit Deiner Bitte rausrückst, ist die Pause vorbei und wir wollen doch das Spiel weiter sehen." Aber Andreas druckste noch etwas herum. So richtig wollte er mit der Sprache nicht heraus. So knuffte ihn Marc in die Seite "Nun aber los, so schlimm wird es ja wohl kaum werden. Außerdem können wir ja noch nein sagen." "Ja, nun, mir ist es aber etwas peinlich." Andreas kam mit der Sprache immer noch nicht raus. Noch bevor er nun seine Frage formulieren konnte, kamen die beiden Mannschaften aus den Kabinen und der Fernseher in der Kneipe wurde lauter gestellt. Christian orderte noch drei Kölsch. Eine Unterhaltung war bis zum Ende des Spiels nun nicht mehr möglich.


    "So, nun sag endlich, was Du auf dem Herzen hast, sonst bin ich gleich weg." Es war Christian, der ja noch bis nach Siegburg musste, der als erster nach dem spannenden Fußballspiel das Wort ergriff. "Also gut." Andreas nahm sein Herz in die Hand und begann "Ihr wisst doch, dass ich Heike wirklich liebe?" Marc wurde ungeduldig: "Nun aber Butter bei die Fische!" "Ja , ich mach ja." entgegnete Andreas und fuhr fort: "Aber eines ärgert mich doch ein bisschen an Heike. Ich würde sie gerne einmal in Strumpfhose, so einer richtigen Damenstrumpfhose und einem kurzen Rock oder einer kurzen Hose sehen, aber ihr kennt ja ihren Kleidungsstil. Immer nur Jeans oder ganz selten mal einen Rock oder ein Kleid bis zum Boden, ab und an mal eine schwarze Leggings. Ich glaube, sie hat gar keine Strumpfhose und auch so gut wie keine kurzen Hosen oder Röcke. Und ich fänd' das so geil." "OK, und wie können wir Dir helfen. Sollen wir mal zu Euch kommen, sie festhalten und Du ziehst ihr eine Strumpfhose und ein Röckchen an oder wie hast Du Dir das vorgestellt?" Christian musste über Marcs Bemerkung lachen. "Nee, natürlich nicht. Aber am Samstag ist doch Spieleabend bei Dir und wir wollten doch dieses Mal wieder Dampfross spielen." Langsam dämmerte beiden, auf was Andreas hinauswollte. " Und Du willst jetzt, dass wir als Loserprämie einen Abend in den Klamotten aussetzen." fragte Christian, der erst Marc und dann Andreas etwas ungläubig ansah. "Ja, ich wusste, es ist eine blöde Idee." Andreas gab sich schon fast geschlagen wegen seiner Frage. "Nee nee, lass doch mal. Das ist doch ganz geil." entgegnete Marc "Wir sollten Andy doch helfen!" Auch mich würde Heike mal in Hot Pans und einer geilen Strumpfhose interessieren. Hat man doch noch nie gesehen!" "Aber was ist, wenn einer von uns verliert?" fragte Christian. "Och, Andy in Strumpfhose wäre doch auch mal geil." witzelte Marc. "Ihr wisst ja, dass Heike bisher, soweit ich weiß, jedes Dampfross-Spiel verloren hat und vorsorglich könnte man für uns Männer ja eine andere Lösung finden!" "Und an was dachtest Du?" Christian räusperte sich. "Wir könnten doch bei dem unwahrscheinlichen Fall der Niederlage entweder anbieten, unsere jeweilige Frau einen Tag zu verwöhnen oder, falls wir auch was witzigen anziehen müssen, z.B. ein Fußballtrikot oder ähnliches anzuziehen. Das genaue können wir dann ja noch an dem Abend ausdiskutieren!" "Also ich bin dabei." OK, ich auch." Beide Freunde stimmten zu. Nachdem das nun geklärt war, tranken sie ihr Kölsch aus und verabschiedeten sich nach einem langen Fußballabend.


    "Also, was darf der heutige Loser machen?" Marc sah in die Runde. "Wie wäre es, wenn wir dieses Mal nicht wieder um ein Essen spielen, sondern der Verlierer etwas für ihn ungewöhnliches oder peinliches machen muss?" fragte Andreas mit gespielter Unschuldsmine. "Und woran dachtest Du, was soll der Loser machen?" Irina sah in fragend an. "Ich fände es toll, wenn der Verlierer nächsten Spieleabend wieder mal in besonderen Klamotten kommen muss, so wie damals, als Jessica im Bikini hier saß!" und nach einer kurzen Pause fuhr er fort "Wie wäre es, falls ein Mädel verliert, so muss es in kurzem Rock und Feinstrumpfhose kommen!" "Und wenn einer von Euch Jungs verliert?" warf Heike ein und legte die Stirn in Falten. "Na, dann kommt ihr in den gleichen Klamotten, statt Rock auch gerne kurze Hose, aber ganz kurz, keine bis über die Knie!" Irina hatte wieder das Wort ergriffen. "Äh nee, ich hatte eher an Männerklamotten wie Fußballtrikot oder eine witzige Kombination wie kurze Hose mit Jackett und schwarzen Kniestrümpfen gedacht." entgegnete Andreas. "Also nee, wenn schon denn schon. Mein Vorschlag: Wer verliert, der zieht den ganzen Samstag und Sonntag um den nächsten Spieleabend zwei Tage lang Strumpfhose und ganz kurze Hose oder Minirock an. Entweder alle oder keiner!" Dieses Mal hatte Jessica das Wort ergriffen und erntete sofort Beifall aus der versammelten Damenschaft, während die Männerwelt irritiert bis verwundert aus der Wäsche sah. "Beschlossen und verkündet!" rief Irina. Dieser Spruch beendete immer die Diskussion um den nächsten Loserpreis. Während die Jungs noch protestieren wollten, schnappte sie sich die Würfel, würfelte und sagte dabei in die Runde "Los geht's, die höchste Zahl fängt an!"


    Hier nun muss der Autor kurz das Spiel "Dampfross" erklären. Das Spiel teilt sich in zwei Abschnitte. Im ersten Abschnitt geht es darum auf einem Spielplan mit sechseckigen Kästchen, z.B. Deutschland mittels eines bunten Stiftes Eisenbahnen zu zeichnen, abhängig von der Würfelzahl. Wenn alle auf dem Plan eingezeichneten Städte mit mindestens einer Eisenbahn verbunden sind, endet der erste Abschnitt. Im zweiten Abschnitt wird ausgewürfelt, von wo nach wo gefahren wird. Teilnehmen können an den jeweiligen Rennen die Spieler, die an beiden oder mindestens an einer Stadt ihre Strecke gelegt haben. Je kürzer die Strecke zwischen den Städten desdo besser. Es gewinnt in jedem Rennen der Spieler, der mit seinen Würfelaugen als erster im Ziel ist. Dann können die ersten beiden Punkte bekommen mit denen sie ihre Strecke ausbauen können oder sie sammeln sie an. Wer als erstes eine bestimmte Punktzahl erreicht hat, gewinnt.


    Da Andreas die höchste Zahl gewürfelt hatte, fing er an. ALs letztes würfelte die neben ihm sitzende Heike, davor als fünfter Marc. Und es begann für Heike und Marc schlecht. Sie hatten zu Beginn nur relativ kleine Zahlen gewürfelt und dann wird es schwierig, gute Strecken zu bauen. Marc hatte irgendwie das Gefühl, dass ihm die anderen immer einen Schritt voraus waren. Als wenn alles gegen ihn lief. Aber er kämpfte und wusste ja Andreas und Christian auf seiner Seite. Aber so richtig helfen konnten sie ihm gegen Heike nicht. Und so kam es, wie es nicht kommen sollte. Obwohl Heike mal wieder nicht besonders gut spielte, so hatte er am Ende keine Chance. Zum Ende des ersten Abschnitts hatte er nur wenige Städte angeschlossen und so konnte er nur an wenigen Rennen mit einer schlechten Strecke teilnehmen. Insgesamt hatte er am Ende verloren und das Gelächter gegen ihn. Während ihn Christian und Andreas bedauerten, so freute sich Heike einen Knubbel an den Bauch. Und Andreas war etwas enttäuscht. Würde er doch seine Frau nicht in Strumpfhose und Minirock sehen. Irina tröstete Marc mit einem dicken Kuss und den Worten "Komm Süßer, das schaffst Du schon!"


    Nach dem Spiel saßen sie noch alle eine ganze Weile zusammen. Erst gegen drei Uhr morgens verabschiedeten sich die Freunde voneinander und Marc und Irina gingen ins Bett. Jessica musste fahren, daher hatte sie nur ein Glas Rotwein getrunken, während sich Andreas und Heike eine Taxe riefen, da um diese Zeit keine S-Bahn mehr fuhr.


    In den kommenden Wochen dachten alle weniger an den Loserpreis und das nächste Treffen in Porz bei Andreas und Heike. Nur Marc dachte hin und wieder an seine Kleidung an dem fraglichen Wochenende. Er wollte so wenig wie möglich in dem Outfit aus dem Haus. Was würden wohl die anderen Leute denken? Würden Sie ihn womöglich auslachen, blöd anmachen oder ihn anpöbeln. Vor dem Treffen machte er sich die wenigsten Gedanken aber den Rest der beiden Tagen konnte er nicht abschätzen. Er würde es auf sich zukommen lassen.



    Zweiter und letzter Teil folgen in wenigen Tagen.:saint:

  • Diese erste Kapitel hat alle was Lust auf Mehr macht.

    Dass die Sache mit dem Wetteinsatz schiefgehen musste war zwar klar, ist aber auch ein super Ausgangspunkt für mehr.

    Alles schön formuliert und gut erklärt. Nicht zu viel und nicht zu wenig.

    Bin mal gespannt wie es sich entwickelt.


    Das Spiel Dampfross kannte ich bislang nicht, deshalb habe ich mal recherchiert. Sieht gar nicht so uninteressant aus.

  • Das Spiel ist total geil. Es gibt mehrere Spielszenarien, z.B. Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien Nord und Süd sowie USA West und Ost, die alle ihre eigenen unterschiedlichen Möglichkeiten haben. Während die beiden Italiens und die Alpenländer sehr viele Berge mit komplizierten Streckenführungen brauchen, so ist es bei den beiden USA-Spielen die Größe und Weite des Landes. Frankreich und Deutschland sind sehr interessant, weil man neben den Städten auch noch Fahrten ins Ausland bzw zu Häfen fahren muss. Auch diese muss man also an das eigene Streckennetz anschließen. Und nach einem Spiel wird einfach alles mit einem Tuch und etwas Wasser wieder weggewischt und schon kann man von vorne anfangen. Übrigens: Bei den ganz alten Ausführungen gibt es noch etwas andere weitere Spielbretter, die aber aus Papier sind und nur ein Mal verwendet werden können. Ggf. vorher kopieren oder eigene Szenarien kreieren.

  • Ein Spieleabend mit ungeahnten Folgen - Teil 2


    Inzwischen waren gut drei Wochen ins Land gegangen. Der Altweibersommer hatte sich so langsam verabschiedet und es wurde wettermäßig richtig Herbst. Am Mittwoch Abend erinnerte Irina ihren Mann daran, dass er sich noch eine Strumpfhose kaufen musste. Seine Antwort war, dass er das zusammen mit ihr beim Einkaufen im Supermarkt am Freitag erledigen wollte. "Du weißt wohl, das am Freitag Feiertag ist und Du bereits ab Samstag Morgen die Strumpfhose und eine kurze Hose anziehen musst. Es könnte durchaus sein, dass einer von den Anderen vorbeikommt, um das zu überprüfen." Marc hatte völlig vergessen, dass ja am ersten November gesetzlicher Feiertag war. "Außerdem solltest Du alleine gehen und Dich wegen der Größe beraten lassen. Ich werde Dir nicht helfen. Du weißt doch genau, dass das gegen die Regeln wäre." Natürlich hatte Irina wieder einmal Recht. Eine Wette musste man alleine durchziehen, so wie damals bei den Keksen. "Aber ich habe Dir zumindest Deine Hose gewaschen. Das gehört ja wohl nicht direkt zur Wette." Auch wenn man hierüber geteilter Meinung sein konnte, war Marc froh, dass der die graue kurze Hose nicht auch noch waschen musste. Eine Waschmaschine war für ihn ein unbekanntes Wesen. Und seine kurze Hose ging fast bis zu den Knien. Mit langen schwarzen Kniestrümpfen konnte der so die Strumpfhose damit zum Großteil verbergen. Er schmunzelte bei dem Gedanken.


    "Wo soll ich denn am Besten eine Strumpfhose kaufen?" fragte Marc und erhielt postwendend die Antwort. "Entweder im Kaufhaus oder bei Wolford in der Innenstadt." Den Wolford-Laden kannte er. Schon zwei Mal hatte er dort einige Zeit zugebracht, wenn sich Irina wieder einmal eine neue Strumpfhose, Leggings oder einen Body gekauft hatte. Mehr oder weniger gelangweilt hatte er immer in dem kleinen Geschäft gestanden und auf seine Frau gewartet. Ihm war etwas mulmig, als er darüber nachdachte, dort eine Strumpfhose kaufen zu müssen. Aber im Kaufhaus würde ihn womöglich jemand sehen, wenn er dort in der Strumpfabteilung nach Damenstrumpfhosen suchte. Also war die Idee mit dem Strumpfladen vielleicht keine schlechte Idee.


    Am Donnerstag nach der Arbeit fuhr er auf dem Rückweg bei dem Laden vorbei. Er wusste, dass er heute eine Strumpfhose kaufen musste, wenn er die Wette ordnungsgemäß durchführen wollte - und dazu war er bereit. Schließlich waren Wettschulden Ehrenschulden. Nun stand er also vor dem Laden und schaute hinein. Er wartet darauf, dass die Kundin den Laden verließ. Endlich nach endlos langen Minuten war es soweit. Nachdem er sicher war, dass die Verkäuferin alleine im Geschäft war, ging er hinein. Sie erkannte ihn von den Einkäufen Irinas wieder und begrüßte ihn. "Was kann ich für Sie tun? Ein Geschenk für Ihre Frau?". Marc überspielte seine Unsicherheit und entgegnete. "Nein, ich benötige eine Strumpfhose für mich!" "Herrenstrumpfhosen haben wir leider keine, aber ich weiß, dass es im Kaufhof und Karstadt welche gibt." sagte die Verkäuferin sehr höflich zu ihm. "Nein, Sie verstehen mich falsch. Ich benötige eine Strumpfhose für mich, so eine richtige Damenstrumpfhose." Gerade wollte er noch hinzufügen, wieso er sie brauchte, als die Verkäuferin ihn genauer in Augenschein nahm. "Ich denke, sie brauchen eine 46, vielleicht eine 48." schätzte die Verkäuferin, ohne in irgendeiner Weise komisch zu reagieren. "Welche Farbe soll es denn sein?" "Na, ich dachte an eine Hautfarbene!". Marc war etwas aber doch positiv überrascht. "Das ist gut, hautfarbene Strumpfhosen haben wir in großer Auswahl." Sie holte einige verschiede Packungen aus dem Regal und legte sie ihm vor. Dann erzählte sie etwas von Fadenstärke und Den, glänzend und blickdicht.


    Ihm wurde fast schwindelig und zu allem Überfluss kamen jetzt auch noch zwei Kundinnen herein, eine Mutter mit ihrer vielleicht 16jährigen Tochter. Beide bekamen nun auch noch das Gespräch mit - wie peinlich. "Mir ist vor allen Dingen wichtig, dass sie nicht sofort zerreißt." sagte Marc daher etwas leiser. "Natürlich können alle Strumpfhosen kaputt gehen, Laufmaschen sind schnell passiert. Beim Anziehen sollten Sie daher sehr aufpassen - aber da kann Ihnen bestimmt Ihre Frau helfen." Marc merkte, wie Mutter und Tochter das Gespräch der Beiden sehr genau mitbekamen. "Soll ich Ihnen etwas empfehlen?" fragte die Verkäuferin. Ich würde diese nehmen. Sie haben 30 Den, sind also nicht ganz dünn, trotzdem durchsichtig, also feminin und glänzen auch noch. Wenn Sie die anhaben, stehen Sie auf jeden Fall im Mittelpunkt!" Aber irgendwie wollte Marc genau da nicht stehen, hatte er doch etwas Angst vor den Reaktion von fremden Menschen, die ihn so sahen. Auf der anderen Seite jedoch wollte er auch nicht als Schisser dastehen. Links von der Verkäuferin war eine sehr grobmaschige Netzstrumpfhose auf ein Bein aufgezogen. Die Verkäuferin sah, wie er dort hinsah und fragte. "Oder soll es eine mit Netz sein?" Noch bevor Marc abwinken konnte, war inzwischen die Mutter neben ihn getreten, die sich auf das Gespräch ihren Reim gemacht hatte. "Junger Mann, wenn Sie schon eine Strumpfhose anziehen wollen, dann würde ich auch sehen, dass es sehr witzig aussieht. Die glänzende Strumpfhose, die Ihnen die Verkäuferin empfohlen hatte, ist auf jeden Fall gut. Und darüber ziehen sie diese Netzstrumpfhose. Sie zeigte auf eine Puppe, die eine Strumpfhose mit riesigen runden Löchern anhatte und die Marc, falls Irina solche eine Strumpfhose anhätte, sie an ihr sehr geil gefunden hätte. Er blickte sich verdutzt um.


    Die Mutter lächelte ihn an, während die Tochter gelangweilt auf einem kleinen Höckerchen in der Nähe der Tür saß. Sie hatte einen Kopfhörer an und bekam von dem Gespräch über die Beinkleider wohl gar nichts mit. "Gute Wahl!" sagte die Verkäuferin und sah Marc fragend an. Er musste jetzt bei dem Gedanken an die Kombi der beiden Strumpfhosen auch lachen und kauft tatsächlich beide. Gut 30,00 € wurde er los aber das wusste der ja schon von Irinas Käufen in dem Laden. Er bedankte sich bei der Verkäuferin und der Kundin, die ihn mit den Worten verabschiedeten, er möge doch viel Freude mit den Strumpfhosen haben. Er wusste nicht, ob sie es Ernst meinten und verlies den Laden. Die Tochter, die weiterhin mit der Musik und auch mit ihrem Smartphone beschäftigt war, würdigte ihn keines Blickes, als er auf dem Weg zur Tür an ihm vorbeikam.


    Den Feiertag verbrachten Irina und Marc sehr ruhig. Es regnete den ganzen Tag, also nutzten sie die Zeit zur schönsten Nebensache der Welt nachdem sie vorher zusammen lange gebadet hatten. Abends gönnten sie sich ein schönes Essen bei Kerzenschein, dass sie zusammen zubereitet hatten. Am Abend hatten sie sich gemütlich auf das Sofa gekuschelt und einen spannenden zweiteiligen Schwedenkrimi gesehen, den sie vor einigen Wochen aufgenommen hatten.


    Nun kam der Samstag. Der Tag, an dem der nächste Spieleabend stattfinden würde. Das Treffen war dieses Mal bei Andreas und Heike geplant. Marc duschte nach dem Aufstehen erst einmal in Ruhe. Ihm war klar, dass die Wette nach dem Duschen beginnen würde. Auch wenn ihm etwas mulmig war, ein bisschen freute er sich auch auf die vor ihm liegenden zwei Tage in der Strumpfhose. Und am Abend wollte er die Netzstrumpfhose darüber ziehen, um die Freunde zu überraschen und vielleicht zum Lachen zu bringen.


    Überrascht war aber erst einmal er selber. Irina hatte ihm eine kurze Hose auf das Bett gelegt. Eine Hose, die er schon seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. Es handelte sich um eine extrem kurze schwarze Tennishose, wie sie vor einigen Jahren in Mode war. Und er war sich sicher, dass er sich bereits vor mehreren Jahren wegwerfen wollte. Aber Irina musste sie vor dem Gang alles Irdischen gerettet haben. Ihm wurde klar, dass man damit seine bestrumpften Beine viel besser sehen würde. Und zu der Hose passten auch keine schwarzen Strümpfe. Das wäre wohl noch peinlicher. Doch viel schlimmer war, das Irina mit einem Gerät vor ihm stand. Mit einem Ladyshave. Marc gab sich geschlagen und sie rasierte ihm beide Beine. Ansonsten sieht eine Feinstrumpfhose doch nicht aus, lachte sie, während sie weiter Hand anlegte.


    Beim Anziehen der Strumpfhose tat sich Marc etwas schwer und so half Irina ihm. Langsam streiften ihm beide zusammen die glänzende Strumpfhose über die Beine nach oben. Auch wenn sie anfangs nicht so aussah - sie passte ihm wie angegossen und er besah sich im Spiegel. "Geht doch!" meinte er und strich sich vorsichtig mit den Fingern über den sanften feinen Stoff. "Fühlt sich sogar richtig gut an!" meinte er und drehte sich zu der schräg hinter ihm stehende Irina um, die ihn sehr genau musterte. "Sieht sogar richtig geil aus!" Irina war fast begeistert. "Du solltest häufiger solche Strumpfhosen anziehen!" lachte sie, strich ihm auch über ein Bein und gab ihm einen dicken Kuss. "Du wirst heute Abend der Knaller und auch schon heute über Tag - ich jedenfalls werde Spaß haben!" Marc zog sich weiter an, erst seine schwarze Tennishose, die knalleng saß und den Blick auf seine Beine bis fast zum Arsch freigab. Darüber zog er ein mittelblaues T-Shirt. Mehr wollte er nicht anziehen, hatte er nicht vor, heute die Wohnung länger als notwendig zu verlassen. Aber er hatte die Rechnung ohne Irina gemacht. Auch sie hatte sich inzwischen angezogen, allerdings auch eine Jacke, ihre niedliche Mütze. Drunter hatte sie einen kurzen Rock mit schwarzer Strumpfhose und hohen Stiefeln an - so sah man mehr oder weniger nur ihre Knie. "Komm, wir müssen einkaufen!" "Ich brauche Deine Hilfe!" Marc traute seinen Ohren nicht. Am Samstag einkaufen ging doch gar nicht "Ich dachte, Du wärst schon am Donnerstag einkaufen gewesen?" "Stimmt, aber ich habe nicht alles eingekauft für so ein langes Wochenende - also komm!"


    Marc zog sich seine Jacke an, die ihm allerdings nicht bis zum unteren Ende der Tennishose reicht, so dass sie nicht weiter verdeckte und schlüpfte dann in seine schwarzen Sneakers, die er, wie immer auf der Treppe zumachte. Er kam sich, obwohl ja fast komplett in Stoff gehüllt, selten so nackt vor. Sie gingen mit den beiden Einkaufstaschen in die Tiefgarage, wo ihr anthrazitfarbene Kombi stand. "Wir müssen zuerst in die Apotheke. Ich muss für meinen Vater Tabletten abholen und die Rentnerbravo mitnehmen." Sie fuhren los und Marc war froh, dass Irina alleine in die Apotheke ging. "Weiter geht's zum Bäcker. Wir brauchen noch das leckere Zwiebelbrot," Als sie nur wenige Meter vor dem Eingang des Bäckers anhielten, meinte Irina "Nun geh schon, irgendwann muss es sein." Marc wollte protestieren aber Irina legte ihr Gesicht auf, dass keinen Widerspruch zuließ. Marc öffnete die Fahrertür und stieg aus. Geradewegs ging er zum Bäcker, wo sich eine Menschenschlange befand. Er stellte sich hinten an und sah bewußt nicht die anderen Kunden vor oder hinter ihm an. Es kam ihm so vor, als würden ihn Alle anstarren. Aber niemand nahm wirklich von ihm Notiz. Auch die Verkäuferinnen, die durch die Glasscheibe vor der Auslage doch seine Beine in der Strumpfhose sehen mussten, sagten nichts und bedienten ihn wie jeden anderen Kunden gleich freundlich. Trotzdem war er froh, als er wieder neben Irina im Auto saß.


    "Und. war es wirklich so schlimm?" Marc sah sie an. "Es ist nichts passiert, aber ich habe mich komisch gefühlt. Ich dachte, Alle würden mich mustern, aber ich weiß nicht, ob das stimmt. Niemand hat auch nur die kleinste Reaktion gezeigt." "Na siehst Du, der Anfang ist gemacht!" grinste Irina. "Und nun auf zum Supermarkt."


    Letzter Teil in wenigen Tagen

  • Wettschulden sind Ehrenschulden.

    Da muss er halt durch. Klasse Einfall, mit dem "gezwungenen" Strumpfhosen tragen. Seine bessere Hälfte schwankt so zwischen ihm helfen und seine missliche Lage schamlos auszukosten. Aber er kommt ja auch immer mehr auf den Geschmack.

    Sein Strumpfhosenkauf erinnert mich an meinen ersten Besuch in einem Wolford-Laden. Ist schon ewig her und das glänzend weiße Beinkleid, welches ich damals erstand kostete fast 50 DM (damals noch). Aber ich habe sie heute noch und es sind die besten Strumpfhosen, die ich je getragen habe.

    Bin gespannt wie die Story endet.

  • Das Spiel ist total geil. Es gibt mehrere Spielszenarien, z.B. Deutschland, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien Nord und Süd sowie USA West und Ost, die alle ihre eigenen unterschiedlichen Möglichkeiten haben. Während die beiden Italiens und die Alpenländer sehr viele Berge mit komplizierten Streckenführungen brauchen, so ist es bei den beiden USA-Spielen die Größe und Weite des Landes. Frankreich und Deutschland sind sehr interessant, weil man neben den Städten auch noch Fahrten ins Ausland bzw zu Häfen fahren muss. Auch diese muss man also an das eigene Streckennetz anschließen. Und nach einem Spiel wird einfach alles mit einem Tuch und etwas Wasser wieder weggewischt und schon kann man von vorne anfangen. Übrigens: Bei den ganz alten Ausführungen gibt es noch etwas andere weitere Spielbretter, die aber aus Papier sind und nur ein Mal verwendet werden können. Ggf. vorher kopieren oder eigene Szenarien kreieren.

    Ich glaub, das muss ich mir mal anschauen. Das war vor meiner Zeit ;-(
    Ich kenne nur "Zug um Zug", auch ein sehr schönes Spiel. Das ist wohl etwas daran angelehnt

  • Vielleicht können wir ja eine Lycra-Dampfross-Gruppe bilden und uns ab und an zum Spielen treffen. Natürlich nur in Lycra-Sachen. Hätte doch was oder??? Und wer verliert, muss beim nächsten Mal eine FSH tragen - wäre für viele von uns aber wohl keine Strafe und am Ende würden Alle ganz schlecht spielen, nur um mit der Strumpfhose zwei Tage rumlaufen zu müssen. Vielleicht sollte man sich vorher darauf einigen, dass der Sieger die Strumpfhose tragen darf. :saint::saint::saint:

  • Teil 3 dieser Geschichte (eigentlich sollte dies der letzte Teil werden, aber ich habe mich entschieden, noch einen Teil dran zu hängen, da dieser Teil entweder viel zu lang geworden wäre oder aber viele Ideen hätten textlich nicht mehr realisiert werden können.) Und auf diese zusätzlichen Ideen in diesem und dem 4. Teil wollte ich nicht verzichten. Also viel Spaß beim Lesen und hinterlasst gerne Kommentare, gerne auch zu Text Nummer 10 in diesem Tread. Und nun geht es los:



    Nur fünf Minuten später kamen beide am Supermarkt an. Marc wusste, dass er auf jeden Fall aussteigen und einkaufen würde - selbst wenn Irina ihn nicht nötigen würde. Also öffnete er die Autotür und stieg aus. Irina grinste kurz in sich hinein und folgte ihm. Marc ging geradewegs auf die Box mit den Einkaufswagen zu und nahm sich einen. Irina legte die Einkaufstaschen hinein. Zusammen betraten sie den Markt. Einige Umherstehende schauten kurz hinüber aber den meisten Passanten fielen Marcs bestrumpfte Beine überhaupt nicht auf oder sie nahmen einfach nur keine Notiz davon, es war ihnen schlichtweg egal. Sah man nicht genau hin, so sah er nur aus wie ein Mann in kurzer Tennishose und einer Jacke. Nur war das Wetter jetzt Anfang November für dieses Outfit etwas kühl. Aber wen sollte das schon interessieren.


    Die wie immer gut organisierte Irina hatte den Einkaufszettel dabei und die Artikel so auf dem Zettel sortiert, dass sie ohne Zeitverlust durch den Laden gehen konnten und nacheinander alle benötigten Waren in den Wagen legen konnten. Marc hatte sich inzwischen an seine Strumpfhose gewöhnt und ging wie selbstverständlich durch den Markt. Und Irina sah ihn bewundernd an. Das hätte sie ihrem Gatten gar nicht zugetraut. An der Fleischtheke dann traf sie eine Nachbarin, die eine größere Bestellung abholen wollte. Diese Nachbarin, Frau Neumann-Müller war ein Plappermaul und so begann sie sofort ein Gespräch mit Irina. Marc nickte sie nur kurz zu ohne sein Outfit zu bemerken. Marc grüßte zurück und besah sich die Auslage. Er war froh, nicht alleine hier zu sein, sonst wäre er von der Nachbarin zugetextet worden. Endlich war Frau Neumann-Müller an der Reihe und ließ daher von Irina ab. Marc bemerkte, dass hinter ihm eine junge Frau mit einem vielleicht 12jährigen Jungen stand. Dieser zeigte auf seine Beine und fing an zu glucksen "Guck mal, er hat die gleichen Strümpfe wie Du und Tante Anja!" "Ja, warum auch nicht, wenn er Spaß daran hat, kann er sie doch anziehen." "Aber das sind doch Mädchensachen." hörte Marc den Jungen wieder. "Na und! Denk mal daran, dass sich Deine Schwester auch schon mal von Dir ein T-Shirt ausgeliehen hast - obwohl es eindeutig ein Jungen-Shirt war. Und das fandest Du doch auch nicht nicht lustig, sondern warst nur sauer. Warum soll er also nicht Mädchenstrümpfe tragen?" Der Junge gab Ruhe, konnte aber seine Augen nicht von Marc lassen. Marc drehte sich daher zu den beiden um, zwinkerte der Mutter kurz zu und sagte zu dem Sprößling "Möchtest Du auch welche haben?" Der Junge drehte sich schnell weg, er fühlte sich ertappt und entschied sich, keine Antwort zu geben.


    Zwischenzeitlich war nicht nur Frau Neumann-Müller an der Fleischtheke fertig, sondern auch Irina war bedient worden. Sie zogen also weiter in Richtung der Getränkeabteilung. So sehr sich Marc auch bemühte, wirklich auf ihn gerichtete Blicke konnte er mit Ausnahme des kleinen Jungen nicht feststellen. Einerseits wunderte ihn dies, auf der anderen Seite war er aber auch nicht unglücklich. Endlich kamen sie zur Kasse. Direkt neben ihnen an der Kasse gleich nebenan stand eine ältere Frau, vielleicht in den 60ern, möglicherweise auch schon in den 70ern. Sie hatte ihre wenigen Artikel bereits auf das Laufband gelegt und bückte sich nach einer Papiertüte. Dabei musste sie wohl Mars Strumpfhose bemerkt haben. Jedenfalls tippte sie Marc von der Seite an den Arm und bemerkte so leise zu ihm, dass es sonst keiner hören konnte "Steht Ihnen gut. Schön, dass sich Männer jetzt etwas trauen!" Marc sah sie genauer an und wollte etwas entgegnen, als sie fortfuhr: "Lassen Sie sich von Niemanden etwas in Sachen Mode erzählen und machen Sie Ihr Ding. Ich finde es klasse! Wäre mein Mann nur auch mal so mutig gewesen." Noch ehe Marc wusste, wie er reagieren sollte, war die Dame an der Nebenkasse an der Reihe und auch Irina hatte begonnen, den Inhalt des Einkaufswagens auf das Band zu legen. Marc half ihr dabei und musste noch etwas über die Begegnung nachdenken. Irina hatte das Gespräch überhaupt nicht mitbekommen.


    Marc räumte die gekauften Dinge in den Kofferraum, während Irina den Einkaufswagen in die Box zurückschob und das Ein-Euro-Stück aus dem Schloss in ihre Tasche gleiten ließ. Wenige Minuten später waren sie zu Hause und Marc schleppte die Einkaufstasche die Treppe hoch in die Wohnung, während Irina die Backwaren und die Käufe aus der Apotheke in der Hand hatte. Nach dem Wegräumen der Waren in den Kühlschrank und die anderen Küchenschränke setzte sich Marc an seinen PC, Irina verschwand im Bad.


    Später, als beide gerade beim Mittagessen saßen, rief Stefan, Marcs jüngerer Bruder an. Marc hörte nur, was Irina sagte und das war recht wenig. Lediglich "Ja ... ja ... natürlich ... geht in Ordnung ... nee, Zeit passt ... bis dann" hörte er sie aus dem Nebenraum sagen, wo sie ihr Smartphone hatte liegen lassen. "Schöne Grüße von Deinem kleinen Bruder!" sagte Irina nur und aß weiter. "Dank!" Marc war überrascht, fragte aber nicht weiter. Nach dem Essen setzte sich Marc auf das Sofa und Irina kam zu ihm. Sie streichelte ihm über die Beine und er merkte, dass sich das Streicheln anders anfühlte, als wenn sie ihn sonst sanft berührte. Jede einzelne Berührung war durch die Strumpfhose intensiver, irgendwie viel schöner als normales Streicheln. Es dauerte nicht lange, und sie lagen nebeneinander auf dem Sofa. Irina fingerte gerade an seiner kurzen Tennisshort, als Marc sie bat aufzuhören. Zwar fühlte er sich dabei schlecht, aber er wollte die teure Strumpfhose nicht riskieren. "Lass uns bitte bis heute Abend warten," hörte er sich sagen. ich möchte die neue Strumpfhose nicht zerstören." Zuerst war Irina etwas beleidigt. Es war eigentlich nicht Marc Art, sie zurück zu weisen. Aber sie verstand sein Argument und freute sich auf den Abend. Also kuschelten beide etwas weiter. So bemerkten sie gar nicht, wie die Zeit verging.


    In der Löffelchenstellung waren beide eingeschlafen, als es plötzlich klingelte. Bis Irina aufstand und zur Tür schlich, dauerte es etwas länger und auch Marc brauchte einige Sekunden um wieder wach zu werden. Der rechte Arm war ihm eingeschlafen, Irina hatte darauf gelegen. Sein Brüderchen stand vor der Tür. Irina ließ ihn herein und er kam ins Wohnzimmer, wo Marc in seinem Outfit noch immer auf dem Sofa lag. "Hey, großer Bruder. Siehst schick aus!" waren sein einziger Kommentar, sonst keine weitere Reaktion. Dann ging Stefan zurück auf den Flur, wo Irina auf ihn wartete. Marc hörte nur, wie sich beide mit einem kleinen Küsschen verabschiedeten, nachdem sich Stefan bedankt hatte. "Was war denn mit Stefan?" fragte er Irina, als sie ins Zimmer zurück kam. "Nichts weiter, er hat sich nur etwas ausgeliehen. Deshalb hatte er auch heute Mittag angerufen!" Marc gab sich mit der Antwort zufrieden und beide legten sich noch etwas hin, es war erst 16 Uhr und bis zum Treffen war noch etwas Zeit.


    Etwa anderthalb Stunden später standen sie dann beide auf. Irina wollte sich in Ruhe fertig machen und Marc hatte ja vor, seine zweite Strumpfhose für den Abend über die hautfarbene Strumpfhose anzuziehen. Er war froh, dass sie mit dem Auto zu Andreas und Heike fahren würden. So musste er diese grobmaschige Netzstrumpfhose nur seinen Freunden zeigen. Mit dieser zweiten Strumpfhose wollte er nicht unbedingt draußen rumlaufen. Diese würde doch deutlich mehr auffallen, als das etwas glänzende hautfarbene Exemplar. Vorsichtig packte er sie aus der Verpackung und sah sie sich an. Sie wirkte so klein und er bezweifelte, dass er dort hineinpassen würde. Aber es klappte und passte und Marc grinste. Mit diesem Teil war er auf jeden Fall der Star des Spieleabends.


    Gegen halb sieben waren beide fertig. Irina hatte sich für einen kurzen Jeansrock und darunter eine schwarze Leggings entschieden. Darüber eine weiße Bluse. Die Haare hatte sie hochgesteckt. Als sie Marc in der zusätzlichen Strumpfhose zu ersten Mal sah, musste sie lachen. "Das sieht ja sowas von geil aus. Ich würde am liebsten über Dich herfallen und Dich vernaschen!" "Gerne, aber lass Dir noch Zeit bis wir widerkommen, dann bin ich bereit". Marc hatte sich inzwischen sein Outfit, vor allen Dingen untenherum auch genauer im Spiegel angeschaut. Es sah irgendwo aus zwischen nuttig und gothic. Aber er sah witzig aus und außer den Freunden würde ihn ja niemand so sehen und Marc war sich nicht sicher, ob ihm gothic oder nuttig besser gefiel.


    Bei Andreas und Heike konnten sie in der Hauseinfahrt parken und hier stand ihr Wagen ja in der Tiefgarage. "Wo ist eigentlich der Autoschlüssel?" Marc sah Irina fragend an "Ach so, dass weißt Du ja noch gar nicht. Stefan war doch eben hier und hat sich unseren Wagen geliehen. Er wollte heute abend bei Ikea einen Schrank abholen und in den kleinen Sportwagen von ihm und Linda passt der nicht rein. Also habe ich ihm unseren Kombi geliehen!" Marc wich die Farbe aus dem Gesicht. Schlagartig wurde ihm klar, dass sie nun die Straßenbahn würden nehmen müssen. Und das hieß, dass ihn viele Leute sehen würden. Wenn er das vorher gewusst hätte, dann hätte er zumindest die zweite Strumpfhose weggelassen. "Wieso ist das so schlimm, Stefan hat uns doch auch schon mal was geliehen und Du hilfst doch auch gerne oder?" Die Frage klang etwas zynisch oder war es spöttisch? Marc war auf jeden Fall etwas sauer. Irgendwie lief einiges heute anders als an anderen Tagen und nicht immer zu seinem Besten. Wieso musste Irina ihn noch extra triezen? Aber er wollte sich nichts anmerken lassen und machte gute Mine zu gemeinem Spiel. Ihm schwante, dass bis morgen Abend vielleicht noch mehr auf ihn zukommen würde. Und er war sich jetzt ganz sicher, dass es ihm egal sein würde, zumindest äußerlich.

  • Ich mag deine Geschichte gern lesen.

    Marc schwankt in seiner Strumpfhose zwischen Zweifel und Zufriedenheit.

    Mit dem jüngsten Ärgernis hat er allerdings nicht gerechnet, Irina sei Dank.

    Dass der Weg zu den Freunden nicht einfach werden würde, hatte ich im Stillen schon geahnt, irgendwelche Pannen oder so.

    Ich freue mich auf den nächsten Teil

    (ich schreibe "den nächsten" und nicht "den letzten", dann gibt es vielleicht noch einen Teil 5).

  • Hallo Schwimmer,


    jetzt mache ich mal Werbung in eigener Sache. Meine erste Geschichte "the Story of Alex and Chris" ist mit bisher 4 Folgen ebenfalls nicht so lang und in sich geschlossen. Ev. gibt es dazu aber noch später mal eine Fortsetzung.


    Viel Spaß schon jetzt bei der letzten Folge dieser Geschichte in wenigen Tagen.

  • Irina ist ganz schön fies.

    Aber wieder lebensnah geschildert. Die Geschichte ist irgendwie ein Statement für´s Strumpfhosen tragen als Mann.

    Gute Entscheidung noch etwas mehr zu schreiben.

  • Teil 4 und Ende der Geschichte "Spieleabend mit ungeahnten Folgen":


    Händchenhaltend gingen Irina und Marc die wenigen Meter bis zur Straßenbahnhaltestelle. Um diese Zeit war es draußen schon dunkel und nur ein anderes Pärchen stand an der Haltestelle, knutschend und weltvergessen. Von den beiden nahmen sie keine Notiz. Lange mussten sie nicht warten, als die Bahn um den Ecke bog und mit den typischen Geräuschen hielt. Einige Leute mit Einkaufstüten hasteten aus der Bahn und beide mussten etwas warten, bis sie einsteigen konnten.


    Hier in der Bahn war es deutlich heller und beide setzten sich in die erste Sitzreihe an der Tür. Marc war schneller als seine Frau und ergatterte den Fensterplatz. So konnte niemand seine bestrumpften Beine sehen. Trotzdem sah er sich in der Bahn um, als diese anfuhr. Ein älteres Ehepaar starrte aus dem Fenster. Die meisten anderen Leute sahen auf ihr Smartphone und zwei südländische Paare diskutierten auf einer fremden Sprache miteinander.


    Auch beim Umsteigen und dem kurzen Warten auf die zweite Bahn nahm weiterhin Niemand Notiz von ihm. Gerade im Dunkeln musste man natürlich genau hinschauen, ein Mann in hautfarbenen Strumpfhosen und einer grobmaschigen Netzstrumpfhose in schwarz fiel wohl nicht so wirklich auf. Männer schauten andere Männer wahrscheinlich nicht so genau an, Frauen sahen wenn überhaupt eher in das Gesicht eines Mannes. Und Männer in weiblicher Begleitung schienen für Andere generell nicht so interessant zu sein, so vermutete Marc.


    Die zweite Bahn in Richtung Porz war deutlich voller als die erste. Dies lag wahrscheinlich daran, dass der Umsteigebahnhof am Neumarkt mitten in der City generell belebt war und jetzt viele Menschen mit den Einkäufen des Tages nach Hause fuhren. Dieses Mal erwischten beide einen Sitzplatz, aber nicht in einer Sitzreihe, sondern auf einer Bank, auf der man mit dem Rücken zum Fenster saß. Hier waren seine Beine allen Blicken ausgesetzt. Zwar waren auch in dieser Bahn wieder viele mit ihren Handy beschäftigt und wischten eifrig auf der Oberfläche von links nach rechts oder umgedreht aber eine kleine Clique von fünf pubertierenden Mädchen stand tuscheln am Ausgang. Sie hatten ihn entdeckt, blickten ab und an zu ihm hin, lachten und tuschelten wieder. Marc dachte darüber nach, was sie wohl miteinander zu quatschen hatten. Ob sie ihn für schwul hielten oder einfach nur als verdreht. Vielleicht hatte sogar eine der Mädels die Idee, es könne sich um eine verlorene Wette oder ein verlorenes Spiel handeln. Oder aber, dass es ihm einfach nur Spaß machen würde, so rumzulaufen? Er konnte ihre Gedanken nicht erraten, aber als zwei von ihnen wieder zu ihm hinsahen, lächelte er sie einfach an. Beschämt drehten sie sich weg und von da ab schaute ihn keine der Mädels wieder an.


    Die Bahn hielt wieder und sie waren am Ziel. Nachdem sie ausgestiegen waren, konnte Marc in die hell erleuchtete Bahn sehen und bemerkte, dass die kichernden Mädels ihre Nasen am Fenster platt drückten um noch einen Blick auf ihn zu erhaschen. Zwei von ihnen hatten ihre Handys gezückt und machten Fotos. Marc bezweifelte, dass diese gut würden. Nach wenigen Minuten Fußmarsch kamen sie bei Andreas und Heike an. Christian und Jessica waren schon da und alle vier standen zur Begrüßung an der Wohnungstür und klatschten Marc zu. Sie waren nicht sicher, ob Marc sich trauen würde und umso überraschter waren sie, als sie seine Zweierstrumpfhosenkombi sahen. Nachdem sich das erste "Hallo" gelegt hatte, traten Irina und Marc ein. Von Jessica und Heike bekam Marc neben der Umarmung dieses Mal sogar Küsschen auf die Wange gedrückt.


    Erst als sie sich um den Tisch gesetzt hatten, bemerkte Marc, dass er nicht der einzige war, der heute bestrumpfte Beine zeigte. Auch Heike, ja genau die Heike, die nie Feinstrumpfhosen trug, hatte sich auch eine Strumpfhose angezogen. Darüber trug sie ein ganz kurzes Jeanskleid, dass so gerade noch ihren hübschen Po verhüllte. Marc war sehr erstaunt über ihr Outfit und fragte natürlich nach. "Ich wollte Dich bei Deiner Spieleinlösung unterstützen, schließlich war ich ja nur knapp vor Dir und ich dachte, ich wäre es Dir und auch Andreas schuldig." Und nach einer kurzen Pause fügte sie etwas leiser hinzu: "Und außerdem ist es gar nicht so schlimm. Fühlt sich irgendwie gut an und wenn einen die Männer auch noch anschauen, so gibt mir das auch noch etwas." "Und warum hast Du Dich bisher immer geweigert, Dich so weiblich anzuziehen?" Christian fragte nach. "Ich habe Röcke und Strumpfhosen immer gehasst, weil ich als Kind oft von meinen Eltern gezwungen wurde, Kleider zu tragen, Bei Familienfesten, sonntags in der Kirche und wenn wir ausgingen. Niemals konnte ich anziehen, was ich wollte. Schon alleine der Kauf von Kleidern war für mich ein Albtraum. Aber ich möchte dieses Trauma nun überwinden. Ich werde, das habe ich mir geschworen, ab und an Röcke und Kleider anziehen. Aber nur, wenn ich es will und nur solche, die mir gefallen. Und wenn es passt, ziehe ich auch eine Strumpfhose drunter an. Angefangen habe ich mit dem Tragen der Strumpfhosen schon vor gut drei Wochen. Täglich unter meinen Hosen um mich daran zu gewöhnen. Aber es ist sogar ein schönes Gefühl."


    Christian und Marc waren über diese detaillierte Schilderung ganz überrascht und hätten sie am liebsten etwas tröstend in den Arm genommen. Andreas aber kam ihnen zuvor. Bei Heike kullerten plötzlich ein paar Tränchen die Wange hinunter und er tröstete sie. Die Vergangenheit und die Eltern, die sie damals zwangen, nagten wohl etwas an ihr. Aber genau so schnell wie die Tränchen gekommen waren, waren sie auch wieder getrocknet und nachdem Getränke auf dem Tisch standen, ging es mit dem Spiel los, nicht ohne vorher wieder einen Loserpreis auszusetzen. Dieses Mal war Monopoly dran und Jessica, die das Spiel verlor, hatte die Aufgabe für alle beim nächsten Mal eine riesige Paella machen zu dürfen.


    Es war wieder weit nach Mitternacht, als sich die Freunde verabschiedeten. Marc war schon aus der Wohnung, als er hörte, dass Irina mit den Anderen noch kurz in der Wohnung sprach. Wenige Sekunden später war sie aber wieder bei ihm und auch Christian und Jessica folgten den Beiden. Bis zum Neumarkt in der ersten Bahn gab es keine Besonderheiten auf der Rückfahrt. Beide saßen im hinteren Wagen ganz alleine.


    Auf dem Neumarkt kam es dann jedoch noch zu einer Begegnung, An der Haltestelle saßen ein paar junge Männer und Frauen, die anscheinend einiges an Alkohol intus hatten. Als sie Marc und sein Outfit bemerkten, wollten einige Männer ihn anpöbeln. So kamen zwei auf ihn zu, einer von Beiden absolut auf Krawall gebürstet. "Eh Du, was bist Du denn für einer? Etwa ein Schwuli und ich habe' was gegen Schwule!" Irina und Marc taten so, als hätten sie ihn nicht bemerkt, aber der Betrunkene kam immer näher "Hallo, ich rede mit Dir. Bist Du schwul oder was?" der zweite Betrunkene kam genau in dem Moment, als der erste Marc am Arm packen wollte. "Lass den und komm! Wir haben noch 'nen Bier für Dich!" Marc hatte sich inzwischen umgedreht und erwartete einen Angriff "Erst einmal geht es Dich nichts an, ob ich schwul bin, denn das ist meine Sache. Aber ich kann Dich beruhigen. Ich habe bestimmt mehr Sex mit Frauen als Du jemals haben wirst. Und ich ziehe mich an, wie ich will. Und wenn Dir das nicht passt, dann guck weg." Irina zog Marc am Arm weg von den Besoffenen "Komm bitte, fang keinen Streit an!" Inzwischen hatte sich auch der zweite Mann vor den ersten gestellt und beruhigte ihn "Hier Manni, ein Bier. Komm zurück, die anderen warten." Manni grummelte noch etwas in seinen Bart und torkelte zusammen mit dem Anderen zu der Gruppe zurück. Irina und Marc aber waren froh, als die Bahn kam und beide einsteigen konnten. Auch in dieser Bahn waren sie fast alleine und sie bemerkten wieder, dass von den anderen Anwesenden wieder kaum einer Notiz von ihnen nahm.


    Nach dem Duschen am nächsten Morgen zog sich Marc wieder seine Strumpfhose und seine Tennisshorts an, ließ aber die die Netzstrumpfhose jetzt wieder weg. Er dachte noch an den Abend im Bett mit Irina, die ihn gebeten hatte, die Strumpfhose noch nicht sofort auszuziehen. Sie streichelte ihn sanft über die Beine und das Gefühl war wieder so geil, viel geiler als die Berührungen auf nackter Haut, dass Marc überlegte, die Strumpfhose zum Vorspiel vielleicht öfter anzuziehen. Jedenfalls war der Sex danach grandios und befriedigt schliefen beide schließlich ein.


    Er machte das Frühstück und gemeinsam mit Irina saßen sie eine ganze Weile am Frühstückstisch, genossen den dampfenden Kaffee und die frisch aufgebackenen Brötchen. "Wollen wir gleich eine Radtour machen?" fragte Irina. Dann kannst Du die Tennisshorts gegen Deine Radlerhose tauschen. Aber die Strumpfhose behälst Du an."


    Eine halbe Stunde später saßen sie auf ihren Rädern und radelten Richtung Westen vorbei am Stadion. An der Aachener Str. machten Sie im Rasthaus "zum goldenen M" eine kleine Pause und fuhren dann wieder Richtung ihrer Wohnung. Wie schon am Vortag, so fiel Marc auch auf der Tour wieder auf, dass so gut wie Niemand von seinem Outfit Notiz nahm und er fühlte sich in der Strumpfhose immer wohler. Sie saß gut, war bequem und er fragte sich, warum er vorher nicht schon mal auf den Gedanken gekommen war, Strumpfhosen anzuprobieren.


    Gegen 15.00 Uhr waren sie wieder zu Hause und beide, eingefleischte Formel 1 Fans sahen sich das Saisonabschlußrennen an, dass sie am Vormittag aufgenommen hatten. Den Wagenschlüssel hatten sie beim Zurückkommen im Briefkasten gefunden. Also hatte Stefan vereinbarungsgemäß den Kombi wieder in die Tiefgarage gestellt.


    Noch während die Formel 1 Aufzeichnung lief, klingelte das Handy und Christian war dran. Er fragte, ob sie zusammen mit den Anderen zum Abendessen in den Biergarten in Porz in der Groov kommen würden, wo sie sich ab und an trafen. Irina hatte sofort zugesagt und so machten sich die Beiden rechtzeitig auf den Weg. Dieses Mal konnten sie sogar wieder den Kombi nutzen. Fast schon bedauerte Marc, dass er trotz des blöden Erlebnisses in der Nacht nicht wieder mit dem Rad oder der Bahn fahren musste. Aber vom Parkplatz an der Groov bis zum Biergarten fast direkt am Rhein war es noch ein Stück zu Fuß und so gab es genügend Leute, die ihn sehen würden. Irgendwie genoss er die wenigen Blicke und das Gefühl, sich so zu präsentieren, auch wenn das Interesse der Öffentlichkeit weiterhin eher gering schien.


    Pünktlich kamen beide am Biergarten an. Dort saßen neben Heike, Andreas, Jessica und Christian auch noch Marcs Bruder Stefan und seine Freundin Linda. Marc war etwas überrascht als er die Anderen begrüßte. Linda strich ihm über seine Strumpfbeine und nickte bewundernd. "Herzlichen Glückwunsch zu dem Mut, in Frauensachen zwei Tage rumzulaufen lieber Schwager. Das hätte ich Dir gar nicht zugetraut." "Warum nicht, sieht doch geil aus. Und warum sollten Feinstrumpfhosen nur Frauen stehen und nicht auch Männern? Dafür gibt es doch gar keinen Grund!"


    Nachdem sie alle Acht Getränke und auch das Essen geordert hatten, ergriff Andreas das Wort. "Marc, Du erinnerst Dich an das Gespräch in der Kneipe beim Champions-League-Spiel. Damals haben wir Dich leider etwas veräppelt. Schon vorher hatten wir uns verständigt, dass wir Dich darauf ansprechen wollten und am Spieleabend haben wir alle gegen Dich gespielt. Auch Heike und die anderen Mädels waren selbstverständlich eingeweiht und Heike hatte sich trotz ihrer damaligen Abneigung gegen Rock und Strumpfhosen bereit erklärt im Falle einer Niederlage mitzumachen. Aber eigentlich wollten wir Dich so sehen, wie Du gestern und heute rumgelaufen bist."


    Marc war nicht wirklich überrascht. Zu viel war passiert, dass ihm komisch vorkam. Es ging mit dem Spiel los, wo er von Anfang an keine Chance hatte und wo er das Gefühl hatte, dass alle Mädels gegen ihn spielten und ihm auch Andreas und Christian nicht wirklich halfen, Heike zu besiegen, die doch eigentlich verlieren sollte. Dann kam das teilweise komische Verhalten von Irina hinzu und der verliehene Wagen an Stefan, der sich vorher noch nie den Wagen ausgeliehen hatte. "Also war auch Stefan eingeweiht?" fragte Marc "Natürlich!" antwortete Christian. "Wir mussten doch erreichen, dass ihr zum Treffen kein Auto zur Verfügung hattet." "Und warum das Ganze?" fragte Marc in die Runde. "Denk doch mal nach!" Dieses Mal war es Linda die das Wort ergriffen hatte. "Jeden von uns hast Du immer wieder verarscht. Letztes Jahr zu Weihnachten hatten wir Dich gefragt, was sich Deine Mutter wünscht. Und Du hast uns gesagt, ihr Lieblingsgeschenk sei eine Porzellankatze, die sie in einem bestimmten Geschäft gesehen hatte." "Und diese haben wir ihr dann gekauft, und Du kannst Dich an Mutters Reaktion noch erinnern. Sie war schockiert, sie hasste genau diese Katze und wünschte sich eigentlich einen Zuschuss zu der Kreuzfahrt ins Mittelmeer. Wir mussten dann die blöde Katze umtauschen und Mutter bekam erst später ihren Gutschein. Weißt Du noch, wie doof wir dastanden an dem Heiligabend?" Marc musste unweigerlich schmunzeln. Der Gag war ihm damals gut gelungen.


    "Aber warum hast Du mitgemacht?" er drehte sich Christian um. "Na ja. Letzten 1. April hast Du mich doch in eine Schule geschickt, um dort einen Vortrag über unsere Arbeit im Sachkundeunterricht zu halten. Tagelang hatte ich mich vorbereitet und als ich dann in die Schule kam, sollte ich in einen Klassenraum gehen. Nur dass dieser Klassenraum leer war und auch keine Schüler zum Vortrag kamen. Zwei Tage Vorbereitung für den Arsch und dann noch das Gelächter der Schulleitung, als ich nach einer halben Stunde wieder bei der Rektorin stand." Marc erinnerte sich. Er hatte extra mit der Schulleiterin seiner ehemaligen Schule gesprochen und die hatte den Spaß zum 1. April mitgemacht. "Schlechter Verlierer!" sagte Marc belustigt. "Und ich hatte noch ein Hühnchen mit Dir zu rupfen, auch wenn der Vorfall schon ein paar Jahre zurückliegt!" legte Jessica nach. "Du weist doch noch, dass ich Dich nach Christians Geburtstag gefragt hatte, als ich gerade mit ihm zusammen war. Und Du hast mir gesagt, dass er am 03. Januar Geburtstag habe. Und ich stand in Eurer Firma mit einem selbst gebackenem Kuchen, dem Geschenk und hab ihm noch ein Ständchen gesungen. Und er hatte erst am 05. Januar Geburtstag. Weist Du noch, wie ihr mich in Deiner Firma alle ausgelacht hattet. Das habe ich Dir nie vergessen!" Marc dachte auch daran zurück und musste innerlich lachen - so witzig war die Situation damals und auch Christians Reaktion.


    "Und wir beide haben uns beteiligt, weil Du uns zu Deinem letzten Geburtstag eingeladen hattest!" "Wieso, dass war doch nett von mir." antwortete Marc scheinheilig. Natürlich wusste er inzwischen, warum Andreas und Heike mit von der Partie waren. Letzten Geburtstag hatte er eine Mottoparty veranstaltet und die beiden eingeladen. "Wir treffen uns zum Thema Wilder Westen!" stand auf der Einladung und beide hatten richtig Mühe im Frühjahr nach Karneval passende Klamotten zu bekommen. Während Andreas als Indianerhäuptling mit großem Federschmuck und braunem Zweiteiler mit einem Bogen auflief, war Heike als Cowgirl in rot-weiß karierter Bluse und dunklem langen Rock mit Fransen und Cowboystiefeln und Revolvergürtel erschienen. "Wir sahen beide richtig toll aus!" sagte sie, "Aber leider zum falschen Motto. Alle anderen Gäste waren im Stiel der 50er Jahre mit Tolle und Pomade im Haar erschienen, die Mädels im Pettycoat mit weißen Söckchen und Ballerinas und wir standen da in unserem Outfit." "War aber doch echt lustig. Alle haben Euch doch begeistert angeschaut." "Genauso wie sie Dich nun die zwei Tage angeschaut haben!" entgegnete Andreas. "Das tat gestern und heute richtig gut."


    "Aber warum hast Du mitgemacht?" Marcs Blick blieb auf seiner Frau haften. "Erinnere Dich an Düsseldorf letztes Jahr. Du wolltest nach einer Fotoausrüstung sehen, während ich Klamotten shoppen wollte. Wir hatten vereinbart uns am Wagen wieder zu treffen. Und der Wagen stand auf Parkdeck fünf. Aber als ich ankam waren Du und Wagen weg. Und Dein Handy war aus." "Ich hatte den Wagen doch nur genau zwei Decks höher gefahren. Er stand auf Deck sieben auf dem gleichen Platz." "Und ich habe über eine Stunde gesucht!" "Aber nachdem Du mich gefunden hattest, hast Du doch wirklich geglaubt, dass der Wagen auf Deck sieben stand." "Ja, das hatte ich. Aber als ich zwei Tage später in meiner Handtasche den Zettel fand, auf dem ich mir das Deck und die Parkplatznummer notiert hatte, war mir klar, das Du mich verarscht hattest - und so reifte irgendwann mein Plan, Dich auch mal richtig zu verarschen, Liebling. Und ich glaube, dass ist nicht nur mir, sondern uns allen gut gelungen."


    Marc musste unweigerlich lachen, als er an die vielen Streiche und seine Strafe dachte. Und nacheinander lachten alle mit. Wirklich böse konnte ihm Niemand sein, aber eine Abreibung war fällig, und die war ihnen gelungen. Marc aber dachte sich schon wieder neue Streiche aus, damit würde er nicht aufhören können. Und er wusste, das ihm seine Feinstrumpfhose gut stand und sich toll anfühlte - vor dem oder beim Sex würde er wohl das ein oder andere Mal eine Feinstrumpfhose anhaben - auch ohne eine Spielstrafe. Zusammen saßen sie noch eine Weile im Biergarten und erzählten sich noch die ein oder andere Geschichte.


    The End