• Hallo Lycrafreunde,

    da sich mein nächstes "Großprojekt" noch etwas hinzieht, zur Abwechslung mal eine kleine Geschichte für alle diejenigen, denen das Verfolgen von über Wochen hin ausufernden Erzählungen mehr Arbeit als Freude bereitet. Deshalb mal nur ein Zweiteiler.

    Eingefallen war sie mir bereits vergangenen Spätherbst. Nach ersten niedergeschriebenen Zeilen hatte ich sie jedoch beiseite gelegt um mich anderen Aufgaben zu widmen (unter Anderem den "Entarteten Schriften")

    Danach kamen noch einige andere Ideen und so musste die Story weiterhin ausharren. Seit einiger Zeit habe ich die Schilderung aus dem Bereich "plausibles Wunschdenken" fertig gestellt und dabei einiges gekürzt damit mehr der Phantasie des Lesers überlassen bleibt (Ja, so gemein bin ich)

    Trotzdem gute Unterhaltung.






    Wellness


    Fetischstory von lycwolf




    1/2


    Schon komisch, wie das Leben manchmal so spielt.


    Normalerweise trifft es eigentlich immer die, die schon alles haben. Oder diejenigen, die überhaupt nichts damit anfangen können und lieber den Fresskorb gewonnen hätten. Doch bei der diesjährigen Wohltätigkeits-Tombola traf es Alex. Gut, der Hauptpreis, drei Tage Wellnesshotel im Badischen wäre einer der vielen Frauen vom Verein sicher mehr gelegen gekommen. Doch ihm würde es bestimmt auch nicht schaden sich mal bekuren zu lassen und vielleicht sogar mal jemand Neues kennen zu lernen.


    Dies war übrigens auch die einhellige Meinung seiner Freunde, allesamt verheiratet oder wenigstens verpartnert. Nur Alex war der "schwer vermittelbare Fall" der Gruppe. Wäre es nicht eine Verlosung nach dem Zufallsprinzip gewesen, hätte er sicher wieder einen Verkupplungsversuch dahinter vermutet. So aber freute es ihn, sich drei Tage lang Gutes angedeihen lassen zu können.

    Etwas unüblich war es schon, dass der Gutschein nur für eine Person galt und nicht wie sonst für zwei. Nun gut, für eine Tombola wäre das bestimmt zu kostspielig geworden.


    Die Anreise musste natürlich in eigener Regie erledigt werden. Für Alex kein Problem. Selbst bei gemütlicher Fahrweise kaum länger als anderthalb Stunden Fahrt. Das Wetter war zwar nicht gerade das Beste, aber die Gegend ungeachtet dessen sehr reizvoll.

    Erstaunlich, sinnierte er, dass sich jedes Wochenende unzählige Kennzeichen aus KA, RA, HD und sonstigen Badener Gebieten bei ihm in der Pfalz tummelten. Bei denen ist´s doch mindestens genauso schön. Und in Hinblick auf touristische Infrastruktur konnte man sich bei denen gleich zwei Scheiben abschneiden. Ein Grund für die Völkerwanderung lag jedoch auf der Hand: "Badischer Wein - von der Sonne verhöhnt", schmunzelte er über die abfällige Abwandlung eines Marketing-Spruchs. Doch musste etwas Wahres darin liegen, schließlich zogen viele Badener die Winzererzeugnisse des Nachbarlandes vor.


    Das Hotel als solches wirkte nicht direkt gemütlich, obwohl dessen Architektur eigentlich schön und modern war. Es lag an seiner schieren Größe. Eingebettet in die grüne Hügellandschaft am nordwestlichen Ende des Schwarzwalds, füllte es spielend ein komplettes Tal. Im Vorfeld hatte Alex ein wenig im Netz recherchiert. Das Haus erhielt hervorragende Bewertungen und unzufriedene Gäste waren rar. Von Tagungen, Kongressen, über Wellness, Firmenfeiern in großem Stil, bis zu speziellen Themenwochenenden wurde alles geboten. Natürlich auch ganz regulärer Hotelbetrieb. Der ausladende Gebäusekomplex beherbergte mehr Schwimmbäder, Saunen, Sporteinrichtungen und was sonst noch der Wellness zuträglich war als sämtliche Bäder und Thermen einer Großstadt zusammen.


    Der Empfang war professionell, aber dennoch herzlich und sein Zimmer ließ nicht das geringste zu wünschen übrig. Nicht wie die nüchternen Business-Hotels die er sonst kannte. Die Einrichtung war gemütlich und regelrecht luxuriös. Viel zu aufwändig für nur drei Tage.

    Kaum hatte er einen ersten Blick in die Wellness-Broschüre mit ihren überbordenden Angeboten geworfen, entschloss er sich spontan für ein wenig Schwimmen. Er überlegte kurz. Nein, seinen Gymnastikanzug würde er nicht anziehen, obwohl er ihn mit hatte. Zusammen mit einigen anderen jener Kleidungsstücke die zu tragen er sich lediglich in privaten Räumen traute. Aber die oberschenkellangen Tights, die er oft als Schwimmhose nutzte konnte er hier problemlos anziehen. Schließlich sollte es ja "Wellness" werden und die fing schon mit der Lieblingskleidung an.


    Alex wählte die größte Schwimmhalle, denn er wollte einige Bahnen ziehen und wenn man nach nur drei Beinschlägen bereits wenden musste, grenzte das den Spaß daran doch merklich ein. Obwohl das Becken gut besucht war, fand er genügend Platz für seine aquatische Betätigung.

    Nach gut einer dreiviertel Stunde begab er sich zur Pause auf eine der Liegen, die auf erhöhten Ebenen rund um die Badelandschaft angeordnet waren. Keine der gewöhnlichen kalten Plastikliegen. Diese waren gepolstert und so weich wie die Bademäntel und Handtücher des Hotels. Wärmelampen strahlten dezent von der Decke und ein Kellner reichte ihm umgehend ein Tablett mit einer Auswahl an diversen Cocktails von dem er sich bedienen konnte. Er entschied sich für etwas alkoholfreies, schließlich war es früher Nachmittag.


    Seine Jammers trockneten schnell und schimmerten vorteilhaft unter dem gedämpften Licht. Einige Damen seiner Altersklasse in sehr kleidsamen Badeanzügen schlenderten vorbei und stellten Blickkontakt her, nachdem ihre Augen von seinen glänzenden Schenkeln nach oben gewandert waren. Er mochte nicht bestreiten, dass ihm das ganz gut gefiel. Also sog er an seinem Strohhalm und ließ seinen Blick schweifen. Das alles machte ihn sehr zufrieden. Die "Wellness" begann Wirkung zu zeigen.


    Es gefiel ihm, dass hier in der Schwimmhalle Bikinis in der Unterzahl waren. Zurecht, denn der weibliche Körper wirkt um so vieles interessanter, wenn er großzügig von schimmerndem Lycra in Form von Badeanzügen verhüllt wird. Noch eine Stufe weiter würde die Verwendung richtiger Turnanzüge gehen, die vor allem in der Rückenpartie und je nach Ärmellänge noch mehr verdeckten. Aber so etwas sah man eigentlich nie im Schwimmbad.


    Außer ...


    Er musste die Augen zusammenkneifen, denn kaum hatte er es gedacht, meinte er am entfernten Ende, dort wo das Spaßbecken an die Schwimmerbahnen anschloss, einige Badenixen in Gymnastikanzügen zu sehen.

    Seine Aufmerksamkeit war geweckt. Da waren sogar mehrere Mädels in Turn-Einteilern statt in Badeanzügen. Eine ganze Gruppe tollte herum und verließ gerade das Becken. Er war zu weit entfernt, aber er hätte schwören wollen, dass er nicht nur Frauen sah, sondern auch Männer in Badeanzügen und Gymnastikbodies. Im Ernst, nicht die oft zu sehenden Anzüge für Leistungsschwimmer.

    Das gibt´s doch nicht, dachte Er und machte sich auf den Weg dorthin wo er die illustre Gruppe bemerkt hatte. Leider war durch die verschlungen angelegten Wege kein direktes Vorankommen möglich und so waren sie bereits verschwunden als er eintraf. Er riskierte noch einige Blicke in die angrenzenden Duschen und Umkleiden, doch keine Spur von ihnen.


    Alex grinste.

    Klar, vielleicht war auch seine Phantasie, gepaart mit der entspannenden Umgebung der Vater des Gedankens. Seine eigene Imagination hatte ihm mal wieder einen Streich gespielt.


    Also beschloss er als nächstes die Kombination aus Sauna, Dampfbad und Schaumentspannung in Anspruch zu nehmen.

    So langsam wurde ihm klar, warum Frauen so auf diese Wellness-Trips standen. Es war einfach großartig.

    Auch dass er bei der abschließenden Massage von einem Mann durchgeknetet wurde, deutete in gewisser Weise auf die sonstige Überzahl weiblicher Wellness-Gäste hin. Sein Masseur, ein Sportler mit der Figur von Michelangelos David, kam deshalb nicht überraschend.

    Was Alex irritierte war jedoch sein Aufzug. Nicht die übliche Dienstkleidung aus weißem Polo-Shirt und Shorts. Nein, dieser trug einen ärmellosen Ganzanzug aus blauem Lycra. Entsprechend unentspannt war er während der Massage bis er nicht mehr anders konnte als direkt zu fragen.


    "Ach der Lycra-Anzug?", erklärte der Physiotherapeut, erkennend dass er etwas befremdlich auf seinen Gast wirken musste. "Den trage ich weil wir doch die letzten Tage hier ein Treffen von Fans dieser Kleidung beherbergten."


    Augenblicklich war Alex hellwach und bombardierte sein Gegenüber mit weiteren Fragen.


    "Die kommen einmal im Jahr", führte dieser weiter aus. "Ist ´ne lustige Truppe. Leiden zwar immer etwas an Herrenüberschuss, dafür kommen aber viele in weiblicher Turnkleidung daher."


    "Das Treffen "war"?", hakte er nach während sich sein Gehirn noch mit der Verabeitung der vorhergehenden Antwort beschäftige.


    "Naja, heute Abend ist Abschlussfeier. Mit Getränken und Speisebuffet und so. Ich will da auch noch hin."


    "Das heißt, jeder kann daran teilnehmen?"


    "Die haben zwar einen gesonderten Bereich reserviert", sagte der Masseur weiter, "haben aber nichts gegen interessierte Gäste. Allerdings gilt da ein gewisser Dresscode. Irgendwas aus Lycra sollte es schon sein, je mehr desto besser. Wenn sie Lust haben hinzugehen, ich kenne einige von denen. Die haben immer genug Kleidung mit, so dass sie auch mal was verleihen können.


    Tief in Gedanken glitt Alex von der Massageliege. "Nein, ... das ist nicht nötig", antwortete er abwesend auf das Angebot, noch im Zwiespalt zwischen der körperlichen Entspannung und gleichzeitiger geistiger Anspannung.




    Auf seinem Zimmer kramte er die mitgebrachten Lycrasachen aus der Tasche und breitete sie auf dem Bett aus.


    So wenig.


    Hätte er das gewusst, hätte er mehr mitgebracht. Dass er auch immer so ein Pech hatte. Wenn er den früheren Termin gewählt hätte, wäre er die ganze Zeit mit Lycrafans zusammen gewesen.

    Na ja, immerhin hatte er ja noch den Abend.


    Zumindest brauchte er sich keine Gedanken darüber zu machen, was er kombinieren sollte - er hatte nur das was auf dem Laken vor ihm lag.

    Seine seidenmatten Stegleggings in schwarz / weiß / grauem Camouflage, wie die Lackierung von Marineschiffen.. Darüber der Turnanzug mit den hochglänzenden, dunkelroten Ärmeln und den dreieckigen, schwarzen Samt-Intarsien, die auf der Brust von den Schultern bis zum Schritt reichten und sich gleichermaßen auf dem Rücken wiederholten.

    Einer seiner Voltigieranzüge wäre bestimmt besser geeignet gewesen, aber er musste das Beste aus dem machen was er dabei hatte.

    Schon wollte in seine Sportschuhe schlüpfen als er innehielt. Er dachte kurz nach. War gewagt, aber es würde wenigstens einen kleinen Glanzpunkt setzen. Alex hatte nämlich auch seine neuen Ballettschläppchen mitgebracht. Weißes Leder, noch kaum getragen.


    Dann der prüfende Blick in den Spiegel. Ein scharfer Anblick, fand er. Zumindest für Gleichgesinnte. "Normale" Menschen würden ihn bestenfalls "lächerlich" finden.

    Bei diesem Gedanken wurde ihm auf einmal ziemlich warm. Konnte er in diesem Aufzug an die Rezeption gehen und nach dem Weg fragen? Nun, eigentlich schon. Die wussten ja, dass sie so durchgeknallte Sonderlinge beherbergten. Aber was war mit regulären Hotelgästen? Würden die sich belästigt fühlen?

    Ach was, er würde das durchziehen, schließlich kannte ihn hier ja keiner. Andererseits machte er sich jedoch Gedanken, ob er so gekleidet vielleicht gegen irgendwelche Sitten verstoßen könne. Liberal hin, freies Ausleben her. Er musste ja niemandem seine Vorliebe aufdrängen.

    Was also tun?

    Bademantel drüber?

    Quatsch!


    So aufgeheizt wie er war, konnte er kaum einen klaren Gedanken fassen.


    Telefon.

    Natürlich. Er würde den Empfang einfach anrufen. Dass er da nicht gleich drauf gekommen war.


    "Der Abschluss des Forentreffens findet im Nebengebäude 14 statt. Die Lage ist auf dem Hotelplan an Ihrer Zimmertür verzeichnet", erklärte die Rezeptionistin freundlich und ohne irgendeinen Unterton.


    "Und wie ...", druckste er herum, "... komme ich ... diskret dorthin?"


    "Ah", meinte sie verständnisvoll, "Sie sind nicht der einzige der danach fragt. Die Gesellschaft hat das komplette Gebäude gebucht, um unter ihresgleichen zu sein. Aber es hat sich auch sonst noch niemand über die unkonventionell gekleideten Gäste beschwert. Wenn es Ihnen aber lieber ist unerkannt zu bleiben, können Sie gerne den Personalaufzug am Ende Ihres Flurs nehmen."


    Sie gab ihm einen vierstelligen Code für dessen Nutzung durch.


    "Fahren Sie bis ins Untergeschoss, dann den Wegweisern "N14" nach. Dort treffen Sie allenfalls auf Personal, das sowieso dort arbeitet."


    Uff! Erleichterung.




    So eine Gefühlsaufwallung hatte er noch nicht erlebt. Das nannte er nun wirklich Wellness. In einem Hotel unterwegs zu sein, in Leggings, Turnbody und Schläppchen. Er war aufgeregt, aber irgendwie machte ihn das Kribbeln auch ganz schön an.

    Die Fahrstuhltür öffnete sich im untersten Stockwerk. Alex wollte bereits einen Rückzieher machen als er diverse Angestellte große Metallkarren vorbeischieben sah, doch dann überwand er sich und trat in den Vorraum, von dem mehrere Durchgänge abzweigten.

    N14. Hier musste er entlang.


    "Ach Hallo", hörte er hinter sich und wirbelte erschreckt herum.

  • Ich mag auch lieber Geschichten, die sich nicht ewig hinziehen. Dort muss man immer am Ball bleiben, ähnlich wie bei einer daily-soap. 2 bis vielleicht 6 oder 8 Kapitel reichen, ohne dass ich jetzt die mit viel Mühe und Liebe geschriebenen Long Storys hier in irgendeiner Form schlecht machen zu wollen. Aber für die Galaktische Turnfee und die Zugfahrt bin ich zu spät eingestiegen, während ich Karneval-Geschichte gerne verfolge. Aber kurz und knackig ist mir persönlich lieber. Deswegen werden meine Geschichten auch nur wenige Kapitel haben. Aber: Jedem Tierchen sein Pläsierchen und für längere Geschichten finden sich bestimmt auch gute Argumente.

  • pardon lycwolf, ist zwar off-topic, aber dennoch wichtig.

    Aber für die Galaktische Turnfee und die Zugfahrt bin ich zu spät eingestiegen, während ich Karneval-Geschichte gerne verfolge. Aber kurz und knackig ist mir persönlich lieber.

    bigshadowman

    Sowohl die erste Folge von "Die Zugfahrt" als auch die erste Folge der "Galaktischen Turnfee Nereida" kann für sich alleine stehen. Ich hatte für beide Geschichten ursprünglich nur ein einziges Kapitel vorgesehen, Du brauchst nur jeweils das erste Kapitel lesen, es steht für sich. Wenn du weiterhin Lust hast, kannst du weiter lesen (musst aber nicht).

    Viele Grüße

    Desi

  • Danke für den Hinweis. Werde ich in den nächsten Tagen mal machen. Ansonsten bitte nicht sauer sein, aber die Geschichten waren halt zu weit fortgeschritten, als ich mich hier angemeldet habe. Wenn man eine Geschichte von Anfang an verfolgt, ist es natürlich einfacher, als wenn man nach vielleicht 40 oder 60 Kapiteln einsteigt.

  • bigshadowman , es lohnt sich bei beiden Geschichten. Dann dauert es halt etwas länger mit lesen, aber dafür wirst Du komplett durch tolle Geschichten entschädigt!

    Do not look upon this world with fear and loathing. Bravely face whatever the gods offer.

    -- Morihei Ueshiba

  • Danke, Danke.

    Wie gesagt, mal was kürzeres (obwohl das nächste Kapitel sogar noch etwas länger ist als das Erste).

    Mal wieder etwas, das mehr Raum für die eigene "weiterspinnende" Phantasie lässt.


    Auch etwas "Off-Topic", was längere Geschichten angeht.

    Zumindest von lycwolf gibt es einiges auch zusammengefasst im Sammelband "Entartete Schriften". Oft ist das Lesen am Stück oder in selbst wählbaren Abschnitten leichter.

  • Das mit der Zusammenfassung von Geschichten hatten wir ja schon in einem gesonderten Thread hier im Forum. Obwohl ich das sehr begrüßen würde, lässt sich dies leider technisch nicht realisieren oder würde zu viel Arbeitszeit kosten. Und da hier alle in der Freizeit tätig sind, kann man diese Arbeit niemandem zumuten. Hier bin ich ganz nah bei den Admins. Aber es stimmt. Es wäre leichter zu lesen.

  • Danke für die Frage, Rim.

    Jetzt geht die Geschichte über Zufälle und Koinzidenzen weiter





    2/2


    "Keine Angst".

    Es war sein Masseur von vorhin. Dieser musterte ihn kurz und meinte: "Kommen sie mit, ich denke wir haben den gleichen Weg".


    Erleichtert schloss er sich ihm an.

    Über dem wie eingeölt glänzenden Ganzanzug hatte der Physio noch einen schneeweißen Badeanzug gezogen, dessen eher mattes Material stark mit dem Glanzlycra kontrastierte.


    "Tolles Outfit", lobte dieser hingegen, als er Alex kurz musterte. "Das Tarnfleck-Design bildet einen schönen Gegensatz zu den Ballettschuhen"


    Alex schaute an sich herunter. Stimmt eigentlich. So hatte er das noch gar nicht gesehen.


    "Ich hätte meine auch angezogen, aber die haben vorn ein Loch, deshalb musste ich mich mit diesen begnügen." Er zeigte dabei auf seine Standard-Gymnastikschläppchen aus schwarzem Kunstleder.


    "Bei Ihren sonstigen Sachen fällt das glaube ich nicht ins Gewicht", meinte Alex im Hinblick auf den sportgestählten Körper in einer Lycrakombination, was sogar ihn als Mann erregte.


    Zu weiterer Konversation blieb keine Zeit, den sie hatten ihr Ziel bereits erreicht.


    "Bis dann und viel Spaß", meinte der Masseur, mischte sich unter´s Volk und ließ Alex mit offenem Mund an der Tür stehen.

    In dem großen Raum mochten gut und gerne 45, wenn nicht 50 Leute versammelt sein. Alle in sein Lieblingsmaterial gekleidet. Obwohl, beim einen oder anderen konnte es auch Latex gewesen sein, so genau war das bei der teilweisen Verdunklung und den bunten Effektlampen nicht zu unterscheiden.

    Eine ganze Weile betrachtete er die Personen. Ungläubig, dass es auch andere gab die auf sowas standen. Noch dazu so viele. Er war überwältigt.


    "He, Hallo", begrüßte ihn Spiderman in geschlossenem Zentai. "Komm doch rein. Von welchem Forum bist du denn?"


    "Welches Forum?", lautete seine Gegenfrage.


    "Na hier sind Angehörige von fünf verschiedenen Internetforen", erklärte Spiderman, "und die wenigsten kennt man persönlich, oder?"


    "Verstehe", antwortete Alex. "Ich bin von keinem Forum."


    Der Spinnensuperheld schnappte sich umgehend einen Dessertlöffel vom nahebei aufgebauten Buffet und schlug damit an sein Glas.


    "Alle mal herhören, hier ist ein Neuer. Heißt ihn mal gebührend Willkommen!"


    Jubel brandete ihm entgegen. Sofort kamen einige Lycraträger angelaufen und schüttelten ihm die Hände oder klopften ihm auf den Rücken. Derart viel Aufmerksamkeit gefiel ihm gar nicht, aber da musste er jetzt wohl durch. In kürzester Zeit wurde Alex bestimmt zwanzig Personen vorgestellt. Meist sogar noch mit zwei Namen. Einer wohl der Richtige und einer der Nickname aus einem Internetforum. Bereits beim Dritten Lycraträger hatte er den Ersten schon wieder vergessen.


    Es war gar nicht so einfach in dem Durcheinander glänzender oder wenigstens schimmernder Körperteile einen klaren Gedanken zu fassen und sich ein System zu überlegen. Namen einem Kleidungsstück zuzuordnen erschien aussichtslos. Zu sehr wurde der Geist von diesem Überangebot an fetischistischer Erfüllung abgelenkt. Also gab er kurzerhand alle zu bewussten Handlungen auf und ließ sich einfach treiben.


    Unter diesen Lycrafans schien es üblich sich gegenseitig zu berühren, selbst wenn man sich gar nicht kannte. Das gefiel ihm ganz gut, auch wenn manche sich wenig zurückhaltend auch mal an Regionen wagten, welche normalerweise eine deutlich bessere Bekanntschaft voraussetzten. So erschrak er häufiger wenn die Berührungen fast intim wurden. Auch sein abgewandtes Ende wurde des Öfteren betastet und das nicht nur von Frauen.


    Die Versammlung wartete mit einem eigenen Barkeeper auf und so kämpfte er sich zunächst mal wieder aus dem Gewimmel heraus um sich einen Drink zu genehmigen.


    "Kann ganz schon Anstrengend werden", sagte eine weitere komplett verhüllte Lycragestalt zu seiner linken.


    Alex nickte dem anonymisierten Gast am Tresen zu. Ein kompletter Zentai in dunkelbrauner Grundfarbe, aber mit aufgedruckten Feuerwerksmotiven. Der Glanzgrad war durchschnittlich, doch bei dieser Disco-artigen Beleuchtung glitzerte alles effektvoll. Das Einzige was er über den Träger der Hülle sagen konnte war, dass er männlichen Geschlechts sein musste. Nicht nur wegen der Stimme. Körpergenaue Anzüge offenbaren halt mehr als sie verhüllen.

    Noch während sie sich zuprosteten fragte er sich, ob der andere seine Haube jetzt öffnen würde, aber dieser schlürfte sein Glas einfach durch das feine Gewebe hindurch.


    "Keine Sorge", erklärte er auf den fragenden Blick hin, "das trocknet schneller als man denkt" und machte sich wieder auf den Weg zu seiner Clique, die sich gerade angeregt mit einigen "Badeanzügen" unterhielten. Wohlgemerkt, lauter Männer.


    Er schlenderte ein wenig durch den Raum. Immer mit etwas Abstand, damit er nicht wieder überraschend vereinnahmt werden konnte.

    Hier gab es echt alles, außer vielleicht einer größeren Anzahl von Frauen. Damit hatte der Masseur wohl recht. Der Spaß an glatter und körpernaher Kleidung betraf offensichtlich mehr die Männer. Was nicht heißen soll, dass diese Feier feminines Notstandsgebiet war. Doch das Kräfteverhältnis lag eindeutig zugunsten des maskulinen Geschlechts.


    Zwischen einem Batman und einer Gruppe Voltigierer kam ein Pärchen Ballett-Tänzer auf ihn zu. Beide stilecht in rosa Body und Tutu, nebst weißer Strumpfhose und Schläppchen. Zumindest sie. Er hingegen trug tatsächlich Spitzenschuhe aus goldenem Satin. Keine Ahnung ob er darin bestimmungsgemäß auf Spitze stehen konnte, aber schon der ungewöhnliche Anblick seiner eleganten Bewegungen war interessant.


    "Du bist Gast hier?", fragte die Tänzerin. "Ich meine, du gehörst keiner Forumsgemeinschaft an?"


    "Stimmt", gab er zu. "Bis heute Abend wusste ich noch nicht einmal dass es überhaupt verschiedene Foren zu dieser Vorliebe gibt."


    "Eine Jungfrau", brachte der Spitzentänzer hervor und sie alle lachten herzlich darüber.


    "Ich meine", führte Alex die Unterhaltung weiter und sah sich dabei demonstrativ um. "So viele unterschiedliche Neigungen und trotzdem alles Lycrafetisch. Wie habt ihr nur alle zusammengefunden?"


    "Das ist das wenige richtig Gute am Internet", erklärte die Ballerina. "Es gibt zwar eine ganze Anzahl von Lycrafans in Deutschland und im angrenzenden Ausland...."


    "Vor allem in Holland", unterbrach der Tänzer seine Partnerin.


    "Doch alle sind großräumig über die Republik verteilt", fuhr sie fort. Noch dazu in unterschiedlichen Foren organisiert. Manche in mehreren, andere wiederum nur in einem."


    "Irgendwer", fuhr jetzt der Mann wieder fort, "hatte vor ein paar Jahren die Idee sich mal übergreifend zu einem gemeinsamen Treffen zusammen zu finden. Das waren am Anfang keine zehn Leute. Viele hielten sich zurück, andere trauten sich nicht und manche bevorzugten auch mehr die Abgrenzung in ihrem eigenen Forum."


    "Nachdem aber erst einmal die Bilder vom ersten Treffen die Runde machten, kamen zum zweiten bereits mehr als doppelt so viele", übernahm sie nun wieder das Gespräch. "Es war gar nicht so einfach die verschiedenen Ausprägungen unter einen Hut zu bringen. Da gibt es die reinen sportorientierten Turner...", dabei wies sie auf eine Clique an der anderen Seite des Raums, "...die sich schwer tun mit anderen, denen es nur um die Kleidung an sich geht."


    "Oder die Radelfraktion", warf ihr Partner ein. "Und die Superhelden und anonymen Morphsuits."


    "Ein anderes Forum beschäftigt sich vorwiegend mit Ballettkleidung", dabei zeigte sie auf sich. "Wieder ein anderes hat die höchste Dichte an Storyschreibern, und..., und..., und..."


    "Aber allen ist irgendwann bewusst geworden", schloss der Ballerino, "dass wir im Grunde gar nicht so verschieden sind und uns die Liebe zu Lycra in all seinen Facetten vereint."


    "Wenn dir das hier zusagt, am Eingang liegen Flyer über unsere gemeinsamen Unternehmungen und auch die Adressen aller beteiligten Foren. Schau doch mal bei verschiedenen rein und wenn du was geeignetes gefunden hast, registriere dich kostenlos und trage was zum Forum bei. Das Ganze lebt nämlich vom mitmachen."


    "Das werd´ ich", antwortete Alex während die beiden sich bereits wieder unters Volk mischten


    Weiter hinten im Raum war so was wie eine "Schwarzlichtecke" eingerichtet. Zwei ebenfalls anonyme Zentaiträger präsentierten sanfte Schnürkunst mit neonfarbenen Seilen. Keine strenge Bondage,sondern kuschelzarter Körperschmuck bei dem der künstlerische Aspekt der komplizierten geometrischen Muster

    im Fokus stand.

    Das Model war weiblich und füllte mit deutlichen Reizen ihren im Schwarzlicht hell leuchtenden weißen Zentai aus. Der Artist mit den Stricken dagegen war in tiefem, mattem schwarz fast unsichtbar, nur durch seine Tätigkeit zu erkennen. Sehr geschmackvoll, was die beiden boten und keineswegs anstößig.


    "Also ich würd´ mich sowas nicht trauen."


    Die helle Stimme kam von der Seite, etwas unterhalb seiner Sichtlinie.


    "Wie bitte?", fragte er die etwas kleinere Frau neben sich.


    "Na mich so darzustellen. Auf dem Präsentierteller sozusagen."


    Er musterte sie. Sicherlich war die Gestalt unter den pechschwarzen Haaren etwas molliger als das Lycramodel vor ihnen, aber in seinen Augen extrem gutaussehend.


    "Na ja", antwortete er zu ihr herunter gebeugt um die Musik zu übertönen. "Nicht jeder sieht sich gerne auf einer Bühne, aber ...", und dabei musterte er sie demonstrativ von Kopf bis Fuß, "... ich sehe hier nichts was man nicht vorzeigen könnte."


    Sie lächelte verlegen, wie es typisch ist für Mädels die unsicher in ihrer Selbstwahrnehmung sind. "Danke, aber ich bin nicht so der Typ zum herumzeigen."


    Ihr Outfit stand jedoch konträr Dazu. Sie musste zu den alteingesessenen Mitgliedern dieses Fetischzirkels zählen, gemessen an ihren doch recht auffälligen Kleidungstücken. Besonders die weißen Radlerhosen. Das heißt, eigentlich waren sie für Radler zu kurz und für Hotpants zu lang. Aber dennoch ein regelrechter Blickfang. Darüber trug sie einen Langärmligen Gymnastikanzug in violettem Grundton, bei dem sich glänzende und matte Areale in scheinbar willkürlicher Folge abwechselten. Doch das war noch nicht alles. Zwar noch kein direktes "Cocooning", aber anscheinend mochte sie es in multiple Lycraschichten verpackt zu sein.

    Unter den weißen Tights lugten nämlich schwarze Leggings mit elegantem Glanz hervor. Doch diese reichten auch nur bis knapp unter die Wade. Darunter schloss das höchstglänzende Nylongewebe einer Gardetanz-Strumpfhose an. Lediglich die im direkten Vergleich eher simplen Leinenschläppchen in denen ihre zierlichen Füßchen steckten, fielen in ihrer Schlichtheit etwas aus dem Rahmen.


    "Also das kann ich kaum glauben, wenn ich das alles so betrachte", knüpfte Alex wieder an die Konversation an. "Außerdem lebt Lycra doch geradezu davon "ausgefüllt" zu werden."


    Wieder schaute sie verlegen zu Boden. Vieleicht kokettierte sie auch nur mit gespielter Scham, aber auf alle Fälle hatte sie damit Erfolg bei ihm. Sein Interesse war geweckt.


    "Wollen wir uns etwas hinsetzen?", bot er an und wies auf die vielen bequemen Sitzgelegenheiten an der entfernteren Seite des Raums.

    Dort war es leiser und man konnte sich unterhalten. Wobei nur wenige sich wirklich unterhielten. Vielmehr war auf den Sofas und Sesseln streicheln und kuscheln angesagt. Zwar meist gesittet, aber so manches Paar befand sich bereits im Vollkontakt-Nahkampf.


    "Ich bin Alex", stellte er sich ihr vor während sie auf einer Zweiercouch Platz nahmen.


    "Saskia", entgegnete sie und stellte ihr Glas auf das Tischchen vor ihnen.


    "Wie findest du diese Party, Saskia?"


    "Eine Reizüberflutung. Aber auf den zweiten Blick echt Klasse so viele Gleichgesinnte in so vielen Varianten zu sehen."


    Nun konnte er zum ersten Mal ihr Gesicht betrachten. Die ganze Zeit stand ja ihre Kleidung im Mittelpunkt. Er schätzte sie ein, zwei Jahre jünger. Ein rundliches Gesicht mit einer süßen Stupsnase in der Mitte. Diese hielt eine sehr gut zu ihr passende Brille in Position. Er liebte Mädels mit Brille. Das wirkte sofort gebildet. Wenn ihm etwas mehr gefiel als knuddelige Kurven, dann war es ein Mindestmaß an Bildung. Nicht unbedingt akademisch aber doch eine, die ihre Meinung nicht ausschließlich mit Hilfe von Modejournalen bildet.


    "Interessantes Muster", sagte sie und strich wie selbstverständlich über seine Leggings.


    Er musste sich immer noch etwas an die hiesigen Gepflogenheiten gewöhnen, obwohl ihm das keineswegs lästig war. Auch er wurde mutiger und umspielte mit dem Finger das Ende ihrer weißen Radler, dort wo die Leggings darunter hervorkamen. Die weiße Hose war eher matt aber die schwarzen Beine darunter schimmerten animierend. Es fühlte sich sensationell an.


    "Du magst es wohl in mehreren Schichten, wie?", erkundigte er sich.


    "Das ist mein Zwiebellook", gab Saskia zurück und packte ihrerseits fester an seinen Oberschenkel. "Eigentlich resultiert er daraus, dass ich nie weiß welche meiner Lieblingsstücke ich gerade tragen möchte. Manchmal muss ich aufpassen mich nicht in eine Mumie aus Lycraschichten zu verwandeln."


    "Fände ich gar nicht so schlecht. Dann bekäme das Auspacken was von Weihnachten", sagte er mit gespielt lüsternen Unterton worauf sie schmunzeln musste. Auch er selbst lächelte darüber.


    "Wie fühlt sich eigentlich dieser Samtstoff an?", fragte sie im Hinblick auf den glanzlosen Teil seines Torsos. Doch sie wartete keine Antwort ab und begann umgehend seinen Bauch zu kraulen, was ihm natürlich ebenfalls nicht ungelegen kam.


    Das war ja ein richtig gefährliches Luder, dachte er ob ihrer Forschheit, wo sie doch vorhin noch die Unschuld vom Lande mimte.

    Nun gut, dachte er, das was du kannst kann ich schon lange und fasste ihren prall umspannten Lycraleib an. Ihr schien das keineswegs unangenehm, denn sie schob sich näher an ihn heran. Das unter seinen streichelnden Fingern abwechselnd glatte und stumpfe Lycragewebe strahlte die angenehme Wärme seiner Trägerin aus.


    Plötzlich gluckerte und vibrierte es unter seinen streichelnden Fingern, während Saskias Innereien lautstark auf sich aufmerksam machten. Sie blickten sich erst stumm an und man konnte sehen dass es ihr peinlich war. Doch gleich darauf verfielen beide in schallendes Gelächter.


    "Bevor wir hier weiter machen", sagte Alex nachdem er sich wieder eingekriegt hatte, "sollten wir vielleicht dem Buffet einen Besuch abstatten."


    Spätestens jetzt war endgültig das Eis zwischen ihnen geschmolzen. Innerhalb kürzester Zeit hatten vollkommen Fremde durch die gemeinsame Leidenschaft ein derart vertrautes Verhältnis aufgebaut, wie es sonst Wochen benötigte. Wie frisch verliebte Teenager neckten sie sich gegenseitig mit dem exquisiten Fingerfood des Buffets.


    "Wo kommst du eigentlich her, Saskia?", erkundigte er sich zwischen zwei Bissen der gebratenen Geflügelsticks.


    Ihre Antwort überraschte. Nun gut, es war nicht direkt um die Ecke, aber gemessen an den üblichen Entfernungen von Lycrafans zueinander waren die knapp 40 Kilometer nicht eben viel. Zumal er täglich auf dem Weg zur Arbeit an ihrer Stadt vorbeikam.


    "Dann spräche doch nichts dagegen", formulierte er vorsichtig, "Sich mal privat zu treffen?"


    "Natürlich tauschen wir später Telefonnummern aus", bestätigte Saskia, "Nur habe ich gerade nichts zum schreiben mit. Ist der Nachteil körpernaher Kleidung."


    Nach dem Snack begaben sie sich an die Bar um auf ihr Kennenlernen anzustoßen. Sie entdeckten im Gespräch viele weitere gemeinsame Interessen und nach der Stärkung kehrten sie zurück zur Kuschelinsel.


    "Diese Vertrautheit macht mir fast ein bisschen Angst", sagte Alex als er ihren Lycrakörper sanft im Arm hielt und tief in ihre Rehbraunen Augen blickte.


    "Vor mir doch nicht", entgegnete Saskia fast entrüstet. "Ich tu dir nichts. Ich will doch nur spielen."


    Wieder Kichern und der weitere Verlauf des Abends war ebenfalls vergnüglich.

    Nach vielen innigen Umarmungen und Berührungen, die das seidige Material elektrisierend verstärkte, überkam ihn irgendwann eine gewisse Traurigkeit.


    In Gedanken versunken, streichelte er ihre glatten, schimmernden Beine die sie über seine gelegt hatte und sagte in ernstem Ton:" Weißt du, das passt mir jetzt gar nicht."


    "Was passt dir nicht?", fragte Saskia erschrocken.


    "Na, dass ich dich jetzt gerade kennen gelernt habe und es morgen schon wieder vorbei ist."


    Sie schien immer noch nicht zu wissen worauf er hinauswollte. "Wieso soll alles vorbei sein? Was meinst du damit?"


    "Na ihr reist doch morgen in aller Frühe wieder ab, während ich meinen Kurzurlaub erst begonnen habe. Ich weiß zwar, dass ich dich ja bald wiedersehen kann, aber gerade jetzt möchte ich dich nicht gehen lassen."


    Saskias Miene hellte sich verstehend auf. "Jetzt wird´s mir klar. Aber mein lieber Alex, ich gehöre ja gar nicht zu den Forenleuten."


    Ein fragender Blick seinerseits.


    "Auch ich bin nur Gast. Ich mache gerade ein paar Wellness-Tage und bin morgen auch noch hier."


    "Was... wie...?", stammelte er, langsam erkennend dass er falschen Vorstellungen aufgesessen war.


    "Ja", erklärte sie weiter. "Ich bin eigentlich nur hier, weil ich ein Wellness-Wochenende gewonnen habe."


    "Gewonnen?"

    "Ja, bei einer Tombola."

  • Ich hoffe mein guter Lycwolf , das das ein zahlreicher Mehrteiler hier wird , denn das macht sich echt gut hier .

  • Dankeschön lycwolf  


    Eine ansprechende Geschichte, von Zweifel bis hin zu fröhlichem Lycrafühlen

    inmitten eines gemeinsamen Treffens der Lycraforen, und darin zwei Gewinner.


    Alex' Schicksal lässt mich an die Wirklichkeit denken - einige Lycrafans sind "organisiert" in Foren, aber etliche machen ihre Sachen im stillen Kämmerlein nur für sich. Bis sie irgendwann mal merken, dass sie mit ihrer Leidenschaft nicht alleine sind.

  • Ich sag's ja immer, es gibt keinen Zufall, nur Schicksal... Mir gefällt die Geschichte und eigentlich könnte man sie als Kurz(e)Geschichte so stehenlassen.

    Ich würde mich aber auch freuen, weiterzulesen, schließlich sind ja noch ein paar Tage bis es nach Hause geht...

  • Vielen Dank für eure wohlmeinenden Kommentare, die ich als Bestätigung und Ansporn für weitere Geschichten sehe.

    Natürlich erwächst bei so einem Ende der Wunsch nach mehr und Weiterführung.

    Aber die Story war von vorn herein auf diese Kürze angelegt und soll die Ausgangsbasis für das individuelle Kopfkino eines jeden Lesers darstellen.

    Nicht sauer sein, dass da nichts nachkommt. Momentan habe ich auch gar keine Kapazitäten dafür, denn die nächste Longstory ist gerade bei Kapitel 11 von ungefähr 20 (Rohfassung) Da kommt also noch was neues von meiner Seite.


    Wo wir gerade dabei sind. Rim Müssen wir eigentlich bis "November" warten bis es mal wieder "regnet"?

  • NovemberRain wird weiter gehen , aber ich lass mir etwas Zeit und Muße derzeit . Theopraktisch wäre eine Fortsetzung fertig ,

    aber es gefällt mir noch überhaupt nicht so .


    So nun zu dir . Du willst es also bei der Kürze so belassen hm ?

  • Ich finde, die Geschichte hat ein schönes etwas unerwartetes Ende und sollte so stehenbleiben. Wenn lycwolf weitere Ideen hat, dann freue ich mich auf weitere Geschichten, egal ob kurz oder lang. Aber es muss doch nicht aus jeder Geschichte eine unendliche Fortsetzungsstory geschrieben werden. Ich sehe auch lieber einen Tatort, der nur 90 Minuten läuft, als die vielen Daily Soaps, die sich immer weiter hinziehen und man weiß irgendwann gar nicht mehr um was es eigentlich geht. Dies war doch eine schöne in sich geschlossene Geschichte mit einer Poente (oder war es eine Hinterngans?!?) am Ende und so soll es dann halt sein. In der Fortsetzung würde sie sich, jedenfalls besteht die Gefahr, in der Beliebigkeit einer Liebesgeschichte verlieren. Besser ist es doch, bald eine neue interessante Geschichte lesen.

  • Der Vergleich mit der Daily Soap und dem kurzweiligen Tatort gefällt mir . Also wäre Nereida III eine Weekly Soap und Wellness der Tatort ?

  • Womit man auch immer die Struktur einer Geschichte vergleichen will - Wellness ist so wie sie ist in sich abgeschlossen. Der Rest findet in einem Kopfkino eurer Wahl statt.

    Demnächst gibt´s wieder was Neues.